So wird es wohl kommen, nachdem der Kandidat der Republikaner offenbar feststeht. Immerhin wird sich die Enttäuschung am Wahlabend damit in Grenzen halten, denn für konservativ denkende Menschen wäre John McCain natürlich ohnehin bei weitem nicht erste Wahl (dazu hier). Und auf jene Wähler ohne Parteipräferenz oder gar Stimmen von der anderen politischen Seite zu spekulieren, ist riskant. Meiner Einschätzung nach wird er dort nämlich sowohl gegen Hillary Clinton als auch gegen Barack Hussein Obama wenig Chancen haben, den Umfragen der Massenmedien zum Trotz. Denn daß ein Großteil derselben auf Seiten der Demokraten steht, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Somit liegt der Verdacht sicher nicht fern, daß sie in ihrer Berichterstattung auf Seiten der Republikaner diejenigen Kandidaten “unterstützen”, welche sie am eigentlichen Wahlabend für einfacher zu besiegen halten, unter anderem mit diesen Themen.
Der Wunsch auch unserer Medien sowie eines großen Teiles der “Weltgemeinschaft” nach einem Präsidenten aus der Partei der Demokraten wird sich also wohl erfüllen. Ob sich auch ihre dahinter stehenden Hoffnungen bestätigen, sei dahingestellt: Etwa, daß die amerikanische Gesellschaft sich linken Ideen “öffnet”, daß sich die USA endlich durch interessenwidrige Abkommen wie etwa dem Kyoto-Protokoll “einbinden” (sprich: kontrollieren) lassen, oder daß die Befreiung Iraks doch noch zur so oft beschworenen Katastrophe gerät, damit die Kritiker “recht behalten” haben werden.
Stellt sich die Frage, ob man nun auf einen Sieg von Clinton oder Barack Hussein Obama bei den Vorwahlen und damit vermutlich auch im Herbst bei den eigentlichen Wahlen hoffen soll. Und, bei aller Antipathie: Man muß davon ausgehen, daß eine Hillary Clinton die bessere Wahl wäre. Dies allein schon aufgrund ihrer Erfahrung, sowohl in der Politik als auch (nicht zu unterschätzen) als First Lady. Ferner stimmte sie beispielsweise im Senat für die Resolution, welche den Einsatz militärischer Mittel gegen Saddams Husseins Irak autorisierte. Wenn dann auch keine Notwendigkeit mehr besteht, derartige Themen gegen einen republikanischen Präsidenten zu instrumentalisieren (wie ihre Partei das in den letzten Jahren leider zunehmend tat), wird sie hoffentlich auch andere außenpolitische Entscheidungen, unter anderem eben in der Irak-Frage, halbwegs sinnvoll entscheiden. Barack Hussein Obama dagegen ist schwieriger einzuschätzen und hat weniger Erfahrung, substanzloses Gerede über “Change” ändert daran natürlich nichts (mehr dazu hier).
Jedenfalls: Alle, die auf einen konservativen Präsident hoffen, sollten (sofern obige Prognosen zutreffen) einen Fehler nicht begehen: Dann unsererseits die “Dummheit” der Amerikaner für die voraussichtliche Wahlentscheidung verantwortlich zu machen. Diese Oberflächlichkeit wurde und wird von Linken genügend zur Schau gestellt. Schockierend ist dennoch, daß beide großen Parteien für eine so wichtige Wahl kein besseres Personal aufzustellen vermögen. Vermutlich werden viele Amerikaner erst nach der Wahl merken, was für einen guten Präsidenten sie mit George W. Bush eigentlich hatten.
(Dies jedenfalls, solange man sich an ihn erinnert. Denn daß ein Viertel der Briten inzwischen angeblich glauben, daß der große britische Staatsmann Sir Winston Churchill nie existiert habe, könnte wiederum doch auf allgemein - aber eben nicht nur in Amerika - um sich greifende Stupidität schließen lassen.)