Aha, der FDP-Typ, der sich eben noch anmaßte, bereits designierter Inegrationsbeauftragter für den Freistaat Bayern zu sein, dürfte es nach seinen Äusserungen nun wohl doch nicht werden. Die CSU-Fraktion erklärt zu dem Aufschneider:
Karl Freller: Äußerungen des Abgeordneten Barfuß zur Scharia inakzeptabel – Künftiger Integrationsbeauftragter wird von Staatsregierung ernannt
Als „vollkommen inakzeptabel“ hat Karl Freller, stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion, die Äußerungen des FDP-Abgeordneten Georg Barfuß zur Anwendung der Scharia in Bayern zurückgewiesen. Barfuß hatte erklärt, Teile der Scharia könnten auch hierzulande angewandt werden. „Damit stellt Herr Barfuß unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung auf den Kopf“, sagte Freller. „Dies ist nicht unsere Vorstellung von ‚Leben und leben lassen’“. Freller forderte eine klare Abgrenzung von der Scharia, und zwar nicht nur von der Todesstrafe, dem Abhacken der rechten Hand oder der Steinigung; „Auch vermeintlich zivile Bestimmungen dieser Rechtsordnung wie Vielehe und die Benachteiligung der Frau im Erbrecht sind für uns inakzeptabel“, so Freller. „Nur durch eine klare Abgrenzung von solchen Gesetzestexten können Muslime sich wirklich in das Wertesystem unserer Gesellschaft integrieren.“
Barfuß hatte auch die Notwendigkeit christlicher Kirchen in der Türkei in Frage gestellt, weil es dort angeblich keine Christen gebe. „Das Gegenteil ist der Fall“, betonte Freller. „Es ist unstrittig, dass in der Türkei eine christliche Minderheit existiert, die in ihrer Religionsausübung massiv behindert wird.“ Der CSU-Politiker Freller sprach sich für mehr Religionsfreiheit in der Türkei aus.
„Völlig aus der Luft gegriffen ist die Behauptung von Herrn Barfuß, er sei künftiger Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung“, stellte Freller klar. Über Personen hätten die Koalitionspartner in dieser Frage überhaupt noch nicht gesprochen. Es sei nur festgelegt – auf Seite 66 des Koalitionsvertrages –, dass die Koalitionäre einen Integrationsbeauftragten der Staatsregierung berufen werden.
Somit dürfte sich Barfuß selbst in die Wüste geschickt haben, was ich nicht nur wegen seinen Scharia-Äusserungen in keinster Weise bedauere. Die Geisteswelt hatte am Montag eine kurze Recherche über den Mann gestartet und dabei einige hochinteressante Einblicke in das eingebildete, selbstverliebte, überhebliche, inkompetente Wesen dieses Mannes zu Tage gefördert. Ein echter eye-opener, der Auszug aus dem schwäbischen Oppositionsblatt NEUES SCHWABEN vom April 2004:
Überfremdungsfanatiker Barfuß (CSU) in Lauingen abgewählt!
Moschee-Bürgermeister von den Bürgern mit 63,2 Prozent aus dem Amt verjagt
Lauingen (hm) - Nach 18 Jahren Amtszeit darf sich der berüchtigte Moscheebefürworter Georg Barfuß nach einer neuen Beschäftigung umsehen. Sein SPD-Herausforderer Wolfgang Schenk erhielt fast 2/3 der abgegebenen Stimmen und sorgte damit bei politisch unbedachten Bürgern für eine Sensation.
Georg Barfuß (CSU) wurde einer breiten Öffentlichkeit zum ersten Mal Mitte der neunziger Jahre bekannt, als er sich als Bürgermeister der schwäbischen Kleinstadt Lauingen massiv für den Bau einer orientalischen Moschee einsetzte.
Welche Gründe den christlich-sozialen Politiker dazu bewogen so zu handeln, ist für viele Bürger immer noch ein Rätsel. Tatsache ist jedoch, daß attraktive türkische Damen und finanzstarke türkischen Geschäftleute in der deutschen Bevölkerung Lauingens immer wieder Anlässe zu Spekulationen und Gerüchten gaben.
Barfuß entwickelte sich mit den Jahren zu einer Art Handelsvertreter in Sachen Moscheebauten. Überall wo türkische Gastarbeiter glaubten mit einem Moscheebau ihre Macht demonstrieren zu müssen, sprang ihnen Georg Barfuß hilfreich zur Seite.
