Qualitätsjournalismus
Ausgewogen, objektiv, informativ und garantiert propagandafrei — das ist das deutsche zwangsgebührenfinanzierte Qualitätsfernsehen. Klassisches Beispiel: die gestrige Ausgabe von “Hart aber fair“ (*hüstel*), mit dem unvoreingenommenen Titel “Deutsch ist, wenn’s vom Kirchturm läutet — Wie angepasst müssen Zuwanderer sein?”
Eines der in der Sendung angesprochenen Themen: der politisch, weniger bei den Bürgern, umstrittene Einbürgerungstest. Dieser wurde auch einigen Teilnehmern eines Umzugs von Schützenvereinen vorgelegt, die — hoppala! — natürlich zu blöd waren, die Fragen korrekt zu beantworten. Das beweist, zumindest implizieren das ARD und WDR, dass selbst der autochthone Deutsche nicht fähig ist, diesen Test zu bestehen, er also von Grund auf unsinnig und kontraproduktiv sei.
Was die investigativen, linientreuen Qualitätsjournalisten der “Hart aber fair”-Redaktion aber leider nicht bedachten, ist, dass in Zeiten frei veröffentlichbarer und verfügbarer Informationen jeder Lug und Betrug und jede Zuschauermanipulation sehr schnell aufgedeckt werden kann. Schon blöd für verarschende Medienmacher, wenn sich verarscht vorkommende Beteiligte anschließend ungefragt ihre Klappe aufmachen und petzen gehen, wie z. B. Sebastian:
Schützen zu doof?
Guten Morgen,eine kleine Anekdote zum Schützenbeitrag in hartaber”fair”. Ich bin selbst Mitglied eines Schützenvereines und bin mit meinem Zug für die freundlich Dame durch das Bild marschiert. Wie ja nun gestern jeder sehen konnte, hat nicht einer der befragten alle Fragen beantworten können, was nach 3-5 Tagen Dauerfeiern nun auch kein Wunder darstellt.
Jedenfalls haben mein Zug und ich uns die Fragen auf dem Flipchart angeschaut und ausnahmslos JEDER konnte diese Fragen beantworten. Der Kameramann hat diese Situation nicht mitbekommen und später gefragt, ob die Moderatorin uns denn nicht auch fragen wolle, woraufhin sie wortwörtlich sagte: “Neee, die wissen das alles!”
Sehr schön, oder? Gezeigt wurden aber nur die, die es nicht konnten, weil es ja auch viel besser in das Konzept passt. Nun ja, somit kann sich jetzt ein jeder ein Urteil über die “FAIRness” von hartaber”fair” bilden. Für mich war das Ganze gestern auf jeden Fall ein Witz ohne gleichen.
Deshalb: traue keinem Journalisten und keiner sich noch so seriös präsentierenden Redaktion, schon gar nicht im deutschen öffentlich-rechtlichen “Qualitätsfernsehen”, dessen Macher in erster Linie parteibuchgesteuerte Informanten und Propagandisten sind und zudem weitestgehend treue Herolde linker Weltanschauung.
Anhand des Falles der aktuellen “Hart aber fair”-Sendung (aber nicht erst seit dieser) ist klar, wie verlogen Aussagen wie beispielsweise die von der GEZ zum Thema öffentlich-rechtlicher Rundfunk sind (Hervorhebungen von mir):
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Bundesrepublik Deutschland entstand aus der unmittelbaren historischen Erfahrung des Missbrauchs der Medien. In diesem Sinne wurde ihm vor allem der Auftrag zur Grundversorgung erteilt.
Dieser liegt insbesondere in der Sicherung der demokratischen Werte, der Ausgewogenheit der Berichterstattung sowie der Vielfalt und der Qualität der angebotenen Programminhalte. […]
Alles klar?
Nächstes Thema bei “Hart aber fair”? “Deutsches Fernsehen ist, wenn’s Grund auf stinkt — Wie verblödet müssen Zuschauer sein?”
BTW: Nicht, dass im deutschen Privatfernsehen nicht auch viel Mist vom Stapel gelassen wird; aber dort gilt per se der “heere” Selbstauftrag á la GEZ-TV nicht!
