Sensationen sehen anders aus…
Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an Paul Krugman.
Ob seine Forschungen ähnliche Bedeutung hatten wie zB die von Harry Markowitz zur Portfoliotheorie oder die Robert J. Aumann und John Forbes Nash Jr. zur Spieltheorie, mögen Fachleute beurteilen.
Entlarvend war in oben verlinktem Artikel allerdings ein Satz: “Er gilt als Kritiker der Politik von George W. Bush.”
Das wog für das Nobelpreiskomitee am Ende wohl schwerer als jede fachliche Qualifikation…
Dieser Beitrag wurde von Gegenstimme am Montag, 13. Oktober 2008 um 14:20 Uhr veröffentlicht und unter Aus dem Irrenhaus, Wirtschaft & Finanzen abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.












Der Nobelpreis ist eine Farce. Egal welcher.
Für den Literaturnobelpreis habe ich ein Anforderungsprofil erarbeitet. Der Bedachte
- ist schwul/lesbisch/bi oder transgender
- war jahrelang Mitglied in der Kommunistischen Partei (und ist irgendwann aus PR-Gründen ausgetreten)
- hat in seinen/ihren Büchern Religionsgemeinschaften (mit 99% Wahrscheinlichkeit die Katholische Kirche) und ihre Lehren angegriffen
- hat in seinen/ihren Büchern detailliert und wertfrei sexuelle Perversitäten geschildert
- hat in diversen Medien gegen George W.Bush gehetzt
Bislang habe ich im Regelfall Recht behalten - zumindest 2 oder 3 der aufgezählten Punkte waren fast immer erfüllt…
Dass die deutschen Qualitäts-Onlinepressepraktikanten ihm sofort zwanghaft und reflexartig als “Bush-Kritiker” plakatieren mussten (SPON hatte das zuerst und von Anfang an in der Headline, die anderen haben dann innerhalb einer Stunde alle nachgezogen), muss doch nicht unbedingt heißen, daß er auf seinem Fachgebiet nix taugt oder er nur deshalb den Nobelpreis bekommen hat.
Ich versteh zwar selber absolut nix von Economics, hab aber eher das Gefühl, daß der Mann, sebst wenn er Kritiker der Bush-Economics ist, hier einfach und bequem für die tägliche Breitseite Antiamerikanismus missbraucht wird.
(S’ gab anscheined heut keine neuen “Enthüllungen” über Sarah Palin…)
@ Kurosuke
Wieviele Nobelpreisträger hat es in den letzten Jahren denn so gegeben, die ausgesprochen Bush-feindlich waren in Relationen zu denen, die es nicht waren? Hat es überhaupt einen gegeben, der Pro-Bush war?
Kann ich wenig zu sagen, ich interessiere mich für die politische Gesinnung der Preisträger eigentlich meistens nicht so besonders, und so großartig in der Auswirkung auf die Weltmeinung ist ein Nobelpreis schließlich auch nicht.
Mich nervt nur, wie geradlinig z.B. SPON diesen politischen Aspekt ausschlachtet.
Gegenfrage: Verstehst Du den Nobelpreis für Paul Krugman als Anti-Bush-Statement?
Ich verstehe fast alles was der Nobelpreiskomittee macht als Anti-Bush-Statements. Vielleicht bin ich überempfindlich, aber in den letzten Jahren war der Nobelpreis sehr oft mit Anti-Bush-Statements verbunden. Du magst das anders wahrnehmen.
Die andere Wahrnehmung mag daran liegen (abgesehen davon, daß ich mich vermutlich weniger als Du mit den einzelnen Preisträgern beschäftigt habe), daß ich nie ein sonderlich großer GW Bush-Anhänger war…
ich hätte z.B. damals lieber Al Gore als GWB im Amt gesehen…
hm, das hätte uns zumindest diesenn 2007er-Friedensnobelpreis erspart, den ich auch ziemlich daneben fand…
Der Tag der Wiederwahl von George W.Bush war einer der Schönsten, die ich je erlebt hatte. Wenigstens einmal die Genugtuung, dass ein anständiger Mensch mit sauberen Ansichten Präsident des wichtigsten Landes der Welt werden kann.
Aber zurück zum Thema: Je mehr man über den Preisträger erfährt, umso mehr geht uns allen ein Licht auf.
Eigentlich eine Entwürdigung aller Nobelpreisträger, die wirklich etwas leisten mussten, um diese Auszeichnung zu bekommen, wie zB Markowitz, von dessen Portfoliotheorie man wirklich einen Nutzen hat.
Jetzt reicht es, gegen Bush zu sein, um so was zu kriegen…
Ich frag mich nur, was die alle machen werden, wenn ihnen am 20.Januar ihr Feindbild abhanden kommen wird.