Vom Barte der Proleten und von 200 dressierten Flöhen
Zugegeben, die Meldung vom 15.10.2008 ist nicht mehr ganz frisch, aber ich bin heute erst darauf aufmerksam geworden. Mein Lieblingspolitiker führt uns wieder Zivilcourage im Kampf gegen faschistoide Ideologien vor, böse Rechte kommen zur Besinnung und die Welt ist wieder schön bunt:
Wenn am Donnerstag ein Herr mit Bart und Turban im Berliner Bezirk Pankow auftaucht, dann wird er zwischen einem Fischgroßmarkt und einer Autobahnzufahrt auf einen anderen Herrn mit Bart stoßen. Der erste Bärtige heißt Hadhrat Mirza Masroor Ahmad und ist der fünfte Nachfolger des “Verheißenen Messias”.
Der zweite Bärtige heißt Wolfgang Thierse ist kein Heiliger, gibt sich aber gern etwas pastoral und will eine Prozession von 200 Festgästen anführen, die sich aus dem Bundestag, dem Senat, allen demokratischen Parteien und diversen Religionsgemeinschaften auf den Weg gemacht haben, um für Toleranz zu werben. In Pankow wird die erste Moschee Ostdeutschlands eröffnet, eine umstrittene Angelegenheit.
Ist das nicht ein süßes Bild ? Eine Prozession aus dem Herzen unserer Demokratie, angeführt vom Hohepriester, der sonst im Allerheiligsten unseres Demokratietempels seinen Dienst tut, pilgert einem neuen „Messias“ entgegen, der eine Ideologie repräsentiert, die mit unseren Werten, der Demokratie und dem Grundgesetz nicht vereinbar ist, und ruft heldenhaft zur Toleranz gegenüber dieser Ideologie auf! Im Gefolge 200 dressierte Repräsentanten aller Gruppen unseres Volkes um dem fremden „Messias“ ihre Huldigung zu erweisen!
Kein Berliner Moscheebau hat für so scharfe Debatten gesorgt wie der im einstigen DDR-Funktionärsrefugium Pankow. Als 2006 bekannt wurde, dass die islamische Ahmadiyya-Gemeinde hier ein Gebetshaus errichten will, mit weißer Kuppel und Minarett, formierte sich ein Bündnis der Empörten.
Ein Bündnis der Empörten gegen ein Gebetshaus? Nein wie lächerlich aber auch !
Nachbarn fanden, Kopftuchfrauen und Extremisten hätten nichts verloren im Kiez. Es wohne doch kein einziges Gemeindemitglied dort, argumentierte der Anführer einer Bürgerinitiative. Atheisten und Christen kämpften fortan gegen die Fremdgläubigen, unterstützt vom damaligen Kreischef der CDU und der NPD.
„Kopftuchfrauen und Extremisten“ in einen Topf werfen ? Wie ungerecht! „Atheisten und Christen“, also religiöse Fanatiker, kämpften fortan gegen die „Fremdgläubigen“, weil sie einfach nicht ertragen konnten, dass es Menschen gibt, die etwas anderes glauben als sie! Und die CDU stand mit der NPD auf einer Stufe!
Auch bei der Eröffnung wollen die Moschee-Gegner für Stimmung sorgen - ohne NPD, die hat ihre Demo kurzfristig abgesagt.
Wahrscheinlich hat ihnen jemand verraten, dass der Islam zu ihren strategischen Freunden gehört.
Die Pankower CDU hat entschieden, das Bündnis “Wir sind Pankow - tolerant und weltoffen” zu unterstützen und mit einer Anwohnerinitiative für Religionsfreiheit zu demonstrieren. Dass die CDU die Marschrichtung ändert, liegt auch daran, dass sie seit einer Weile einen neuen Kreisvorsitzenden hat. Peter Kurth, früher mal Finanzsenator, gehört in seiner Partei zur Diaspora derer, die für Pluralität kämpfen.
Sind das Wendewendewendehälse ? Und wer gegen islamische Welt-Eroberungssymbole ist, der ist gegen Pluralität?!
Autor: Heinz | Abgelegt unter Ratiophobie, Polemik, Realsatire, Islamkritik
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