Rush Limbaugh Quote of the Day:
"Yeah, we have to send $700 billion to the oil sheiks, and what do we get for it? We get oil. It's a deal!"
07. Mai 2008

Der Staat Israel wird 60 Jahre alt

Man kann nur bewundern, was die Juden (und natürlich alle anderen daran beteiligten Einwohner) innerhalb weniger Jahrzehnte aus ihrem Land gemacht haben: Wo teilweise kaum mehr als Wüste existierte, entstand allen Bedrohungen und wiederholten Angriffen durch erbitterte Feinde zum Trotz ein moderner, industrialisierter Staat und Hightech-Standort, dessen BIP pro Kopf ebenso wie das Durchschnittseinkommen die anderen Staaten in der Region weit übertrifft und auf dem Niveau anderer freier Staaten der westlich geprägten Welt liegt. Und auch politisch war und ist das kleine Land den Regimen in der Region weit voraus. Kaum deutlicher könnte dies belegt werden, als durch folgende Sätze aus der Unabhängigkeitserklärung, wohlgemerkt verkündet am 14.05.1948, dem Vorabend des durch arabische Länder geführten Angriffskrieges gegen den neuen Staat:

Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten, die Heiligen Stätten unter seinen Schutz nehmen und den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen treu bleiben. […]

Wir wenden uns - selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind - an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufrufe, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen.

Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.

Kein von Menschen geschaffener Staat kann perfekt sein, aber man kann 60 Jahre später mit Recht behaupten, daß diese Ziele trotz sehr widriger Umstände insgesamt verwirklicht werden konnten. Ein Blick auf die Weltkarte beim renommierten unabhängigen NGO Freedom House zeigt denn auch das zu erwartende Bild: In der gesamten Region existiert nur ein winziger grüner Fleck, mithin ein einziges Land, in dem politische Freiheit und die Rechte der Bürger garantiert sind. Nicht anders stellt sich die Karte dar, welche die Pressefreiheit in der Welt abbildet. Auf der genannten Seite lassen sich umfangreiche Berichte zu den Verhältnissen in sämtlichen Ländern nachlesen.

Bedauerlicherweise verleitet die oberflächliche bis böswillige Meinungsmache öffentlicher Vordenker eine große Zahl von Menschen, und zwar auch solche, denen man keineswegs antisemitische Ressentiments unterstellen kann, dazu, etwas anderes zu glauben, wie Umfragen immer wieder belegen. Echte Menschenrechtsverletzungen, welche in so vielen Staaten auf der Welt traurige Realität sind, stoßen auf sehr viel weniger Interesse als tatsächliche oder vermeintliche Mißstände in Israel. Doch verhält es sich dabei nicht anders als mit der ununterbrochenen Kritik und “Kritik” an den Vereinigten Staaten: Dies liefert den Menschen nämlich das Gefühl, sich moralisch zu engagieren (oder wenigstens zu echauffieren), während man gleichzeitig sicher sein kann, daß einem keinerlei Gefahr und wenig Widerspruch droht. Proteste gegen tatsächliche Unrechtsregime könnten von selbigen sehr viel unfreundlicher aufgenommen werden. Israel und die USA bieten sich daher als Ziele an, mit denen sich auf wohlfeile Art ein gutes Gewissen schaffen läßt: Man hat “Courage bewiesen” - und leider, leider kann man ja nicht gegen alles Unrecht in der Welt demonstrieren…

Immerhin bekennen sich dieser Tage wieder diverse Politiker öffentlich zu Israel, wie sie ja auch sonst immer wieder dessen Existenzrecht betonen - was seinerseits schon merkwürdig ist, schließlich handelt es sich dabei so sehr um eine Selbstverständlichkeit, daß man es bei keinem anderen Staat der Erde auch nur erwähnen, oder so regelmäßig betonen würde. Zumal danach dann meist das große “Aber…” folgt, mit dem man seine eigenen Aussagen sofort ihrer Wahrhaftigkeit beraubt, indem Forderungen gestellt werden, bei deren konsequenter Umsetzung die fortdauernde Existenz Israels tatsächlich eben doch stark gefährdet wäre. Und leider sind diese Aussagen denn oft auch wenig mehr als Lippenbekenntnisse. Dies ist unter anderem Folge dessen, daß man aus der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts nicht die konsequenten Lehren gezogen hat: Anstatt sich auf einen Kampf gegen “rechts” zu fixieren, müßte man natürlich allen totalitären, gewalttätigen, freiheits- und demokratiefeindlichen Ideologien den Kampf ansagen.

