10.
Juli
2008
So geht’s uns …
… immer dann, wenn uns Jagdhunde und Konsorten auf die Eier treten:
Dieser Beitrag wurde von Jürgen am Donnerstag, 10. Juli 2008 um 02:26 Uhr veröffentlicht und unter Musik, Satire abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.













… und hier geht’s genau anders herum (was ‘ne wahnsinns Stimme!!) …
Vorsicht Jürgen, Du solltest Deine musikalische/biologische Unbildung nicht so öffentlich zur Schau stellen, über Geschmack hingegen sollte nicht gestritten werden.
Im 1. Beispiel wird die Rolle des Tankred von einem “Altus” gesungen. Einem Altus ist niemand, auch kein Jagdhund auf die Eier getreten, sondern dieser war bis Anfang des 19. Jhdts gängige musikalische Praxis. Dem damaligen musikalischen Geschmack ging das häufig anzutreffende Vibrato (+ - 1/2-Ton) vor allem tiefer Frauenstimmen gewaltig auf die Eier. Der Einsatz eines Altus bei Rossini wäre diskussionswürdig (nicht mit Dir), da diese Praxis sich dem Ende näherte. Kurzum, im 1. Fall versucht sich das Ensemble in “historischer Aufführungspraxis”, ein Dir sicherlich völlig unbekannter Begriff.
Im 2. Beispiel singt eine hervorragende Altistin.
Für weitergehende Auskünfte stehen Dir eiertretende Jagdhunde gerne zur Verfügung.
BANAUSE!!
Der Mann singt fantastisch!!
Jagdhund hat den Sachverhalt genau beschrieben.
Um es mit Dieter Nuhr zu sagen:
Wenn man keine Ahnung hat - einfach Klappe halten!
Für die Nicht-Banausen hier:
Hier einer der besten Countertenöre zur Zeit neben David Daniels, Philippe Jaroussky, mit einer Vivaldi-Arie.
@ Eumel:
überzeugend, obwohl Jaroussky hier bei 2 Koloraturstellen leichte Unsicherheiten zeigte. Wer ist das Ensemble?
Ansonsten ist das mit der Ablehnung hoher Männerstimmen wie üblich: bar jeglicher Ahnung von den Aufführungspraktiken vergangener Zeiten, glauben viele Ablehner, dass Falsett singende Männer irgendwie schwul oder kastriert sein müssen. Es sind halt die spießigen Tastaturmachos, die sich da austoben. Die musikalisch korrekte, stilistisch zeitgemäße Interpretation interessiert die nicht.
Nur mal am Rande einige Infos zu meiner Person, Mädels, um eure Hyperventilation ein wenig zu unterbrechen:
In unbeschwerten Zeiten bis zu 7 Abende/Woche in der Bayer. Staatsoper (vorwiegend Partiturplätze) verbracht — Reisen zur Scala, nach Wien, London, Paris, Aux-en-Provence, zum Venice, nach Rom, Berlin, Frankfurt, Salzburg, Padua, Florenz, Genf, Pesaro etc. pp., um meine Lieblingssänger hören und sehen zu können — Sehr gute und freundschaftliche Kontakte mit div. Sängern und Sängerinnen (u.a. Alexandrina Miltschewa ein Konzertkleid in München abgeholt und ihr nach Rom gebracht, von Lucia Aliberti einige hunderttausend it. Lira für Übernachtungskosten in Vicenza geschenkt bekommen, Telefonate und Briefverkehr mit beiden) — Gala-Diner mit dem Intendanten der röm. Oper, mit dem Bruder und Manager u.a. von Montserrat Caballe, Carlos Caballe, sowie Jose Carreras, Natalia Troitskaya und anderen Sängern nach einer Aufführung von Adriana Lecouvreur in Rom — Whiskey-Trinken mit Leonard Bernstein — Nach Münchener Vorstellungen Essen gehen mit Giacomo Aragall, Alberto Cupido, Mirella Freni, Nicolai Ghiaurov und anderen — Begonnene, aber leider nicht beendete Gesangsausbildung bei einer Kammersängerin in München, um nur einiges zu nennen. Und btw. großer Fan hervorragender Countertenöre. Deswegen auch das Video von David Daniels.
Man sollte also nicht vorschnell das Vermeintliche zum Faktum erheben, und darüber hinaus gerade in Blogs gelegentlich darauf achten, welchen Rubriken ein Beitrag zugeordnet wurde.
Um so erstaunlicher Deine herangezogenen Beispiele. Man kann mit etlichen Gründen der historischen Aufführungspraxis, “Alte Musik”, Harnoncourt, Leonhard, und eben auch Kopfstimmesängern ablehnend gegenüberstehen. Das ist letztlich eine Geschmacksfrage. Mit “Jagdhund und Konsorten auf die Eier treten” hast Du genau die tiefste Schieblade gezogen. Jetzt darfst Du Dich über Reaktionen, die in Dein Eingemachtes gehen, nicht wundern.
Jagdhunden kann man auch anders “auf die Eier treten”, nicht auf Kosten von Künstlern, oder schlimmer, Geschmacksfragen.
Du hast’s immer noch nicht kapiert. Ist mir jetzt aber auch wurscht.
Ja, ist sinnlos.
@4: Wat’n Piepser … Von wegen “einer der besten Countertenöre zur Zeit neben David Daniels” — der Philippe Jaroussky kommt an D.D. bei weitem nicht ran. Das sollte einem geschulten (obwohl — das braucht’s dafür noch nicht mal) Ohr eigentlich nicht entgehen …
@ Jürgen:
schon lange kapiert. Nur: nicht überall wo “Satire” draufsteht, ist Satire drin.
