Rush Limbaugh Quote of the Day

"Obama is doing to the US economy what Godzilla did to Tokyo -- stomping all over it."
27. Januar 2008

Sechs Lehren aus der Wahl in Hessen

1. Die Macht der Massenmedien ist ungebrochen

Wer regelmäßig und viel auf den diversen Blogs liest und den Massenmedien weniger Aufmerksamkeit schenkt, bekommt vielleicht ein anderes, aber falsches Bild. Um so mehr, zumal in den Kommentaren auf den Blogs oft Einigkeit herrscht. Aber selbst die im Vergleich recht großen Leserzahlen eines Politically Incorrect sind nichts gegenüber den Lesern, Hörern und Zuschauern der etablierten Medien. Zumal die Mehrheit derjenigen, welche jene Besucherzahlen ausmachen, ohnehin regelmäßige Leser sein dürften, die den hier vertretenen Ansichten bereits (mehr oder weniger) zustimmen. Die Gewinnung oder gar Überzeugung neuer Leser wird nur einen kleinen Bruchteil der täglichen Besuchszahlen ausmachen. Um so verwunderlicher natürlich, daß die Medien die Blogs immer wieder einmal attackieren. Doch mehr als eine kleine Störung stellen diese Seiten nach wie vor nicht da. Die Zahl der Empfänger “politisch inkorrekter” Meinungen und Informationen ist und bleibt unbedeutend.

Leider wird sich wohl auch der in den letzten Wochen aufgekommene Mut einiger Journalisten und Publikationen wieder abschwächen. “Zurück auf Los” lautet also die Devise: Einige wichtige Themen werden auch weiterhin nicht öffentlich diskutiert, vielmehr wenn nötig mit altbekannten Schlagworten abgebügelt werden.

2. Roland Kochs Themen sind vorläufig durch

Klar ist: Sie werden in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung zunehmen, dafür sind Zahlen und Fakten eindeutig genug. Die Debatte ist aber erst einmal vorbei, bevor überhaupt Lösungen gefunden geschweige denn umgesetzt werden konnten. Es ist kaum zu erwarten, daß die Union in kommenden Wahlkämpfen noch einmal in dieser Art heiße Eisen anfassen wird. Denn selbst wenn ein großer Teil der Bürger insgeheim oder offen zustimmt - die Zahl der Unentschlossenen, der Wechselwähler, auch der nicht ausreichend Informierten ist zu groß. Denn diese sind es doch wohl vor allem, welche sich nach wie vor von den Vordenkern in den Leitartikeln und Kommentaren beeinflussen lassen. Man kann es sich also nicht leisten, jenen zu viel Munition zu liefern. Das mußte Angela Merkel bereits im letzten Bundestagswahlkampf erfahren, als ihre Ehrlichkeit schwer bestraft wurde: Zu verlockend war es für die Linken, sie und beispielsweise den “Professor aus Heidelberg” zum Ziel hysterischer Schlagwort-Kampagnen zu machen. Und nicht nur versagten große Teile der Presse dabei, sachlich schlicht falsche Vorwürfe zu widerlegen - sie übernahmen sie teilweise noch. Diese Fehler wird man bei der Union nicht wiederholen wollen. Das ist aus ihrer Sicht natürlich absolut verständlich, für die Qualität der öffentlichen Diskussion aber sehr negativ. Nun könnte man argumentieren, daß Roland Koch einfach nicht glaubwürdig genug war, weil er jahrelang anderes tat, als er im Wahlkampf forderte. Doch die Schlußfolgerung, dann in Zukunft eben noch offensiver auftreten zu müssen, wird in der CDU wohl kaum jemand wagen. Vielmehr kann man nicht leugnen, daß der eher schläfrige, unkontroverse Wahlkampf von Christian Wulff durch die Wähler honoriert wurde (seine Beliebtheit und Erfolge für das Land haben zweifellos ebenfalls eine Rolle gespielt).

