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Qualitätskriterien
Posted By Yaab On 5. Mai 2008 @ 14:11 In Analysen | 2 Comments
Das unterscheidet halt die Qualitätsjournaille von Gesinnungsschreiberlingen. Erstere bringt Fakten, nackte Fakten. Wenn sich eine Demonstrantin davor [1] gruselt, Gläubige beten zu sehen, dann muss davon berichtet werden, ohne Anstand der Person. Und die sich Gruselnde macht “Lärm mit ihren Trommeln und Rasseln und versucht, den feierlichen Moment durch Rufe zu stören”. Und “dann fliegen Feuerwerkskörper durch die Luft” – ob sie auch landen und explodieren, wird leider nicht erwähnt, und dann kommen “ein paar Kapuzenträger”, sie “laufen zu den Bauzäunen und reißen sie nieder”. Und dann, endlich, möchte man fast sagen, kommt auch die Polizei.
Qualitätsjournalisten sehen auch lauter Nazis, wenn die Einwohner von Berlin-Pankow gegen den Bau eines Hauses für Gläubige demonstrieren. Weil, das sind jetzt Gläubige einer anderen Sorte als vorher, das ist ein deutlicher Unterschied. Das macht ja gerade die Qualität im Journalismus aus, dass man hier differenzieren kann und muss. Im ersten Fall ging es um einen “Frömmel-Kongress” für “Jesus-Fans”, im zweiten um eine Moschee für die Muhammad-Fans einer pakistanischen Islam-Sekte.
Und die Gesinnungsschreiberlinge? Die haken sich an nebensächlichen Kleinigkeiten auf, wie zum Beispiel der unbedeutenden Tatsache, dass keiner der Muhammad-Fans in Pankow ansässig ist, weil die im Bezirk Reinickendorf wohnen. Ein großes Bethaus, Kostenpunkt 1 Million Euro, für eine Gemeinde von 100 Gläubigen. Macht pro Nase 10.000 Euro. Das ist nicht viel, weil, die sind so reich, dass sie gar nicht arbeiten gehen müssen. Zudem gibt’s in Berlin einige sehr schöne pakistanische Geschäfte in Lagen, wo Vermieter reich werden, und in denen man so gut wie nie Kunden sieht, was einen unweigerlich an Geldwäsche-Praktiken erinnert, von denen man mal was im Fernsehen gesehn hat. Das sind jetzt aber keine Fakten, sondern bloß Vermutungen, weshalb man das gar nicht sagen darf. Es sei denn, man wäre ein Qualitätsjournalist.
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