Hingegen folge ich Deiner Beurteilung hinsichtlich PJ.
Also: Ich glaube hier sind alle eigentlich aus EINER “Familie” - so hört sich das jedenfalls an.
Könnten mal alle an einem Strang (nicht Samen- , hahahaha) ziehen und den FEINDEN schaden!? Nicht uns selbst!
Und nun können sich alle bitte wieder hinsetzen!
@6:
Ja, ja, schon gut, du Angeber. Und sonst hast du fünf Wälder gepflanzt, drei Revolutionen niedergeschlagen, 1000 Frauen beglückt, 50 Bücher geschrieben, 10 Kinder geboren und, und…..
Tz, tz…
@10 Jürgen: Schnauze! Hinsetzen!
@5 Jagdhund:
Er ist noch sehr jung, das muss man berücksichtigen.
Hier ist ein Beispiel, wie grandios er piano singen kann.
Der Dirigent heisst Spinosi aber welches Ensemble weiss ich nicht.
Gruss Eumel
@ Eumel:
PJ ist wirklich noch sehr jung. Zu verstehen, dass er noch nicht genug “ausgebufft” ist, die intrikaten Koloraturen des 18. Jhdts. fehlerfrei zu meistern. Wird noch kommen. Vielleicht liegen ihm die ruhigeren Sachen auch mehr als das barocke, vokale “Concerto”.
Ich habe schon mal bessere Instrumentalensembles als das vorliegende gehört. Nachgebaute (alte) Instrumente machen noch nicht stilsicher.
Gruß Jagdhund
Ja, er ist ein Meister der leisen Töne, würde ich sagen. Kann interessant werden, seine Karriere zu verfolgen.
Zu dem Orch.: Ich habe schon schlimmere gehört. Einige von diesen Originalsound-Freaks “holzen” manchmal dermassen ‘rein, als ob sie ihre Instrumente hassen würden - oder es klingt richtig gequält, als ob sie die Töne aus den Instrumenten mit letzter Kraft “herauswringen” würden. Man ist in beiden Fällen peinlich berührt. Zum Glück scheint wenigstens Letzteres aus der Mode gekommen zu sein, man hat wohl neue Erkenntnisse gewonnen….
Es ist übrigens das ‘Ensemble Mathäus’ mit Jean-Christophe Spinosi
Hier stehts im Video.
Das Nisi Dominus gelingt dem PJ IMHO auch sehr schön.
Später das Stabat Mater mit der fantastischen Marie-Nicole Lemieux ebenfalls (man hört jeweils leider nur einen kleinen Ausschnitt).
Welches Instrument spielst du?
Hier Violine und Blockflöte (nicht auf berufsmässigem Level).
Gruss Eumel
Ja, die gibts, “Originalsoundradikalisten” (irgendwie erinnert das mich hier an etwas), sie spielen dogmatisch und meist unerträglich. Selbst bin ich ein “milder” historischer Aufführungspraktiker, nicht Profi. Es müssen nicht zwangsläufig “Originalinstrumente” sein, aber stilistisch sollte es stimmen.
Ich spiele Tasteninstrumente: Cembalo (Hass-Nachbau), Fortepiano (Silbermann-Nachbau) und Orgel (in der Dorfkirche). Meine Präferenzen liegen bei Bach + Söhne/Schüler, natürlich Scarlatti, und Haydn, den ich für besser als Mozart erachte (jetzt werde ich gesteinigt).
Gruß Jagdhund
Nöö, gesteinigt wird niemand, wir sind zivilisiert.
Wer der Beste von den beiden Recken ist, wage ich nicht zu beurteilen.
So, so - ein “Tastateur” bist du. Cool!
Cembalo ist wunderbar (die Scarlatti-Sonaten sind einfach hinreissend), der Sound eines mächtigen Kirchenorgels geht mir durch und durch und Haydn auf dem Hammerklavier ist ech Zucker.
Mein Herz gehört auch diesen Stilepochen, Schwerpunkt Barock. Mit der Blockflöte mache ich auch ab und zu einen Schlenkerer zu der Frühbarock- und Renaissancemusik. Mit der Violine komme ich, durch das Mitwirken in einem Orchester, mit allen Epochen in Berührung. Früher spielte ich Messen in der Kirche, aber dieses Ensemble besteht leider nicht mehr… :´-(
Schade. Hat richtig Spass gemacht.
Wünsche einen schönen Sonntag
Gruss Eumel
Mit zunehmenden Alter hat sich meine Präferenz in Richtung Haydn gebildet. Mozart: genial, aber manchmal plätschert er mir zuviel an der Oberfläche, na ja, meist Auftragswerke. Letzlich Geschmackssache.
Unsere Kirchenorgel ist ein norddeutsches Spätbarockprodukt, so um 1780, ziemlich unverändert erhalten. Die “braust” weniger, ist aber messerscharf und gravitätisch, mehr Zungen im Pedal als in den Manualen, halt Schnitgerschule. Da wacht der letzte Sonntagsschläfer auf, bei vollem Werk.
Als Continuospieler bin ich häufig beschäftigt, manchmal auch Messen, aber meist Kantaten, wie es sich bei Lutheranern gehört. Die Kirchenmusik ist hier noch ziemlich intakt und funktioniert.
Gleichfalls einen schönen Sonntag
Jagdhund
@13: Angeber? Dabei habe ich noch nicht mal geschrieben, mit welchen netten Sopranistinnen ich schon im Bett war — bevor du das erste mal von ihnen in irgendwelchen Feuilletons gelesen hattest … Willste das hören?