Rush Limbaugh Quote of the Day:
"Am I right, my friends? I am talking about you. You know I'm right; I'm right even when I think I'm wrong! That's why my accuracy rating is documented to be almost always right 98.8%"
05. Mai 2008

Die Besessenen

In meinem Wohnzimmer steht der Fernseher auf einem Raumteiler, dahinter mein Computer. Das hat den Vorteil, dass ich das Elend nur höre, das reicht meistens. Heute ist Kabbbarrrrrettttt. Das schreibt sich zwar nicht so, anders kann man das aber nicht schreiben und so ist es auch. Auf der Bühne steht irgendeine jodelnde Biotonne, meine Aufmerksamkeit liegt bei 1,8%, die Rede kommt auf Tibet, weder witzig noch irgendwie interessant und dann kommt es, die Biotonne zieht eine Analogie von der Besetzung Tibets zu - richtig - Palästina. Das schmerzt richtig, ich gehe nachsehen und die Biotonne ist - war ja zu erwarten - Volker Pispers. Meine erste, authentische Reaktion ist “Schlag dem Neandertaler die Nase ein”.
Völlig sinnlos, das Problem heisst nicht Pispers, das Problem sind die Leute im Zuschauerraum, die johlen und den Gag gut finden. Den “Gag”, die Existenz des einzigen jüdischen Staates mit der Besetzung Tibets durch das kommunistische China gleichzusetzen, den “Gag”, die arabische Sprachregelung zu übernehmen und nicht einmal in Anführungszeichen zu setzen. Den “Gag”, ein nicht existierendes Land - Palästina - in die Waagschale zu werfen und dadurch die Existenz Israels zu delegitimieren. Sie sitzen unten und lachen, im Gefühl etwas ganz Tolles vollbracht zu haben. Die altgewordenen Achtundsechziger, die als Linke keine Antisemiten sein können und die die politische Korrektheit mit Löffeln gefressen haben, die sich als Antiimperialisten verstehen und die so gerne für unterdrückte Völker eintreten, solange es sich um Araber handelt. Und die als aufrechte Antizionisten das Gleiche von den Juden halten, wie ihre gehassten und verachteten Gegner, die Nazis. Rote und Braune, Deutschland, einig Vaterland. Auch wenn es nur um die Haltung zu Israel geht. Sie sind besessen. Besessen von einem Konflikt, der in seiner Brisanz im Gegensatz zu anderen Konflikten nicht mehr als ein Knallfrosch ist, besessen von den vorgeblichen Rechten eines Volkes, das erst 1964 einen Namen bekam und besessen vor allem von der Schuld der Juden. Der Schuld , zu existieren, der Schuld, das gleiche Recht wie alle anderen Völker zu beanspruchen und der Schuld, seinen Kritikern einen Spiegel vorzuhalten, dabei ein elendes Bild zu zeigen und nicht einmal zu beschlagen. Das Bild, das die Linken, die aufrechten Freunde der Palis, dabei sehen, ist in der Tat unerfreulich. Es zeigt ein jämmerliches Bild, Leute, die nicht gelernt haben, mit ihrer Vergangenheit, ihrer Gegenwart und ihrer Zukunft zurechtzukommen. Leute, die nichts gelernt haben und deren einzige Chance darin besteht, irgendwann in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Es zieht sich eine direkte Linie durch das Verhältnis dieser Deutschen zu den Juden. Von der Selektion an der Rampe in Auschwitz zu der Selektion am Flughafen von Entebbe, vom Traum der Endlösung zum Traum eines “Freien Palästina”. Sie sind besessen, sie sitzen im Zuschauerraum und lachen über die müden Witze einer jodelnden Biotonne, sie gehen für “Palästina” auf die Strasse und boykottieren israelische Orangen. Und sie sind stolz darauf, aus der Geschichte gelernt zu haben. Eben, Besessene!

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Autor: tankdriver | Abgelegt unter Aus dem Irrenhaus, Antisemitismus, Germanyland, Israel
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05. Mai 2008

Qualitätskriterien

Das unterscheidet halt die Qualitätsjournaille von Gesinnungsschreiberlingen. Erstere bringt Fakten, nackte Fakten. Wenn sich eine Demonstrantin davor gruselt, Gläubige beten zu sehen, dann muss davon berichtet werden, ohne Anstand der Person. Und die sich Gruselnde macht “Lärm mit ihren Trommeln und Rasseln und versucht, den feierlichen Moment durch Rufe zu stören”. Und “dann fliegen Feuerwerkskörper durch die Luft” – ob sie auch landen und explodieren, wird leider nicht erwähnt, und dann kommen “ein paar Kapuzenträger”, sie “laufen zu den Bauzäunen und reißen sie nieder”. Und dann, endlich, möchte man fast sagen, kommt auch die Polizei.

Qualitätsjournalisten sehen auch lauter Nazis, wenn die Einwohner von Berlin-Pankow gegen den Bau eines Hauses für Gläubige demonstrieren. Weil, das sind jetzt Gläubige einer anderen Sorte als vorher, das ist ein deutlicher Unterschied. Das macht ja gerade die Qualität im Journalismus aus, dass man hier differenzieren kann und muss. Im ersten Fall ging es um einen “Frömmel-Kongress” für “Jesus-Fans”, im zweiten um eine Moschee für die Muhammad-Fans einer pakistanischen Islam-Sekte.

Und die Gesinnungsschreiberlinge? Die haken sich an nebensächlichen Kleinigkeiten auf, wie zum Beispiel der unbedeutenden Tatsache, dass keiner der Muhammad-Fans in Pankow ansässig ist, weil die im Bezirk Reinickendorf wohnen. Ein großes Bethaus, Kostenpunkt 1 Million Euro, für eine Gemeinde von 100 Gläubigen. Macht pro Nase 10.000 Euro. Das ist nicht viel, weil, die sind so reich, dass sie gar nicht arbeiten gehen müssen. Zudem gibt’s in Berlin einige sehr schöne pakistanische Geschäfte in Lagen, wo Vermieter reich werden, und in denen man so gut wie nie Kunden sieht, was einen unweigerlich an Geldwäsche-Praktiken erinnert, von denen man mal was im Fernsehen gesehn hat. Das sind jetzt aber keine Fakten, sondern bloß Vermutungen, weshalb man das gar nicht sagen darf. Es sei denn, man wäre ein Qualitätsjournalist.

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Autor: Yaab | Abgelegt unter Analysen
2 Kommentare  . .








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