Rush Limbaugh Quote of the Day:
"Isn't it interesting that Barack Obama claims to be a uniter, yet he doesn't give an inch on his ideological views?"
06. März 2008

Komposti aus dem Eis

Die Erde ist im Klimakterium. Ihr wird abwechselnd kalt und heiß. Momentan ist ihr heiß. Das hat Folgen. Folgen bisher ungeahnten Ausmaßes. Die dramatischsten Auswirkungen des Erdklimakteriums spielen sich mittlerweile sogar für jedermann sichtbar in Mitteleuropa ab: die Eisbären (Ursus maritimus) nuckeln, äh, schmelzen! In Berlin ging’s los, danach folgte Nürnberg. Nürnberg? — Na gut, Stuttgart hatte sich noch klammheimlich dazwischengemogelt, traute sich aber erst nicht, die schwäb’sche Katastrophe zuzugeben.

Doch jetzt der Hammer: der Ursus maritimus schmilzt nicht nur zum Ursus liquatae, nein, anderenorts wird mit großer Sorge beobachtet, dass die ersten Exemplare aufgrund der globalen Hitzewelle braun werden (Ursus arctos). Sie welken! Und noch woanders wurde sogar bereits das nächste Stadium des Verrottungsprozesses entdeckt: schwarze Bären (Ursus humus maior). Diese armen Kreaturen kompostieren quasi bei lebendigem Leibe.

Aber die alles überragende dramatische Konsequenz des Klimakteriums von Mutter Erde will der Kanzlerin Lieblingsdramaturge Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, seines Zeichens Leiter des Potsdam Institute for Climate Impact Research, auf seiner letztmonatigen Forschungsreise durch den Zoo der grönländischen Hauptstadt Nuuk entdeckt haben, nämlich das aktuelle Endstadium der Kompostierung des Eisbären: das Faultier (Choloepus didactylus). — Schellnhuber nannte den Eisbären in diesem speziellen kompostiven Evolutionsprozess so, weil er auf den ersten Blick nicht mehr an einen Bären erinnert, was natürlich Blödsinn ist, wenn wir davon ausgehen, dass mittlerweile erste Gemengeentwicklungen in der Gattung der Eisbären stattfinden, also bei einzelnen Tieren die Schmelze mit dem Welkprozess resp. der Kompostierung zusammenfällt (Ursus liquare et putrescere).

Wir leben, wie Sie, meine lieben Leser, sehen, in spannenden Zeiten. Ganz neue Forschungsgebiete und ungeahnte evolutionäre Entwicklungen tun sich vor unser aller Augen auf. Seien wir dankbar dafür und freuen wir uns darob, dass wir heute die Ehre haben, Entwicklungsstufen biologischen Lebens, die früher millionen und milliarden von Jahren verschlangen, auf den Zeitraum einer Menschengeneration verkürzt verfolgen zu dürfen. Welch ein Quell der Erkenntnis hat sich damit unserem hehren menschlichen Geist eröffnet! Jubilate, Homo erectus … äh … sapiens … äh … sapiens sapiens!

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Bisher gibt es 2 Kommentare zu “Komposti aus dem Eis”

  1. 1 tankdriver (Donnerstag, 06. März 2008; 22:38): 

    der eisbär, das unbekannte wesen. fragen
    über fragen. wenn die viecher braun werden
    können, warum haben wir noch nie einen
    grünen gesehen? wenn es EISbären gibt,
    gibt es auch WASSERbären (in wärmeren
    gegenden) und vor allem, wie werden diese
    tiere artgerecht zubereitet? basilikum,
    vanillesosse, pellkartoffeln?
    :-)

  2. 2 Jürgen (Donnerstag, 06. März 2008; 22:45): 

    Ich mag sie medium, mit Bärlauch. Und nur dann, wenn Bärbel sie zubereitet :-)

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