Denn bedroht wird Israel nicht von “rechts”, obwohl natürlich der unleugbar existente Rechtsextremismus Israel feindlich gesonnen ist. Allerdings haben entsprechende politische Richtungen zum Glück weder in Deutschland noch in Europa auch nur entfernte Chancen, einflußreiche politische Positionen zu besetzen. Unmittelbare Gefahr droht Israel von Seiten islam(ist)ischer Regime und ihrer terroristischen Stellvertreter vom Schlage der Hamas oder Hezbollah. Mittelbar bedrohlich ist die - wenn man den Umfragen glauben darf - wachsende anti-israelische Einstellung in der Bevölkerung vieler westlicher Staaten, welche nicht eine Folge (ohnehin kaum beachteter) offener rechtsradikaler Hetzparolen ist, sondern vielmehr eine Folge der entweder naiven oder aber feindselig-berechnenden Positionen, welche (vielfach linke) Meinungsmacher aus Politik und Medien in Bezug auf Israel, seine Politik und seine Geschichte vertreten. Denn mit rotem Anstrich wird Hetze plötzlich zu “Kritik unter Freunden, die möglich sein muß”, Lügen sind “Expertenmeinungen” und gefälschte Bilder heißen “Nachrichten”. Ein klassisches Anschauungsbeispiel bleibt die Art und Weise der Berichterstattung über einen israelischen Luftangriff, in dessen Folge der “Green Helmet Guy” Berühmtheit erlangte.

Soll die Solidarität unserer Volksvertreter mit dem Staat Israel als ernsthaft erkannt werden, so müßten sie anti-israelische bis antisemitische Positionen auch im linken Spektrum endlich thematisieren, und der veröffentlichten Meinung in den Massenmedien stärker mit der Forderung nach Wahrheitstreue und Ausgewogenheit entgegen treten (das ist natürlich keinesfalls als Forderung nach Einschränkung der Pressefreiheit zu verstehen). Denn nur so ließe sich das zu Unrecht negative Bild Israels in der Öffentlichkeit korrigieren. Ebenfalls müßten Maßnahmen getroffen werden, um sicherzustellen, daß Unterstützungsgelder, welche an die Palästinenser gezahlt werden, nicht auch nur indirekt in den bewaffneten Kampf gegen Israel fließen. Ohnehin wären weitere Zahlungen von echten Fortschritten abhängig zu machen, etwa der Einstellung von Propaganda und von schon in den Schulen beginnender Indoktrination, die sich ja regelmäßig nicht “nur” gegen Israel und das Judentum, sondern gegen unsere westliche Wertegemeinschaft insgesamt richten. Nicht zuletzt hat man es zugelassen, daß der neu geschaffene UN-Menschenrechtsrat zu einer Waffe genau jener Regime wurde, welche keinesfalls Mitglieder, sondern natürlich Thema in selbigem sein müßten; ebenso, daß andere Projekte gekapert werden: Aus einer für 2009 geplanten internationalen Konferenz gegen Rassismus wird so eine einseitige Anklage gegen die freie Welt gemacht. Ohne jede Frage sind alle Staaten, die derselben angehören, nicht von Kritik und Diskussion auszunehmen, doch die Art und Weise, wie hier der Bock zum Gärtner gemacht wird, kann nur den Boykott einer solchen Farce zur Folge haben.

