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Oh, diese Yilmaz-Bande!

Posted By Yaab On 28. Februar 2008 @ 13:19 In Satire | 7 Comments

Ayshe trifft den garstigen Deutsch-Mann

Die Mutter war sehr böse auf Ayshe, weil sie die Schafsaugensuppe für das Abendbrot hatte anbrennen lassen. „Du schreckliches ungehorsames Mädchen! Die gute Schafsaugensuppe anbrennen lassen! Wenn du so weitermachst, dann kommt der garstige Deutsch-Mann und frisst dich auf!“

Jetzt war Ayshe aber neugierig. „Wie sieht er denn aus, der garstige Deutsch-Mann?“ fragte sie.

„Woher soll ich das denn wissen?“ brummte die Mutter. Der garstige Deutsch-Mann wohnt weit weg von hier und ich verlasse unser Viertel niemals.“

“Ich weiß nur, er soll schwarze Haare haben und Sommersprossen!”

Puh! Schwarze Haare - hatten denn nicht alle Leute schwarze Haare? Doch was waren Sommersprossen?

Sie fragte die Mutter: “Was sind denn Sommersprossen?”

“Weiß ich doch nicht. Und jetzt lass mich in Ruhe, damit ich rasch ein Hammelhoden-Ragout machen kann, sonst haben wir heute abend nichts zu essen.”

„Gibt es denn niemand, der weiß, wie der garstige Deutsch-Mann aussieht?“ fragte Ayshe zaghaft. „Doch. Dein Vater weiß es. Er muss manchmal hinaus zu den Deutschen und dort trifft er auf den garstigen Deutsch-Mann, der ihn sehr, sehr schlecht behandelt. Manchmal so schlecht, dass er weinen muss, wenn er nach Hause kommt.“

Ayshe schrie entsetzt auf. Der große starke Vater weinte? Das musste wirklich ein garstiger Deutsch-Mann sein, dachte sie und flennte auch ein bisschen. ‚Den werde ich suchen’, dachte sie. ‚Und ihm sagen, dass er den Vater nicht mehr ärgern soll, denn so ein großer starker Mann wie mein Abba darf doch nicht weinen.

Sie schaute aus dem Fenster hinaus. Doch da war kein garstiger Deutsch-Mann zu sehen, sondern nur Leute, die sie kannte. Cousine Ülgül, die mit dem Cousin Seyal verheiratet ist, schob ihren Kinderwagen vorbei. Cousine Hürryet, die mit Cousin Milliet verheiratet ist, kam vom Einkaufen zurück. Cousine Bürgil, die mit dem Cousin Hüssein verheiratet ist, trug ihren schwangeren Leib spazieren. Und an der Ecke stand Cousin Cüruc, der die Cousinen Börek, Kebab und Döner geheiratet hatte und rauchte gemütlich eine Zigarette.

‚Wenn der Vater jetzt hier wäre’, dachte Ayshe, ‚dann könnte ich ihn fragen, wie der garstige Deutsch-Mann aussieht.’ Doch der Abba war nicht da, wie immer, sondern in seinem Salonü Clüb, wo er den ganzen lieben langen Tag herumsaß und mit seinen zahlreichen Cousins Tee trank.

Auf dem Fensterbrett landete ein kleines Insekt mit Pünktchen auf dem Rücken und wackelte mit seinen Fühlern, die aussahen wie zwei kurze schwarze Haare. „Bist du der der garstige Deutsch-Mann?“ fragte Ayshe.

„Da sei Allah vor!“ antwortete das Insekt. „Ich bin nur ein braves Maryamkäferchen, sonst nichts.“

„Sind das Sommersprossen, was du da auf dem Rücken hast?“ fragte Ayshe weiter.

„Nein, nein!“ rief der Käfer erschrocken. „Keine Sommersprossen! Ich bin nicht der garstige Deutsch-Mann! Ich bin nur ein harmloses Siebenpunkt-Maryamkäferchen!“ Es öffnete seine Flügel und schwirrte davon.

Da ging Ayshe im Haus herum, um den garstigen Deutsch-Mann zu suchen oder jemanden, der wusste, wie er aussah. Auf dem Dachboden, der voller Müll stand, traf sie auf eine große schwarze Ratte.

„Bist du der garstige Deutsch-Mann?“ fragte Aysha die Ratte.

„Wo denkst du hin?“ erwiderte die Ratte empört. Ich bin eine ehrliche, anständige Ratte! Und schwarz bin ich nur aus Versehen, weil ich letzte Nacht im Kohlenkeller geschlafen habe. Ich verabscheue den garstigen Deutsch-Mann nicht weniger als du.“ Und sie huschte in ihren Bau, den sie in einem alten Canapé hatte.

Das war alles sehr verwirrend! Einmal war es ein Maryamkäferchen und dann eine Ratte, aber nicht der garstige Deutsch-Mann. Wie sah er denn nun aus, dieser abscheuliche, grässliche schreckliche, wilde garstige Deutsch-Mann?

Ayshe ging in den Flur, hockte sich an ihren Lieblingsplatz hinter den Kinderwägen, die dort standen, um nachzudenken und ein Pfeifchen zu rauchen. Der verdammte Shit war natürlich feucht und wollte nicht brennen. Sie hatte schon zehn Streichhölzer verbraucht und auf den Boden geworfen, als plötzlich vor ihr eine unheimliche Stimme ertönte: „Darf ich dir Feuer geben, Kleines?“ Ayshe hob den Kopf und erblickte ein schreckliches Ungeheuer. Groß wie ein Berg, pelzig wie Hagrid und über und über mit schwarzen Haaren bedeckt. Im Gesicht hatte das Monster kleine feuerrote Flecken, aus denen glühende Funken sprühten.

„Bi-bi-bi-bist du der garstige Deutsch-Mann?“ fragte Aysha, am ganzen Leib zitternd.

„Jawoll!“ dröhnte das Monster. „Jawoll-ja! Ich bin der garstige Deutsch-Mann. Siehst du die vielen schwarzen Haare? Siehst du meine Sommersprossen, die euer Haus gleich in Brand stecken werden? Hörst du nicht, wie ich immerzu ‚Heil Hitler!’ rufe?“

Entsetzt sprang Ayshe auf und rannte zu ihrer Mutter. Um ihr zu erzählen, dass sie den garstigen Deutsch-Mann gesehen hatte.


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