3. Roland Kochs Themen haben keine Priorität

Auch dies gilt es zu erkennen. Allen Zweifeln an der tatsächlichen späteren Umsetzung seiner Vorschläge zum Trotz: Daß mit einer linken Regierung erst recht keine Korrekturen vorgenommen und stattdessen um so mehr einem längst gescheiterten Multikulturalismus das Wort geredet werden würde, war für jeden erkennbar. Daß die Menschen sich also gegen die Union entschieden, beweist eben, daß die - vereinfacht formuliert - innere Sicherheit flächendeckend keine hohe Priorität hat. Die Frage bleibt natürlich, ob dies auf einer tatsächlichen relativen Unwichtigkeit des Themas oder lediglich auf einer kurzsichtigen Wahrnehmung vieler Wähler beruht. Jedenfalls überwiegen offenbar andere, unter anderem soziale Themen. Und hier punktet nun einmal oft derjenige, welcher die höchsten Versprechen abgibt, seien sie auch unrealistisch oder schädlich. Seriöse(re) Parteien gehen da vorsichtiger vor, wofür auch die SPD nicht erst bei dieser Wahl bestraft wurde.

4. Die Zersplitterung der Linken wird den Bürgerlichen auf Dauer keine Vorteile bringen

Denn es ist wahrscheinlich, daß Sozialdemokraten und Linke früher oder später (wenn nötig zusammen mit den Grünen) koalieren werden. Durch die Einbindung des linken äußeren Randes besteht sogar das Potential, insgesamt höhere Ergebnisse zu erzielen. Gleichzeitig hat man die bequeme Gewißheit, daß der Union auf der anderen Seite des politischen Spektrums ähnliches verwehrt bleiben wird. Dabei geht es selbstverständlich nicht um den extremen rechten Rand, denn eine Zusammenarbeit damit verbietet sich, so wie sie es eigentlich auch mit Linksextremen tun sollte. Die Rede ist vielmehr von bürgerlich-konservativen Themen und Werten, die von der Union zu wenig besetzt werden. Man muß befürchten, daß dies in Zukunft erst recht der Fall sein wird, getrieben von der veröffentlichten Meinung und Koalitionsnotwendigkeiten. Aber nicht nur existiert keine chancenreiche konservative “Auffang”-Partei, nicht nur würde die Gründung einer solchen Partei von den Medien torpediert werden (wie dies schon bei den Ansätzen von Udo Ulfkotte zu beobachten war). Ebenfalls würde man es mit bekannt tendenziöser Berichterstattung zu verhindern suchen, daß die Union sich der Koalition mit einer solchen Partei öffnete, sollte selbige denn jemals in die Nähe der 5 Prozent gelangen. Und: Auch die Einbindung der FDP wäre in diesem Fall mehr als schwierig, drängt sie doch gleichsam in die imaginäre “Mitte” und wird sich nicht auf Dauer Bündnissen mit der SPD verschließen wollen. Macht um jeden Preis, wie man es vor allem von den Grünen kennt, kann man von den Liberalen nicht erwarten (was ja durchaus positiv ist).

Gleichzeitig besteht leider die Gefahr, daß von der Union enttäuschte Menschen sich inakzeptablen Parteien zuwenden oder auch zu Nichtwählern werden. Mit verheerenden Folgen: Denn diese Stimmen würden, anders eben als bei den Linken, tatsächlich effektiv aus dem eigenen (Koalitions-) Potential abgezogen und könnten damit entscheidend dazu beitragen, jenen größere Mehrheiten zu sichern.

5. Umfragen kann man nicht abtun

So bequem es auch ist, negative Zahlen ignorieren zu wollen: Die vorher veröffentlichten Umfragen haben das tatsächliche Bild schon recht klar vorgezeichnet. Es gab und gibt zwar immer wieder auch erhebliche Abweichungen. Insgesamt ist die Demoskopie aber eine Wissenschaft. Man sollte sie rechtzeitig als Warnung ernst nehmen, anstatt sie auszublenden.

6. Roland Koch gehört nicht aufs Altenteil

Viele Leute scheinen ihn unsympathisch zu finden, was ich so nicht ganz nachvollziehen kann. Seine Rede am Abend war trotz des verheerenden Ergebnisses bemerkenswert. Es ist zu hoffen, daß er nicht in der Versenkung verschwinden wird wie manche andere unbequeme, aber gute Köpfe der Union in den letzten Jahren.

