Liebe Extremisten der Mitte,
ich möchte mich gleich vorneweg entschuldigen, ich habe Überzeugungen. Das sollte man heute nicht mehr haben. Ich bin ein Gesinnungsethiker. Das sollte man heute nicht mehr sein. Ich ginge lieber mit 5% der Stimmen nach Hause als mit 40% oder 50%, weshalb ich wahrscheinlich auch nicht in der Politik bin. Wäre ich allerdings in der Politik, ich wäre ein “Populist”! Ein “Rechtspopulist”, gewiss! Weil ich dem dumpfen Pöbel aus dem Herzen spräche… diesen 5%.
In der Mitte liegt das Glück, nicht wahr? Die Mitte findet ihr Selbstbewußtsein in der Zusammenführung vieler verschiedener Ideen zum Optimum. Die reine Lehre wird als randständig abgelehnt. Für mich klingt das wie eine Chemotherapie, der Globuli beigemischt werden, weil ja alle irgendwie recht haben. Und ein bisschen Islam würde uns auch ganz gut tun! Die wählen ja schließlich auch und wir haben Religionsfreiheit… nur nicht für Scientology, denn die sind gefährlich, nicht wahr? In der Mitte liegen die Wählerstimmen! Ihr Populisten! Und die Mehrheit der Wähler hat immer Recht, nicht wahr?
Früher dachte ich mal, es ginge darum eine Mehrheit der Menschen zu überzeugen. Heute höre ich, wie jedermann seine Politik “neuen Realitäten” anpasst. Das traditionelle Konzept “Familie” wird beispielsweise verworfen, gibt es doch einfach nicht mehr genug, die einem die Macht erhalten. Heute überzeugt die Mehrheit die Politik. Nun mag man mir vorwerfen, daß eben dies doch der Kern der Demokratie wäre! Nur wenn jeder auf “die Mehrheit in der Mitte” schielt, wie kann es dann noch zu einem Wettstreit verschiedener Ideen kommen?
Ihr Extremisten der Mitte verwässert alles bis zur Unkenntlichkeit. Ihr Zentralradikalen merkt aber nicht, daß die 68er in Erziehung, Medien und Justiz einen “feinen” Job gemacht haben und noch immer machen, die “Mitte” nach links zu verschieben. Niemand stellt sich dieser Entwicklung entgegen. Neben linkslastigen Institutionen spielt die Vergangenheit dieses Landes eine Rolle. Aber nur bis 1945. Die Diktatur danach kann man augenscheinlich getrost vernachlässigen. Sollte man nicht, tut man aber. ”Nie wieder” heißt die fraglos richtige Lehre! Aber was eigentlich? Nie wieder “rechts”! Und was “rechts” ist, das definiert man dank 68ern in Medien, Bildung und Justiz links von der Mitte, was eine immer weiter nach links driftende “Mitte” zu Folge hat. Ihr Extremisten der Mitte verteidigt nicht die “Mitte”, ihr haltet naiv aber willig den Steigbügel der Multikulti-Sozialisten!
Nazi ist heute jeder, der es wagt, nicht kritiklos vor dem Altar eben dieser Ideologie zu knien. Wer es wagt anzumerken, daß manche Kulturen sich ausschließen und zwangsläufig am Ende eine weichen muss,wird eben zum Nazi, gerne auch Rassisten. Man kann Dinge, die sich widersprechen nicht zu einem verschmelzen. Es gibt keine Mitte in diesen Fällen. Man braucht weder national so sozialistisch zu sein, um heutzutage aufgrund der ”Lehren aus der Geschichte” verschmäht zu werden. Man kann auch fest an der Seite der USA und Israel stehen und den Kapitalismus anhimmeln und wird dennoch mit den Nazis verglichen. Mir ist sehr wohl bewußt, daß vermutlich eine Minderheit derer, die seit einiger Zeit geschickt aus dem demokratischen Spektrum herausdefiniert werden, es mit den USA und dem Kapitalismus so halten wie ich, aber ich steck mit ihnen im selben Sack.
Dank dieser Entwicklung ist alles, was früher mal die Mitte war, heute rechtsaußen des demokratischen Spektrums. Alles andere ist rechtsradikal, rechtspopulistisch oder rechtsextrem. Die Linksextremen, Linkspopulisten und Linksextremen hingegen bilden heute den linken Rand des ”einwandfrei demokratischen” Spektrums. Schaut man sich das Wahlprogramm der “demokratischen Linken” mal an, kommt man schwerlich umhin, festzustellen, daß Teile kommunistischer, aber auch nationalsozialistischer Politik ihr Comeback mitten ins ”demokratische Lager” geschafft haben. Ist es das was Ihr als Politik der Mitte versteht? Zumindest ist es das, was Ihr uns als Politik der Mitte verkauft!