Ob in Wertingen, Thannhausen oder erst kürzlich in Augsburg, Georg Barfuß war überall dabei, wenn es um die Ausbreitung des Islams ging. Besonders abstoßend ist seine Art gegenüber Bürgern, die in der multikulturellen Gesellschaft eine Gefahr sehen. Er versucht sie als sogenannte Rechtsextremisten zu stigmatisieren und so einer unangenehmen Diskussion aus dem Weg zu gehen.
Legendär war auch der Auftritt von Barfuß in der Sendung „quer“ im Bayerischen Rundfunk mit dem weltweit anerkannten Islamexperten Peter Scholl-Latour. Dort erdreistete sich der mit einer wirklich beneidenswerten Intelligenz ausgestatte Barfuß Scholl-Latour mehrfach über die „wahren“ Ziele des Islams aufzuklären. Scholl-Latour erkannte aber wohl sehr schnell, was hinter dem „gerne-groß“ Barfuß steckt und ignorierte diese Person als solches ganz einfach.
Mit seiner Abwahl erhielt Barfuß nicht nur die Quittung für seine politische Instinktlosigkeit, sondern auch für seine unglaubliche Überheblichkeit, die fürwahr narzisstische Züge trug. So machte er der SPD vor Beginn des Wahlkampfes den Vorschlag, sie möge doch auf einen eigenen Kandidaten verzichten, da dieser ja sowieso keine Chance gegen ihn haben werde und dies eh nur Zeit- und Geldverschwendung sei. Im Gegenzug wäre er bereit schon nach vier Jahren, anstatt nach sechs Jahren aus dem Amt zu scheiden.
Auch nach seiner Niederlage vermochte Barfuß sich nicht zu mäßigen. So prophezeite er, daß man ihn sehr bald vermissen werde, was immerhin weit über 60 Prozent der Bürger nicht so sahen. Wohl nur bei den türkischen Gastarbeitern herrscht Tristesse. Sie gaben dem Nachfolger sogleich den Rat sich am Stil seines Vorgängers zu orientieren.
Auch seine Begründung für die Niederlage, daß nämlich die Stadt Lauingen für einen Mann wie ihn einfach zu klein ist, zeugt ebenfalls von absoluter Realitätsferne.
Wer jedoch geglaubt hatte, daß mit seiner Abwahl das Kapitel Georg Barfuß geschlossen sei, wird sich wohl leider täuschen. Er werde sich auf gar keinen Fall zur Ruhe setzen, so der O-Ton des Geschaßten.
Die Redaktion von „Neues Schwaben“ hätte da ein paar reizvolle Aufgaben für den ruhelosen Barfuß. Wie wär`s denn mit dem Bürgermeisterposten in Bagdad oder Kabul. Auch im sunnitischen Falludscha wäre da noch der Posten frei. Dort könnte Barfuß seine gewonnenen Erfahrungen mit dem Islam an den Mann bzw. natürlich an die Frau bringen. So etwas verkauft sich im Irak und in Afghanistan sicher wie „geschnitten Brot“. Gute Reise Georg wünscht da „Neues Schwaben“.
Alles klar? Wundert es einen angesichts einer solch schizophrenen Persönlichkeit noch, dass diese sich schon als Integrationsbeauftragter Bayerns sah? Aber damit ist es — ich wiederhole mich — ja nun Gott sei Dank vorbei. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Narr politisch noch ein Bein auf den Boden kriegt. Der Spiegel schreibt:
Der CSU-Landtagsabgeordnete Karl Freller sprach sich aufgrund der Äußerungen von Barfuß gegen dessen mögliche Berufung zum Integrationsbeauftragten der neuen Staatsregierung aus.
Das kann ich aus der Pressemeldung der CSU zwar nicht direkt herauslesen, aber vielleicht hat der Spiegel ja noch andere Quellen.
Noch ein Detail, quasi als Nachtrag zu meinem ersten Beitrag über Georg Barfuß, auf das ich heute in der Süddeutschen gestoßen bin:
Der FDP-Landtagsabgeordnete Georg Barfuß, der früher lange Jahre für die CSU in der Kleinstadt Lauingen Bürgermeister war, hatte der Süddeutschen Zeitung gesagt: “Wo sich die Scharia mit dem Grundgesetz als kompatibel herausstellt, soll sie in Bayern erlaubt sein.” Der Verfassungsschutz müsse im Einzelfall prüfen, ob ihre Regelungen mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Auf Nachfrage konnte Barfuß aber nicht genauer erklären, welche Teile der Scharia er meinte.
Da bestätigt sich doch wunderbar, was ich schrieb:
Wie kann ein “Integrationsbeauftragter” wissen, wo die Scharia mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland kompatibel ist, wenn es ihm doch egal ist, was in ihr steht? Ist das die Art von Sachkompetenz, die man als “Integrationsbeauftragter” mitbringen muss?