Dieser Beitrag wurde von Mir am Sonntag, 27. Januar 2008 um 23:32 Uhr veröffentlicht und unter Realsatire abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.

Bisher gibt es 14 Kommentare zu “Sechs Lehren aus der Wahl in Hessen”

  1. 1 Shahirrim (Montag, 28. Januar 2008; 01:10): 

    Ich würde noch eine 7. Lehre (passt aber zu Punkt 1) aus der Wahl ziehen. ich glaube nämlich, dass die MSM uns jetzt wieder in der Versenkung verschwinden lassen. Denn in letzter Zeit wurde ja durchaus von uns berichtet. Aber ich glaube, die MSM haben das nur getan, weil sie dachten, das unser Einfluss ein Tick größer ist. Jetzt sind wir wieder für sie zahnlose Tiger, die man problemlos ignorieren oder totschweigen kann.

  2. 2 Gudrun (Montag, 28. Januar 2008; 01:32): 

    Ich habe eben auf HR ein Interview mit dem Minister für Wissenschaft und Kunst Udo Corts gesehen. Der hat dem Interviewer mitgeteilt, daß Tariq al-Wazir sich geweigert habe, ihm die Hand zu geben.

    Hier noch ein Foto von der DITIB-CDU. DITIB-Schild links auf dem Foto …
    http://tinyurl.com/3dce36

    Und noch etwas von wegen “Professor aus Heidelberg”. Die Flat Rate Tax wurde schon vor 301 Jahr vergeblich gefordert. Lest bitte hier:

    Vauban und der Einheitssteuersatz des Paul Kirchhof
    http://www.eussner.net/artikel_2007-03-28_14-58-34.html

  3. 3 Bauer Gerhard (Montag, 28. Januar 2008; 07:34): 

    Die CDU sollte noch mehr Steuergelder in den “Kampf gegen Rechts” investieren damit der Untergang noch beschleunigt wird. Dieser Kampf gegen Rechts ist ein steuerfinanzierter Kampf gegen die rechte, konservative Konkurrenz und hilft den Linken, nicht einmal so sehr der SPD, dafür den SEDlern und dem Antifapöbel.
    Ansonsten, Koch war einfach nicht mehr glaubwürdig. 2mal Konservative im Wahlkampf verarscht, dann noch die Aufweichung des Nachtflugverbotes irgendwann ist einfach Schluss.

    Die CDU ist einfach unglaubwürdig geworden und ordnet die Interessen des deutschen Volkes den Parteiinteressen unter. Dies rächt sich eben.

  4. 4 Sir Winston (Montag, 28. Januar 2008; 08:31): 

    Nacktfluchverbot! Oder sollte ich die Ypsilanti die ganze Zeit mißverstanden haben.

    Punkt ist, lieber Bauer Gerhard, aber worin genau liegt der Sinn, links zu wählen, wenn der Koch nicht konservativ genug war. Und da die Wahlbeteiligung nicht deutlich gesunken ist, sieht es nicht so aus als wären die ganzen Konservativen zu Hause geblieben…

  5. 5 FAB. (Montag, 28. Januar 2008; 10:25): 

    Wer sagt, daß es dieselben Nichtwähler waren wie letztesmal?
    Die 5% Stimmen für die Kommunisten dürften vielfach bisherige Nichtwähler gewesen sein, dafür könnten diesmal durchaus eher konservative Wähler weggeblieben sein.

  6. 6 Minus Zwölf Prozent at blog :: weinschenker.name (Montag, 28. Januar 2008; 11:26): 

    […] Gegenstimme.net […]

  7. 7 mvh (Montag, 28. Januar 2008; 11:59): 

    Eines habe ich gestern Abend gelernt, meine Erwartungen an den Durchschnittswähler waren zu hoch. Leider wird nur noch im Ein-Schritt-Modus gedacht und reagiert, hoch in der Bewertung stehen das Äußere, das Geschlecht oder die kindliche Erwartungshaltung: Wie groß ist mein Geschenk? Diese geballte Medienkampagne hat den Vorsprung von Koch, wenn er denn einer war, auf 0,1 % abschmelzen lassen. Ich habe noch keine Vorwahlzeit erlebt, die so extrem von den Antipathiebekundungen der Gegner besetzt war. Von den politischen Vorhaben der Grünen, der Linken und der SPD ist nichts Bedeutendes in den Medien aufgetaucht. Es waren nur “Rassisimus-Vorwürfe” gegen Koch zu hören. Wegweisend für alle Meinungsbieger war diese Wahl, Hetze ohne Inhalt scheint lohnend. Wie empfindlich allerdings auf kleine Blogs reagiert wird, beweist nun auch wieder, daß die Bretter dieser Meinungsmacher sehr dünn sind.

