Ist der Islam wirklich eine “Gesetzesreligion”?
“Wir müssen Allah-tallah gehorchen!” ist ein Satz, den nur Hirnamputierte freudig nachplappern können. Egal, durch was man “Allah-tallah” ersetzt: im 21. Jahrhundert, in der heutigen Gesellschaft des Wissens, macht ein derartig geäußerter Kadavergehorsam, egal gegenüber wem, keinen Sinn. Andere Religionen sind längst aufgeklärt und üben sich in kritischem Hinterfragen. Das ist’s, was dem Islam fehlt: eine Kultur der Kritik.
Außer den Debilen ist es noch eine andere Art von Mischpoche, die sich dem Islam anschließt. Politische Wendehälse, Radikale jeder Couleur, die wissen, dass es bei so viel versammelter Leichtgläubigkeit cum Dummheit für sie ein Leichtes sein wird, zu Spitzenpositionen in den islamischen Verbänden zu kommen. Nicht Frömmigkeit ist es, die sie umtreibt, sondern Machtgeilheit. Die islamischen Massen aufpeitschen und manipulieren, darin sind islamische Führer seit langem geübt, wie man gerade bei Gudrun Eussner nachlesen kann.
Wir verstehen jetzt auch, warum die Massenproteste bisher ausgeblieben sind. Die “spontanen Erhebungen” der muslimischen Massen benötigen eben eine gewisse Vorbereitungszeit. Vor dem nächsten Freitag ist nicht damit zu rechnen. (Geert Wilders, der olle Schlaufuchs, hat die Veröffentlichung von Fitna perfekt terminiert, wodurch er zeigen konnte, dass die Aufregungen islamischer Befindlichkeit eben keine spontanen sind. Der Film kam am Donnerstag raus – wären die Empörungen “spontan”, dann hätten wir sie am darauf folgenden Tag in den Medien bestaunen können.)
Eines der schärfsten Machtinstrumente der muslimischen Führer ist “Allahs Gesetz”. Diese Keule nutzt sich scheinbar nie ab und wird bei jeder Gelegenheit benutzt. So äußert Ali Kitzlerkiller aka Kizilkaya, das Tragen von Kopftüchern folge einem “religiösen Gebot”, das nicht nach Land und Ort relativiert werden könne. Allah hat es so gewollt und darum muss es so gemacht werden. Das gleiche gilt auch für die grausamen Körperstrafen wie Handabhacken und Steinigung. Muslimische Führer und “Rechtsgelehrte” bestehen darauf, dass diese Dinge “gottgewollt” und daher unveränderlich seien. “Nicht von Menschen wurden diese Gesetze gemacht, sondern von Gott!”
Doch stimmt das eigentlich? Wie das Judentum wird auch der Islam als “Gesetzesreligion” deklariert, von solchen, die es nicht besser wissen und von solchen, die davon profitieren. Betrachten wir zuerst die Juden. Nach der jüdischen Bibel begab sich Mose auf den Berg Sinai und kam mit einer umfangreichen Gesetzessammlung zurück. Neben den uns allen wohlbekannten Zehn Geboten gibt es für die Juden noch ca. 300 Gebote und etwa ebenso viele Verbote, detailliert beschrieben, daneben ebenso präzise Anleitungen zum Bau von Bundeslade, Tempel und Altären.
Wie verhält es sich mit dem Islam? Mit vergleichbarer Detailtreue werden im Koran die Teilungsregeln von Erbschaften geklärt (Töchter kriegen nur die Hälfte), doch sonst bleibt das “Heilige Buch” der Mohammedaner erstaunlich vage. “Dem Dieb und der Diebin schneidet die Hände ab!” Das lässt viel Ermessensspielraum für die Gestaltung. Gilt die Vorschrift nur für Bonnie&Clyde-like Gaunerpärchen, oder ist gemeint: dem Stehler, egal ob männlich oder weiblich, wird die Vorderextremität abgeknipst? Wird eine Hand abgeschnitten? Oder beide? Die rechte oder die linke? 23 Jahre lang hatte “Allah” Zeit, sich zu diesen Fragen zu äußern, doch er hat es nicht getan. Bei Ehebruch heißt es im Koran: Hundert Peitschenhiebe für den Hurer und die Hure (übrigens, nach anderen Übersetzungen: achtzig Peitschenhiebe). Jedoch kein Wort von Steinigung.
Diese ist allerdings in der Tat Bestandteil der Sharia (es gibt gewisse Varianten, im wesentlichen stimmen sie aber überein). Wie kam das? Die Säulen der Sharia, angeblich Allahs Gesetz, sind Koran und verschiedene Hadithe-Sammlungen. Diese entstanden ca. 200 Jahre nach dem Tode des “Propheten” (sic!) durch die Tätigkeit von “Gelehrten”, die das großislamische Reich bereisten und Erzählungen über sowie angebliche Aussprüche von Muhammad sammelten. Geschichtlein, die über viele Generationen mündlich weitergetragen wurden. Die Sammler der Hadithe – el Islam und el Buchari sind die berühmtesten – wählten aus (sic!), was sie in ihre Kollektionen aufnahmen und verwarfen vieles. el Buchari soll 60.000 Geschichtlein zusammengetragen haben, von denen er ca. 2.000 auswählte. Diese niedlichen Geschichtlein, über die ich an anderer Stelle schon etwas berichtet habe, wurden islamisches Gesetz. Weil es Hadithe gibt, in denen Muhammad Ehebrecherinnen steinigen ließ, wird heute im Islam die Ehebrecherin gesteinigt. Weil es ein Hadith gibt, in dem nach Muhammads Anweisungen einem Dieb zuerst die rechte Hand, dann der linken Fuß, dann die linke Hand und danach der rechte Fuß abgeschnitten wurde, verfahren muslimische Scharfrichter auch heute noch nach der genannten Reihenfolge. Wir haben es also korrekterweise bei der Sharia mit einem von Menschen gemachten Gesetzeswerk zu tun (egal, ob wir an die Existenz von “Allah” glauben oder nicht). Von Menschen: von Muhammad selbst, von den Schreibern der Hadithe und ihren Nachfolgern, den heutigen “Rechtsgelehrten”, die für “Auslegungen” sorgen. Nicht Allah schuf die Scharia, sondern der Mensch, der islamische Führer und er benutzt sie immer noch als eines seiner wichtigsten Herrschaftsinstrumente. Dumm wäre er, wenn er sie aus der Hand gäbe.
Dieser Beitrag wurde von Yaab am Sonntag, 30. März 2008 um 09:17 Uhr veröffentlicht und unter Islamkritik abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.







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Yaab,
su bringst auf den den punkt was im Islam fehlt: eine kritische Auseinandersetzung mit den heiligen Schriften.
Ein Paar Ansätze sind schon da, aber es wird sehr viel Mühe kosten, bis die Menschen aus diesem Teil der Welt ihre heiligen Schriften als das Werk menschlicher Hand betrachten, die in einem bestimmten historischen/gesellschaflichen Kontext entstanden sind.