Der Messias ist bereit, Hammer und Nägel sind es auch
Oder: Wenn Freunde zu erbitterten Feinden werden…
Zugegeben, das Bloggen macht Spaß. Schreiben, Lesen, Reflektieren und Diskutieren. Und ganz nebenbei füttert man sich noch mit den aktuellsten Nachrichten von Bild bis Welt und wieder zurück. Es macht Spaß, Vermutungen aufzustellen und dann zu beobachten, ob die Richtung stimmte. Manchmal allerdings bekomme ich Angst: genau dann, wenn meine Befürchtungen allzu pünktlich und unmissverständlich eintreten. Aber genau das ist passiert…Gerade noch im Glückstaumel die Wahlkampfmaschine betrieben, hat sich die Euphorie der Medien doch merklich abgekühlt. Zu spät, wie ich finde. Aber lest selbst:
Bush ist out. Der interessiert niemanden mehr. Bush ist nur noch ein medialer Kadaver, der noch ein wenig nach Luft japst, aber am Ende dennoch einen unbeachteten Tod sterben wird. Er ist ein Opfer des journalistischen Dauerfeuers der letzten Tage, ein Opfer journalistischer Gier nach Sensation, Abgründen und der ausgiebigen Nutzung des ausgetreckten Zeigefingers. Und jetzt? Die Schlacht ist vorüber, das Interesse abgekühlt. Und schon werden die Waffen nachgeladen, die Messer gewetzt. Man macht sich bereit, denn das nächste Opfer steht schon in den Startlöchern, um dann in der Mitte der Arena in einem quälend langen Kampf in der Luft zerrissen zu werden. Aber wer ist denn nun dieses Kanonenfutter? Es ist der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama.
Irgendwie musste ich bei der Lektüre dieses Artikels unweigerlich an die Fleischindustrie denken. Dort werden schließlich auch Tiere gezüchtet und gemästet, einzig und allein, um dann geschlachtet und zerlegt zu werden. Und hier ist es ganz ähnlich. Erst wird ein Präsidentschaftskandidat groß rausgebracht, nur um ihn dann in genauso brutaler Art und Weise nieder zu machen. Zugegeben, der Artikel auf Welt ist eigentlich nicht mehr ein Säbelrasseln, aber der Wind wird schon rauer. Bezeichnend ist, dass Obama noch nicht mal offiziell im Amt ist.
Ich bin mir sicher, das werden heitere 4 Jahre, in denen keine Möglichkeit ausgelassen wird, den selbst instruierten Messas ans Kreuz zu nageln (die Formulierung find ich einfach zu gut
). Der Wahlkampf mag hart gewesen sein, aber das Kommende wird härter als alles, was der bisherige Senator erlebt und erreicht hat.
Dank der Medien.
EDIT:
Katerstimmung
Jetzt kommen sie angekrochen. Nach Wochen geistiger Entrücktheit und gnadenloser Masturbation in Form von völlig freigeistigen (im Wortsinn, also völlig frei von…) Artikeln, schlagen sie auf dem harten Boden der Realität auf wie abgeschossene Tauben. Aktuell hat es Mark Pitzke erwischt. Weitere Opfer nicht ausgeschlossen.
Autor: Jack D. Anderson | Abgelegt unter Antiamerikanismus, USA
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