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02. Juli 2008

Umfrage zum Nahost-Konflikt

Eine Studie, welche die Menschen in 18 Ländern (leider nicht in Deutschland) sowie in den palästinensischen Gebieten zu ihrer Meinung über den sogenannten Nahost-Konflikt befragte. Einige Anmerkungen dazu:

- Es bestätigt sich insgesamt die traurige Tatsache, daß viele Menschen weltweit ein negatives Bild des einzigen freien und demokratischen Staates in der Region haben. Sehr verbreitet ist auch die Ansicht, Israel würde nicht nicht genug dafür tun, den Konflikt zu lösen - ein schlechter Witz angesichts der immer wieder bewiesenen Bereitschaft des Landes zu weitgehenden Zugeständnissen, selbst wenn sie die eigene Sicherheit gefährdeten. Daß man gerade erst wieder der Freilassung von Mördern und Terroristen zugestimmt hat, um wenigstens die sterblichen Überreste seiner ermordeten Soldaten zurück zu bekommen, war nur das jüngste Beispiel.

- Natürlich erweist sich hier aber auch einmal mehr die generelle Unzulänglichkeit von Meinungsumfragen, zumal jenen mit nur wenigen vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Denn die wirklich aufschlußreiche Frage wäre doch, was Israel noch alles tun müßte, um in den Augen der Befragten mehr Wohlwollen zu ernten.

- Leicht positiv fallen allenfalls die USA und - bemerkenswert - Indien auf, wo immerhin jeweils knapp über 20 Prozent der Menschen möchten, daß sich ihr Land auf die Seite Israels stellt. Allerdings ergab eine andere Umfrage unlängst, daß 63 Prozent der Amerikaner Israel positiv gegenüber stehen. Insofern sind alle Ergebnisse wie jede Meinungsumfrage mit Vorsicht zu genießen.

- Regelmäßig behaupten jene, die den Terror gegen Israel verharmlosen oder gar rechtfertigen wollen, daß Gewalt, Entführungen und Raketenbeschuß doch nur von einer kleinen Minderheit verübt würden, die keinen Rückhalt in der Bevölkerung hätten. Doch ist dem wirklich so? Überwältigende 75 Prozent der befragten Menschen in den palästinensischen Gebieten sind laut dieser Umfrage der Meinung, daß ihre Seite “sehr gut” oder “einigermaßen gut” dazu beitrage, den Konflikt zu lösen. Realitätsverlust oder ein Zeichen dafür, daß Terrorismus und die Verweigerung von Kompromissen eben doch einen größeren Rückhalt in der Bevölkerung haben, wie dies spätestens durch die Wahl der Hamas angedeutet wurde?

- Eine weitere Frage lautete: “Würden Sie im Falle eines Friedensabkommens zwischen Israel und den Palästinensern eine Garantie des UN-Sicherheitsrates unterstützen, Israel zu schützen, wenn die arabischen Nachbarn es angreifen würden?” Zugegeben: Die Idee, seine Sicherheit ausgerechnet der UNO anzuvertrauen, wäre für Israel wahnwitzig und selbstzerstörerisch - auch wenn unsere Gutmenschen das anders sehen dürften und ihre angeblichen “Lösungen” auch immer wieder ähnliche Konstruktionen beinhalten. Satte 85 Prozent der Palästinenser lehnen den Vorschlag jedenfalls ab. Warum? An - ja durchaus berechtigten - grundsätzlichen Zweifeln gegenüber der UNO liegt es jedenfalls nicht, denn eine fast ebenso große Mehrheit der Palästinenser würde eine vergleichbare Garantie des Sicherheitsrates den arabischen Staaten gegenüber befürworten.

Autor: Mir | Abgelegt unter Mittlerer & Naher Osten, Analysen
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