Die deutsche Presse und Obama
Wir schreiben den 24. Oktober 2008, bald sind US-Wahlen. N-tv bringt die Sensationsmeldung, daß die New York Times Obama empfiehlt. Ach was? Das ist in etwa so überraschend wie, daß Sean Hannity oder Rush Limbaugh sich für McCain aussprechen. Bill O’Reilly schrieb mal in seinem Buch “Culture Warrior”:
The Times employs four columnists who utterly despise the Bush administration: Maureen Dowd, Paul Krugmann, Bob Herbert, and Frank Rich. In the year 2005 and the first two weeks of 2006, these individuals filed an astounding 149 columns lambasting the Bush administration; that was 47 percent of their entire work output. I mean, how much loathing do you need? The Times should just put up a daily headline on its op-ed page: “WE HATE BUSH.” Why bother with repetetive analysis?
Aber n-tv hält die Wahlempfehlung für etwas besonderes und verliert kein Wort über die Ausrichtung der Zeitung. Viel erschreckender als die völlig irrelevante Empfehlung der NYT finde ich allerdings die Zahlen, mit denen n-tv hantiert:
Laut einer neuen Umfrage im Auftrag von “NYT” und dem Fernsehsender CBS sank Obamas Vorsprung in der Wählergunst aber leicht auf 13 Prozentpunkte vor seinem republikanischen Gegner John McCain.
Das sind die einzigen Zahlen, die uns n-tv präsentiert. Was sagt uns die Seite sehr aktuelle Seite RealClearpolitics.com zum Stand der Umfragen am Freitag den 24. Oktober 2008?
National Tracking Polls
Reuters/Zogby: Obama +12ABC News/Wash Post: Obama +11
Rasmussen Reports: Obama +7
Gallup (Expanded): Obama +6
Hotline/FD: Obama +5
GWU/Battleground: Obama +4
Gallup (Traditional): Obama +4
IBD/TIPP: Obama +1
Der Vorsprung im Durchschnitt aller Umfragen ist 7,5 Prozentpunkte für Obama. Ich sage nicht, daß es gut aussieht für McCain, aber ich sage, daß die Mainstreammedien keinerlei Interesse mehr haben, zu informieren. Wer sich ein bisschen selbst informiert, der fühlt sich nur noch verarscht. Ich will aber mal wieder mit einer hoffnungslosen Nachricht enden. Was denkt Ihr, wer hat das Wahlergebnis vor der letzten Wahl am genauesten vorausgesagt?
Richtig, Investor’s Business Daily (IBD) (sie lagen nur 0,4 Punkte neben dem Endergebnis) und die sehen Obama momentan nur einen Punkt in Front…
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Also wenn McCain wirklich schaffen sollte, das am Wahltag noch umzudrehen, wird die linke Presse wahrscheinlich UNO und EU zur militärischen Invasion in die USA auffordern…
Schönes Wochenende Euch allen erst mal! *wink*
Schade, dass die NYT die Meinung von 80% der befragten Amerikaner teilt, die Bush eine negative Note erteilt haben.
Aber das sind bestimmte keine echte Amerkikaner…
Richtig Ralphieboy, deshalb wurde Bush auch wiedergewählt, weil seine Zustimmungsraten schon immer so waren…
@Sir Winston
Manche lernen es nie. Vielleicht lernt er in der Baumabendschule mal: 80% der befragen Amerikaner != 80% Amerikaner
Ansonsten macht man Programm für die Zuschauer und sichert Einschaltquote. Same game… Ansonsten wie bei Deinem Kollegen Paul: LOL
@ S1IG
Die Paulizei von NBFS? Bei dem bin ich doch schon lange in der Nazi-Kartei, ich glaube nicht, daß der mich als Kollegen sieht.
Aber schön, daß Du Dich wieder ab und an hier rumtreibst!
Warst lange weg!
Die NY Times steht kurz vor der Pleite, wenn ich nichts mißverstanden habe. Und was die Washington Post angeht, so habe ich bei meinen Recherchen gesehen, wie sie zur Zeit der Vorwahlen auf Obama und seine Lügen einschlug. Jetzt war sie wohl die erste Zeitung, die dort den Löffel abgab und sich als freiwilliges Agitprop outete. Aber aus dem Spiegel habe ich gelernt, daß es in den USA Tradition sei, daß die Medien Wahlempfehlungen abgeben.
Wer hätte es gedacht, daß ich meine alten Studien von vor vierzig Jahren über die sozialistischen Medien heuer so gut für die westlichen gebrauchen kann. Diese Medien informieren nicht, sondern sie agitieren und propagieren, und hin und wieder organisieren sie die Massen auch - ganz wie Wladimir I. Lenin es verlangt hat.
@Gudrun
Ganz pleite noch nicht - der Trend geht aber dahin…
@Sir Winston
Drop me a mail!
[…] ha, das, meine lieben Qualitätsjournalisten, ist keine Trendwende sondern seit Wochen Realität. Trotzdem dankt man für die ausnahmsweise mal ausgewogene […]
[…] Wer hätte es gedacht, daß ich meine alten Studien von vor vierzig Jahren über die sozialistischen Medien heuer so gut für die westlichen gebrauchen kann. Gudrun Eussner, Kommentar eines Eintrags bei der Gegenstimme, 25.10.08. […]