Frei von Kritik kann ohnehin kein Land sein, und selbstverständlich ist Israel da keine Ausnahme. Ein Beispiel ist der Schutzzaun, dessen frühere Errichtung vermutlich Menschenleben auf beiden Seiten hätte retten können. Auch bei einer Kriegsführung, die zwar (soweit dies überhaupt sein kann) human zu sein sucht und deshalb nicht nur Zivilisten, sondern unvermeidlich auch die eigentlichen Ziele von Luftangriffen durch den Abwurf von Flugblättern warnt, muß man sich die Frage stellen, ob diese Einsätze angesichts der voraussehbaren Erfolglosigkeit und der trotz aller Vorsicht nun einmal leider unvermeidlichen Kollateralschäden dann nicht besser von Anfang an unterlassen worden wären.

Nicht vergessen werden darf bei all dem natürlich die wirtschaftliche Komponente. Daher sollte man Israel zu seinem Geburtstag vor allem eines wünschen: Daß wenigstens die freie Welt so schnell und so weitgehend wie möglich unabhängig von Erdöl, insbesondere aus problematischen Staaten, wird. Denn nicht nur wären wir dann weniger auf selbige angewiesen, auch hätten sie in Bezug auf unsere Exportwirtschaft weniger Hebelwirkung. Ferner muß man Israel auch für die Zukunft Regierungen wünschen, die im Angesicht von Bedrohungen wenn nötig agieren, anstatt später womöglich nur noch reagieren zu können.

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Bisher gibt es 2 Kommentare zu “Der Staat Israel wird 60 Jahre alt”

  1. 1 Yaab (Donnerstag, 08. Mai 2008; 07:09): 

    Leider geben bei uns die “Linken” die Stimmung an und die hetzen gegen Israel. Warum eigentlich? Die “Linken” suchen immer nach Unterdrückten und Verfolgten. Die “Revolutionäre” von 1968 bildeten sich allen Ernstes ein, die “unterdrückten” Arbeiter würden sich ihnen anschließen. Die dachten aber gar nicht daran. Dann entdeckten die “Linken” in exotischen Ländern Unterdrückte, die sie unaufgefordert mit ihrer Solidarität beglückten, Angola, Venezuela, Mosambik, was ich, wo noch alles. Weil die nun nicht “befreit” werden müssen, hat die “linke Nächstenliebe” sich neue Opfer gesucht und wurde fündig bei dem “unterdrückten Volk der Palästinenser” (seit den 1970er Jahren) und, ganz frisch, bei den “unterdrückten” und “verfolgten” Migranten.

    Dabei ist das “palästinensische Volk” eine Chimäre. Seit dem Exodus (bis 1948) gab es in Israel nie wieder einen Staat, immer war es besetztes Land, bis die Vision von Herzl realisiert wurde. Die Araber hätten damals ihren eigenen Staat bekommen können, aber sie wollten ihn nicht.

  2. 2 Jagdhund (Donnerstag, 08. Mai 2008; 08:54): 

    @ Yaab: die “Linken” leben seit zig-Jahren von importierten Problemen, und glauben immer noch, damit siegen zu können. Denen geht es überhaupt nicht um das Schicksal der “unterdrückten” Völker, sonder schlicht und allein um den Machterwerb hier. Zu leicht zu durchschauen.
    Palästina: seltsamerweise wurde vom palästinensischen Volk bis 1968 nie geredet. Wie denn auch? Die Bewohner waren “Verwaltungs”-Ägypter bzw. Jordanier. Nasser und Hussein hätten diesen Bewohnern schon die richtigen Arien vorgesungen, wenn die je auf diese Idee gekommen wären. Ägypten und Jordanien hatte es doch bis 1968 in der Hand, einen Palistaat zu gründen, warum haben sie es nicht getan? Später haben die Palis für ihre völlig ahistorischen Forderungen die Quittungen in Jordanien, dann Libanon erhalten. Auf “Anraten” der Arabischen Liga hat die PLO die Einbindung in das Camp David Abkommen verweigert.
    Die beste Lösung wäre die Rückeingliederung dieser Gebiete nach Ägypten und Jordanien. Nur, beide Staaten wollen die mit Sicherheit nicht haben. Warum wohl?

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