
Huwi hat es vorhin bereits angedeutet, nach der Pressekonferenz der vier SPD-Abweichler Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts ist es amtlich: es gibt keine Mehrheit für die hessische Lügenbaronin und ihre Kür zur Ministerpräsidentin ist damit passé.
Dass ich mich darüber überaus freue, ist sicher kein Geheimnis. Dass man dabei, wie Müntefering in seiner PK eben verdeutlichte, den Vieren (resp. dreien von ihnen, denn Frau Metzgers Position war von Anfang an klar) vorwerfen kann, mit ihrer kurzfristigen Entscheidung politisch unverantwortlich gehandelt zu haben, ist unbestreitbar eine legitime Sicht von der einen Seite. Die andere Seite ist jedoch die, die Walter, Tesch und Everts klar machten, dass nämlich ihre Entscheidungsfindung ein Prozess war, der eben nach dem erfolgten Wortbruch von Ypsilanti in Gang kam und der in einer gewissen Zerrissenheit zwischen Parteidruck und -verbundenheit, Wähleraufträgen und -meinungen und schließlich dem eigenen Gewissen hinsichtlich einer Duldung durch eine Partei mit “verfassungsfeindliche Tendenzen” (Everts) zustandekam und erst am Wochenende, nach dem SPD-Landesparteitag am Samstag, sein Ende fand.
Als schwächstes Glied der vier SPD-Abweichler empfand ich SPD-Landesvizechef Jürgen Walter, der sich augenscheinlich erst dann zu seinem Entschluss durchringen konnte, als die drei Damen am Wochenende an ihn herantraten. Seine Äusserungen auf der PK ließen ihn aus meiner Sicht als den mit dem geringsten Rückgrat erscheinen, denn aus seinen Worten war herauszuhören, dass er, wäre er alleine gestanden, seiner inneren Überzeugung nicht öffentlich Audruck durch die ZUstimmungsverweigerung verliehen hätte (”Der Weg ist ein schwerer. Ich bin froh, dass ich hier oben nicht alleine sitze”).
Aber wie auch immer: Ypsilanti ist erstmal weg vom Fenster, und mit ihr ihr öko-fanatischer “Sonnengott” Hermann Scheer, von dem sogar die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie sagt, er habe von Wirtschaftspolitik so viel Ahnung wie die für Ypsilantis Wahl benötigten Linken, und der auch gerne mal für ein Interview bei den anderen “grünen Extremisten” zur Verfügung steht.
Schaun wir mal, ob sich in Hessen das leidige Thema Ypsilanti nun endgültig erledigt hat und die Dame ihre folgerichtigen Konsequenzen zieht, oder ob sie das Land trotz allem irgendwann in den Abgrund zu ziehen die Stirn hat.
Nachtrag: Sehr treffend der Welt-Kommentar: Was für Ypsilanti eine Katastrophe ist, ist eine Sternstunde für die Demokratie
Nachtrag 2: Sehr geil die Unausstehlichkeit in Person der deutschen Politik, die notorische Betroffenheits- und Empörungsbeauftragte der Grünen, Claudia R.:
Den Abweichlern in der Hessen-SPD warf Roth eine “politische Verkommenheit” vor, das zu Politikverdrossenheit führen werde.
Ne, Claudia, Typen wie du, samt deinen Ansichten, sind es, die zu Politikverdrossenheit führen und die beispiellos sind für eine politische Verkommenheit in Deutschland.