Taxischein meets Wirtschaft
Bis ziemlich genau vor 5 Minuten dachte ich ja, dass ich mir in den Medien bisher ein recht fundiertes Bild über die Meinungsmache bezüglich der Schichteneinteilung unserer Gesellschaft gemacht hätte. Auf der einen Seite wären die armen, bedauernswerten Hartz4ler und auf der anderen Seite die bösen Beschwörer der sozialen Kälte - im Volksmund auch Topmanager genannt.
Und vor mittlerweile genau 7 Minuten brach sie zusammen: diese übersichtliche und vereinfachte Weltanschauung, die ich doch aus den Medien so gewohnt war, die mittlerweile schon zum Standardprogramm der Gesellschaftskritik gehörte und die so sicher in den Nachrichten auftauchte, dass auch ich mal erfolgrich in die Zukunft sehen konnte. Und jetzt ist alles kaputt, zumindest, wenn man folgendem Artikel größere Bedeutung schenkt:
“Wie die Mittelschicht die Krise ausgelöst hat” schreibt welt.de. Da haben sich doch tatsächlich Soziologen (dass sind die, die als Altersvorsorge einen Taxischein machen) bei einem Kongress zusammengefunden. Und dort haben sich tatsächlich einige Gedanken über die Wirtschaft gemacht. Was dabei herausgekommen ist, lest Ihr am besten selbst, das ist einfach zu herrlich. Bisher dacht ich ja immer: Mh joa, über dir, diejenigen, die die Kohle scheffeln bis der Arzt kommt, unter dir, die die keine haben und die du dann unterstützen musst (was ja erstmal auch vollkommen ok ist). Mit anderen Worten: als Mitglied der Mittelschicht kann man so schnell nichts falsch machen. Aber weit gefehlt!!!! Wir sind es! Die Mittelschicht, die Leistungsträger, diejenigen, die den Sozialapparat in Schwung halten. Wir sind die eigentlich Gierigen, die das große Schwert des Geldes in das Herz des Kapitlismus geschlagen haben. Wie bitte? Im Laufe der letzten Tage erinnerte ich mich eine Fabel des Aesop. Da gab es mal eine Gans, die jeden Tag ein goldenes Ei legte. Ihr Besitzer wurde reicher und reicher. Aber eines Tages wurde die Gans von ihrem Besitzer geschlachtet, weil er in der Gans eine großen Klumpen Gold vermutete, aber da war nix, leider.Und so hatte er gar nichts mehr, auch keine goldenen Eier. So, und nun fragem wir uns: mit wem würdem an diesen Mann in Verbindung bringen? Mit dem Mittelständler, der lediglich versucht, das beste aus dem herauszuholen, was er erwirtschaftet hat(passend dazu siehe Link unten) oder dem gierigen Banker, der vom eigenen Ehrgeiz und der Chefetage zu immer neuen Renditesteigerungen getrieben wird, egal wie es dem “Opfer” geht.
Ich lasse das einfach mal so stehen und würde den weitsichtigen Soziologen gerne noch eine Lektüre empfehlen, nämlich die dieses Artikels.
Euer Jack
Dieser Beitrag wurde von Jack D. Anderson am Samstag, 11. Oktober 2008 um 04:24 Uhr veröffentlicht und unter Aus dem Irrenhaus, Wirtschaft & Finanzen, Gesellschaft abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.












Ich glaube wir sollten anfangen zu sparen, indem wir keine Soziologen mehr beschäftigen und bezahlen. Die Mittelschicht als einziger echter Leistungsträger der Gesellschaft soll es gewesen sein. Eine Frechheit sonders gleichen so etwas zu behaupten.
Politiker und geldgeile dumme Manager sind die verantwortlichen.