Gegossenes Blei

Den täglichen Rückblick auf Interessantes und Abstruses aus der internationalen Medienwelt und Blogosphäre in Bezug auf die aktuelle israelische Antiterror-Operation "Gegossenes Blei" gibt's bei Helplev. Lesen!
18. Juli 2008

Die wahre Bestimmung

Schluss, Aus, Ente! Vorbei, zumindest für ein paar Tage, mit Islam, Klimawandel und Olmerts schlechten Geschäften. Urlaub, Gott, wie sieht so was aus? Und nun ab in die Berge. Nun, eigentlich bin ich ja ein Nordlicht ehrenhalber, sturmerprobt und dem Meer verbunden, aber diesmal geht´s in die Berge. Berge, das sind diese Auffahrunfälle der Erdgeschichte bei denen sich die Gegend, anstatt sich vor dem Auge des Betrachters auszubreiten zu - eben - Bergen türmt, die ihrerseits danach schreien, bestiegen zu werden. Auch mich hat dieser Ruf schon öfters erreicht und manchmal habe ich ihm - unbelehrbar - auch noch nachgegeben. Das Besteigen von Bergen hat den Nachteil, das es ständig aufwärts geht. Das hört sich zwar ganz gut an, ist jedoch, besonders wenn es unmotorisiert stattfindet, eine Plage! Man steigt also bergan, stundenlang, bergan, wie hoch - zur Hölle - ist dieser gottverdammte Hügel eigentlich? Endlich hat man den Gipfel erreicht, das, was auf der Zunge brennt ist nicht etwa ein Bonmot, sondern der Zigarettenkonsum der letzten Jahre, und während der entnervte Wanderer atemlos und mit leicht dämlichen Gesichtsausduck die letzten Meter im eleganten Kriechgang zurücklegt, fällt der Blick mit der Schwerkraft hinab ins Tal. “Gott, wie schön isses da unten” schiesst es einem durch den Kopf. Mittlerweile funktioniert die Sauerstoffversorgung des Gehirns wieder einigermassen und der Verstand meldet sich zu Wort: “wenns da unten so schön is, was steigste dann da rauf?” fragt er mit messerscharfer Logik, nicht ohne noch ein uncharmantes “Idiot” anzuhängen.
Und da steht man nun, der Blick streift über sommerlich kahle Schipisten, Raiffeisen-Lagerhäuser und mautpflichtige Alpenstrassen, und hier oben, wo der Blick so frei ist, angesichts all dieser alpinen Pracht, wird sich der Mensch seiner wahren Bestimmung bewusst! Und die meine lautet; ein Mensch wie ich gehört in´s Kaffeehaus!

Dieser Beitrag wurde von tankdriver am Freitag, 18. Juli 2008 um 22:33 Uhr veröffentlicht und unter Aus dem Irrenhaus, In eigener Sache abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.

Bisher gibt es 4 Kommentare zu “Die wahre Bestimmung”

  1. 1 bernd (Samstag, 19. Juli 2008; 09:19): 

    Aber wärst Du nicht da raufgekraxelt, wäre Dir die Schönheit da unten nicht bewusst geworden. Oder.

  2. 2 Jagdhund (Samstag, 19. Juli 2008; 09:41): 

    Alte Weisheit:
    Die Kirchen von außen, die Berge von unten, die Kneipen von innen.

  3. 3 Zitate! « abseits vom mainstream - heplev (Sonntag, 20. Juli 2008; 22:50): 

    […] Berge, das sind diese Auffahrunfälle der Erdgeschichte bei denen sich die Gegend, anstatt sich vor dem Auge des Betrachters auszubreiten zu - eben - Bergen türmt. tankdriver, Gegenstimme, 18.07.08 […]

  4. 4 Bert (Dienstag, 22. Juli 2008; 18:33): 

    Sehr gut geschrieben! Lesevergnügen pur!
    Danke!

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