  8. 8 Huwi (Montag, 28. Januar 2008; 12:02): 

    Auf RTL waren gestern alle Nachrichtensendungen voller Hähme und offener Ablehnung Kochs.
    Wer auch nur an eine wenigstens grundsätzliche Unabhängigkeit der Medien geglaubt hat, wurde in den letzten Wochen eines Besseren belehrt.

  9. 9 Bernd (Montag, 28. Januar 2008; 13:08): 

    Koch ist ein geistiger Brandstifter, ein Spalter der Gesellschaft, gegen den ist alles erlaubt. Weisst Du doch.

  10. 10 Huwi (Montag, 28. Januar 2008; 13:18): 

    Koch ist in der Tat ein Idiot und an vielen der Probleme in Hessen selber schuld!
    Ich würde gerne mitfeiern weil er abgewatscht wurde, doch leider hat ihm keine rechte Partei die Stimmen weggenommen, sondern das linke Sozialisten und Kommunistengesindel.

    Ist es inzwischen eigentlich schon wieder angebracht, die SPD als Sozialisten zu bezeichnen? Der massive Linksruck der Partei, den auch Clement offen kritisiert sollte das doch langsam wieder rechtfertigen, oder nicht?

  11. 11 ralphieboy (Montag, 28. Januar 2008; 19:02): 

    Es geht nicht nur um die Themen, es liegt teilweise an Roland Koch selbst. Seine “Ich bin der Sherrif”-Maniere war für seinen Vorgänger und Vorbild Manfred Kanther recht erfolgreich, aber dem kleinen Roland mit seinen Pausebäckchen passt der weisse Stetson einfach nicht.

    Gestolpert ist er, aber nicht abgestürzt (allerdings nur um einige Prozentpunkte), aber es gibt viele Politiker, die schlimmeres überwunden haben, und den Roland darf man nicht missunterschätzen.

  12. 12 Yaab (Dienstag, 29. Januar 2008; 07:50): 

    @11, ralphieboy

    … den Roland darf man nicht missunterschätzen.

    Das sehe ich auch so. Geschickt sein Hinweis auf die mögliche Koalition rot-rot-grün. Wenn es dazu käme, wäre sie alsbald durch Selbstblamage und dito -zerfleischung erledigt und die CDU könnte die Vertrauensfrage stellen.

    Die Postkommunisten würden sich herrlich blamieren, da ohne jede Regierungserfahrung. Und zwischen PDS/Linke und Grünen gäbe es die wunderschönsten Grabenkriege.

  13. 13 tresco (Dienstag, 29. Januar 2008; 12:43): 

    Ich finde, man sollte den Hessen die lecker Suppe, die sie sich eingebrockt haben, auch auslöffeln lassen. Man kann doch dem Wähler nicht einen Teller voll köstlich dampfender Suppe auf den Tisch stellen und in dem Moment, wo er in Vorfreude zum Löffel greifen will, wieder wegziehen.

    Deshalb: Rot-rot-grün

    Die Wähler haben ein Recht darauf.

  14. 14 Bestandsaufnahme nach Hessen (Mittwoch, 30. Januar 2008; 13:10): 

    […] Hessen hat gewählt, und Hessen hat aus unserer Sicht schlecht gewählt. Die Reaktionen in den nonkonformen Blogs sind höchst unterschiedlich ausgefallen. Wird z.B. hier vom GAU für das rechte Lager gesprochen, an anderer Stelle gar die nonkonforme Blogosphäre an sich in Frage gestellt, gibt es anderswo durchaus gelassene nüchterne Beiträge. […]

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