BTW2: Auch den Einbürgerungstest der USA bestünden viele Amerikaner unvorbereitet wohl nicht. Aber das ist auch nicht das Anliegen von Einwanderungstests. Und man kann wohl erwarten, dass sich jemand, der Bürger eines fremden Staates werden möchte, wenigstens einmal mit den grundlegenden Gegebenheiten dieses Landes intensiver beschäftigt. Aber gerade unsere muslimischen Möchtegern-Mitbürger haben das oft nicht nötig, denn die interessieren sich nicht für andere Kulturen, Gesellschaftsformen und Ideale ausser der islamischen und der ihres Herkunftslandes. Sie wollen letzten Endes ja nicht “assimilieren”, sich also in ein fremdes Land eingliedern, sondern mit ihrer Einbürgerung die Voraussetzungen für die Umformung des Gastgeberlandes nach ihren Prinzipien legen.
(Posting via PI)
Link zum Thema: Für “Hart aber fair” ist ein deutscher Kegelclub in Alanya dasselbe wie eine türkische Großmoschee in Köln
Dieser Beitrag wurde von Jürgen am Donnerstag, 04. September 2008 um 12:45 Uhr veröffentlicht und unter Lug & Betrug, Medienwelt, Germanyland abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.












wie wär’s mit einem Blogeintrag, wo Ross und Reiter solcher Schmierfinkenbeiträge genannt werden? “Gesicht zeigen” predigen die doch immer, sorgt dafür, dass das “Gesicht” der Beitragsmacher gezeigt wird!
Nichts dagegen. Aber ausser dem Reaktionsverantwortlichen Stefan Wirtz war da auf die Schnelle nichts rauszukriegen. Wenn Du mehr Infos hast (z. B. den Namen der von Sebastian erwähnten Moderatorin), dann gerne her damit.
Zwei paar Stiefel: 1. Dass öffentlich-rechtliche (und leider auch viele finanziell unabhängige private) Medien, gerne die Wahrheit nahc gewissen ideologischen Kriterien zurechtbiegen, hat man nun schon öfters erlebt. Das ist zu kritisieren, wie auch der gesamte GEZ-Apparat und die arroganten Gebührenerhöhungsforderungen mancher öffentlich-rechtlichen Medienfunktionäre.
2. Die Einbürgerungstests, die ich bisher gelesen habe, sind teilweise voller für solch einen Test unsinniger Fragen, die auch viele Deutsche nicht beantworten können und auch meiner Meinung nach gar nicht beantworten können müssen. Da werden auswendig gelerntes Spezialwissen und regionale Spezialitäten abgefragt, die bei der Integration von Einwanderungswilligen nicht helfen.
Verbindliche Sprachkurse, Bekenntnis zum Rechtsstaat und grundlegende Kenntnisse über deutsche und europäische Kultur wären hier sinnvoller als auswendig lernen von Spezialwissen.
Es ist doch vollkommen egal, wieviele Deutsche, vorbereitet oder nicht, einen solchen Test bestehen würden. Einwanderer stehen in einer Bringschuld und wenn ein Universitätsabschluss notwendig wäre, um einen solchen Test zu bestehen, ginge das auch okay.
Nachdem ich den abstrusen Test gesehen habe, kann ich nur sagen: Es wäre schön einen Test zu machen, der ein wenig über der Erkenntnis, dass es 16 Bundesländer gibt, hinausgeht. Wenn ich das schon sehe, 17 von 30 Fragen müssen korrekt sein, Fragenpool ist bekannt und besteht aus ganzen 300 Fragen, Test kann beliebig wiederholt werden, was ein Witz.
[…] Schreibt die FAZ. Und passt ins Bild. […]
[…] Ach, was sind die zwangsfinanzierten Qualitätsmedien doch toll! Nur sie sind objektiv, sie haben keinerlei Agenda außer dem hehren Erziehungsauftrag (psst: Das ist nicht offiziell! Aber intern hat es jeder verinnerlicht!) und keiner kann ihnen das Wasser reichen. Vor allem nicht in Sachen Objektivität. So, wie diese Woche bei „hart aber fair“. […]