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Ein Rippchen, freaky dellen und ganz viel Käse
Posted By Yaab On 31. Januar 2008 @ 14:53 In Meyn's World, Lost & Found | 3 Comments
Eine Rezensur, äh Quatsch, eine Zensur bzw. Rasur, nein, auch Quatsch, eine Besprechung
Meyne Güte, es ist sein erstes Buch – und schon so gut, kaum zu fassen. Doch das ist kein Wunder, denn der Autor hat vorher schon fleißig geübt.
“Und ich soll dir dabei helfen, mich umzubringen?”
“Ja.”
“Lustig muss es sein?”
“Wenn es keine Umstände macht.”
Zärtlich nahm mein Rippchen mein unrasiertes Gesicht in ihre Hände.
“Leck mich am Arsch!”
“Davon stirbt man aber nicht. Du jedenfalls nicht.”
Michael Meyn ruft: „Vegas, Schnuckie!“ und beantwortet mit seiner kleinen Sammlung köstlich skurriler Humoresken lebenswichtige Fragen als da sind: „Wie wird man mit einem ‚Geilen Pärchen’ fertig, das plötzlich und unaufgefordert seine Geschlechtsteile aus dem Bildschirm des häuslichen PC hängt?“ „Oder warum kackt der Amerikaner am liebsten auf der Arbeit?“
Der Autor hat ein unglaubliches Gespür für komische Alltagssituationen, die unweigerlich in das Groteske abzugleiten drohen. Die vorgelegten Geschichten enden regelmäßig im Chaos, am Ende der Welt oder mit der Vergraulung sämtlicher Freunde. Sein eigentliches Markenzeichen aber ist die feine Selbstironie, zu der nur jemand fähig ist, dem das Schicksal schon die eine oder andere Backpfeife erteilt hat. Nur wer sich selbst auf den Arm beziehungsweise die Palme nehmen kann, hat das Recht, sich über andere lustig zu machen.
Vor dieser schonungslosen Selbstverulkung ist noch nicht einmal seine Herzallerliebste sicher, die er, ganz ohne kulinarische Hintergedanken zu hegen, als sein ‚Rippchen’ bezeichnet. Sagte ich ‚ganz ohne kulinarische Hintergedanken’? Das ist natürlich falsch, denn eine der vielen guten Eigenschaften des Rippchens ist die, dass sie phantastisch kochen kann (Stilrichtung Gelsenkirchener Barock) und ihr Meisterwerk, die German freaky dellen, munden sogar den verrückten amerikanischen Nachbarn der beiden, die sich damit stopfen lassen wie Mastgänse, während der Autor verzweifelt bemüht ist, seine tägliche Ration an Rotwein und Käse vor überraschend einfallenden Gästen aus ‚Good Old Germany’ in Sicherheit zu bringen.
Ja, und warum kackt der Ami vorzugsweise auf der Arbeit? Die Lösung soll hier nicht verraten werden, aber sie ist verblüffend einleuchtend – wie alles, wenn man es erst einmal richtig verstanden hat.
Wenn Originalität von Stil und Thema wirklich Garanten für Verkaufserfolge sind, dann muss dieser kleine Band ein Bestseller werden. Kauft, Leute kauft dieses Buch, ihr macht damit einen Menschen glücklich, der es verdient hat bekannt zu werden, oder sogar zwei, wenn ihr nicht nur kauft, sondern auch lest.
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