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Einwanderung: Millionenfacher Vertragsbruch
Posted By Yaab On 9. Februar 2008 @ 21:01 In Türkei, Innere Sicherheit | 9 Comments
Jeder Immigrant ist gleichzeitig ein Emigrant, denn er verlässt ein Land, um in ein anderes überzusiedeln. Zwischen den drei beteiligten Parteien – abgebendes Land, aufnehmendes Land und Migrant – wird ein schriftloser Vertrag abgeschlossen, bei dessen Einhaltung alle profitieren können und aus dem sich überdies für jeden Rechte und Pflichten ergeben.
Das abgebende Land stellt dem aufnehmenden Land einen Teil seiner Bevölkerung wenigstens temporär zur Verfügung. Es profitiert durch die Reduktion von Bevölkerungsübeschüssen, durch Devisen (die der Migrant in die alte Heimat überweist) und, bei Rückkehr, durch Wissenstransfer.
Das aufnehmende Land bietet den Einwanderern eine neue Heimat, versorgt sie mit Arbeitsmöglichkeiten und stellt ihnen seine Infrastruktur zur Verfügung. Es profitiert durch den Zuzug von Arbeitskräften, durch Steuereinnahmen und durch einen Anstieg des Bruttosozialprodukts.
Der Migrant akzeptiert die Gesetze und Regeln seines Gastlandes, er eignet sich die Landessprache an und stellt seine Arbeitskraft zur Verfügung. Er profitiert durch die Verbesserung seiner Vermögenssituation und durch den Erwerb neuer Fähigkeiten und Kenntnisse. Schlussendlich integriert er sich in die neue Heimat oder er kehrt wieder in das abgegebende Land zurück. Dadurch ergeben sich für die Länder weitere Pflichten. Das aufnehmende Land verpflichtet sich, dem integrierten und zum Bleiben entschlossenen Einwanderer (nach Prüfung seiner Ernsthaftigkeit) die Staatsbürgerschaft zu übertragen. Das abgebende Land verpflichtet sich, den Auswanderer aus der Staatsbürgerschaft zu entlassen.
Halten sich alle an die Regeln, dann kann Einwanderung für alle drei Parteien vorteilhaft sein. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn der Vertrag gebrochen wird.
Mit vielen der Gastarbeitern der ersten Stunde, die ab 1961/62 aus Griechenland, Italien, Portugal und Spanien, später auch Jugoslawien, nach Deutschland kamen, funktionierte das vorzüglich. Die Gäste arbeiteten, schickten Geld nach Hause, integrierten sich oder verließen das Gastland wieder. Nicht wenige integrierten sich in Deutschland, um dann später doch noch in die alte Heimat zurückzureisen. Durch das Wohlstandsgefälle zwischen den abgebenden Ländern und Deutschland waren viele nach Rückkehr gemachte Leute, die sich im Herkunftsland ein Haus bauen oder eine Existenz aufbauen konnten. Hilfreich waren dabei, neben dem in Deutschland erworbenen Vermögen, die Sprachkenntnisse und beruflichen Fertigkeiten.
Von vielen Gastarbeitern aus der Türkei wurde dagegen dieser Vertrag einseitig gebrochen, denn diese Immigranten integrierten sich nicht, verließen aber auch nicht das Gastland. Die Gründe für die Nichtrückkehr der Nichtintegrierten sind vielfältig. Zwischen Deutschland und der Türkei, speziell jenen Landesteilen, aus denen ein Großteil der türkischen Einwanderer herstammt, besteht nach wie vor ein gewaltiges Wohlstandsgefälle, das einen Verbleib in Deutschland, auch bei Bezug von Sozialhilfe oder Hartz IV, sehr attraktiv erscheinen lässt. Natürlich kann sich auch der türkische Gastarbeiter mit seinem Ersparten in Ostanatolien ein Haus bauen, doch für die Erstellung einer Infrastruktur, wie er sie von Deutschland kennt, reicht sein Vermögen bei weitem nicht aus. In seinem Heimatdorf kommt das Trinkwasser nicht aus der Leitung, sondern aus dem Brunnen, elektrischen Strom gibt es nicht und der nächste Arzt ist unter Umständen 50 Kilometer weit entfernt und verlangt für jeden seiner Dienste bares Geld.
Der Vertragsbruch wurde aber nur durch das Laissez-faire der deutschen Politik möglich. Spätestens als sich abzeichnete, dass sich ein Teil der Gastarbeiter weder integrierte noch rückwanderungswillig war, hätten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssen. Stattdessen wurde Familiennachzug der Nichtintegrierten in großem Maßstab geduldet und Separationsbestrebungen kein Widerstand entgegengesetzt. Diesem Versagen der deutschen Politik verdanken wir die Türkenghettos, die Probleme mit den gewalttätigen Jugendlichen und der Hass, den uns die Nichtintegrierten, wie gerade in Ludwigshafen, entgegenbringen.
Parallelgesellschaften haben wir jetzt schon. Wenn es nach Erdogans Plänen geht, haben wir bald einen Parallelstaat in Deutschland.
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