Wissen ist Macht — Nichtwissen macht nichts
Wie nennt man eigentlich Menschen, die zugeben, von einer Sache keine Ahnung zu haben resp. sich dafür nicht zu interessieren, aber trotzdem öffentlich (z.T. massiv) auftreten und genau diesen Gegenstand ihrer Ahnungs- oder Interesselosigkeit propagieren?
Beispiel 1: Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams
This lecture will not attempt a detailed discussion of the nature of sharia, which would be far beyond my competence […]
Dieser Vortrag (des Erzbischofs, Anm.) bemüht sich nicht um eine ausführliche Debatte über das Wesen der Scharia, was (auch) weit über meine Kompetenz hinausginge […]
Was Williams aber nicht abhielt, sich Anfang diesen Jahres für die Einführung der Scharia in Großbritannien einzusetzen, wie wir alle wissen.
Natürlich muss alles (gemeint sind Wünsche und Handlungen der Migranten) auf dem Boden des Grundgesetzes passieren, das ist klar. Was in der Scharia steht, ist mir egal.
Was Barfuß aber nicht abhält zu äussern (mp3):
Ich sag unseren Zuwanderern immer, bei uns gilt das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Die Scharia, wo sie kompatibel ist, kann man anwenden; wo sie nicht kompatibel ist, ist es ne Sache vom Verfassungsschutz.
Wie kann ein “Integrationsbeauftragter” wissen, wo die Scharia mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland kompatibel ist, wenn es ihm doch egal ist, was in ihr steht? Ist das die Art von Sachkompetenz, die man als “Integrationsbeauftragter” mitbringen muss? Falls ja: gute Nacht, Bayern!
Anyway, es zeigt sich immer wieder, dass sich in der Politik an wichtigen Stellen und zu entscheidenden Fragen zumeist die geballte Ingoranz und Inkompetenz tummelt. Das ist überaus erschreckend und verheißt nichts Gutes für unsere Zukunft.
Wenn Sie mal etwas Fundiertes zum Thema “(In)Kompatibilität der Scharia” mit europäischen Gesellschafts- und Rechtsordnungen lesen wollen, empfehle ich die Lektüre “Der Erzbischof von Canterbury und die Scharia — Anmerkungen zum Islam in Europa” (pdf) von Johannes Kandel und Reinhard Hempelmann. Deren Fazit lautet:
Die Strategie der Selbstrücknahme und des Entgegenkommens gegenüber traditionalistisch geprägten muslimischen Gemeinschaften durch staatliche Anerkennung von Scharia-Gerichten auf dem Gebiet des Ehe-, Familien- und Erbschaftsrechts, wie sie der Erzbischof von Canterbury fordert, ist nicht geeignet, der unverkennbaren Fragmentierung der britischen Gesellschaft entgegenzuwirken und einen überzeugenden Beitrag zur Integration von Muslimen in europäische Gesellschaften zu leisten.
So ist’s! Und was für die Insel gilt, gilt hierzulande genauso, auch wenn wir bei der “Fragmentierung” unserer Gesellschaft noch etwas hinter den Briten herhinken.
Dieser Beitrag wurde von Jürgen am Mittwoch, 29. Oktober 2008 um 03:04 Uhr veröffentlicht und unter Aus dem Irrenhaus, Islamkunde, Endsieg (Dār al-Islām), Kulturelle Bereicherung, Christen & Kirche abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.












Wenn sie bei uns wenigstens “fragmentiert” und wirklich “multikulturell” wäre… aber abseits des Islam vollzieht sich eine erschreckende Monotonie, Gleichschaltung im Denken und Uniformisierung. Wenn in einigen europäischen Ländern bis zu 90% der Bevölkerung Bush als “Kriegstreiber” beschimpfen, ohne überhaupt über die Zusammenhänge nachzudenken, ist das ein Alarmzeichen. Meistens sind es die gleichen Leute, die auch Gender-Ideologie, Frühsexualisierung, Homokult oder Hass gegen das Christentum ok finden. Das Schlimmste ist, dass das alles fast von selbst und reflexartig von Statten geht. Es ist eine Gleichförmigkeit im Denken so vieler Leute in Europa, die Angst macht…
[…] Inegrationsbeauftragter für den Freistaat Bayern zu sein, dürfte es nach seinen Äusserungen nun wohl doch nicht werden. Die CSU-Fraktion erklärt zu dem Aufschneider: Karl Freller: […]
[…] der Integrationsbeauftragte. Denn der ist ahnungslos und inkompetent, wie Jürgen auf der Gegenstimme feststellen musste. Der Beauftragte hat allerdings unrühmliche Vorbilder in Europa (wenn auch in […]