Exhibitionierte Stupidität
Der Spiegel freut sich:
Läster-Blogger entdecken Sarah Palin
[…] Da Palin erst seit knapp zwei Jahren Gouverneurin von Alaska ist und sich außenpolitisch nicht profiliert hat, bieten sich derzeit Tausende im Internet als bessere Stellvertreter eines denkbaren US-Präsidenten John McCain an: “Ich habe in Vorbereitung auf eine Paris-Reise ein paar französische Sätze einstudiert …und damit bin ich Palins außenpolitischer Erfahrung um Meilen voraus”, schreibt Matt Eichstedt aus Chicago im Facebook-Forum mit dem Namen “Ich habe mehr außenpolitische Erfahrung als Sarah Palin”.
Griffin DuBois aus New York macht geltend, er wohne über einer griechischen und bald neben einer ägyptischen Familie und sei damit weltgewandter als Palin. “Ich hab’ vor kurzem chinesisches Essen gegessen, was mich zu einem Experten in den Beziehungen zwischen den USA und China macht”, wirbt Forums-Besucher Ed Rooney für sich.
Bis Freitag waren schon 24.000 Nutzer der Facebook-Gruppe beigetreten, die der Washingtoner Student Timothy Goyder gegründet hat. Darin lästern die Teilnehmer, mit ihren 44 Jahren habe Palin gerade mal drei fremde Länder besucht - und ihren Reisepass habe die Konservative erst im vergangenen Jahr bekommen. Facebook-Mitglied Matt Utterback aus Philadelphia hat eine einjährige Tochter, deren Reisepass nur vier Monate jünger ist als der von Sarah Palin.
Donna J. Fisher aus Pittsburgh hat schon mal “Risiko” gespielt, und Andrew Weems aus New York mag die Beatles. “Weil sie so, ähm, ausländisch sind” - alles Qualifikationsmerkmale, finden die hämischen Palin-Kritiker.
Die zweijährige Tochter von Kim Woods aus Oklahoma nimmt an einem zweisprachigen Kinderprogramm in der Agentur zur Entwicklung der Latino-Community teil: “Sie hat mehr außenpolitische Erfahrung als Palin.” […]
Ich freue mich auch, denn diese Schwätzer merken scheinbar gar nicht, dass sich ihre Häme geradezu gegen ihren Ikonen-Heiligen Obama wendet, der bekanntlich nicht Vize President werden, sondern den Oberboss geben möchte. Das ist in dem Fall noch viel schlimmer, denn mit welchen aussenpolitischen Erfahrungen kann der denn trumpfen? Ach so, ja, er hat eine kenianische Mutter. Großartig!
Und sonst? Das Duo Obama/Biden hat in seinem politischen Leben bisher noch nichts bewerkstelligt, ausser ein paar Sekretärinnen, Praktikanten und Referenten zu führen. Darüber hinaus bereichert zumindest Obama das Land eher durch seine körperliche Anwesenheit statt durch politische Profilierung und Überzeugung:
Obama soll sich bei Abstimmungen während seiner Zeit als Abgeordneter des Senats von Illinois 130 Mal der Stimme enthalten haben, darunter zu wichtigen Themen wie Abtreibung – für seinen politischen Gegner ein klarer Beweis für Unentschiedenheit, Zögerlichkeit und der Angst, klare Positionen zu beziehen. (Quelle)
Oder hier:
Aber wer weiß eigentlich hier in Deutschland, daß sich Herr Obama in seiner politischen Vor-Wahlkampfzeit seit 1996 (d.h. sowohl auf den Landessenat Illinois als auch auf Bundesebene bezogen) bei gut 60% (!!!) aller Abstimmungen enthalten hat?
Diese Angabe entstammt zwei Ausgaben des The State Journal-Register, Springfield/Illinois, ca. Anfang d.J. und gleichlautend aus The Journal, University of Illinois at Springfield, aus der gleichen Zeit. Ein amerikanischer Freund hatte mir die entsprechende Ausschnitte übermittelt. Das ist ein politischer Bankrott, den man, wenn man will, natürlich schönreden kann. Am Umstand ändert das nichts. (Kommentar von Werner Ulrich)
Und Palin? Palin hat drei korrupten Bonzen ihrer eigenen Partei das Handwerk gelegt, maßlose Steuerverschwendung gestoppt und führt einen Bundesstaat mit 25000 Angestellten (Zitat Steinhöfel).
Dass alleine deswegen Palin gegenüber Obama die qualifiziertere und erfahrenere Präsidentin wäre, muss aber den “Left Trash” in den Staaten vom hohlen Bashing und der Exhibition ihrer Stupidität nicht abhalten.
Autor: Jürgen | Abgelegt unter Left Trash, USA
7 Kommentare . .

Was glauben solche Menschen denn, was sich ändert, wenn sie Begriffe und Wörter umbenennen? Ist das Problem damit vom Tisch? Oder ist es nicht vielmehr so, dass solcher Neusprech entweder dafür sorgt, dass ebensolcher niemals Eingang in die Alltagssprache findet (weil er schlicht zu dämlich = am Alltag vorbei gehend ist), oder — was eher wahrscheinlich ist — die umgedeutetenden Begriffe trotzdem “diskriminierend” verwendet werden? Vor allem dann, wenn klar wird, dass hinter all dem die Verarsche der politisch korrekten Gutmenschen steckt?










