Gegossenes Blei

Den täglichen Rückblick auf Interessantes und Abstruses aus der internationalen Medienwelt und Blogosphäre in Bezug auf die aktuelle israelische Antiterror-Operation "Gegossenes Blei" gibt's bei Helplev. Lesen!
11. November 2008

Der Messias ist bereit, Hammer und Nägel sind es auch

Oder: Wenn Freunde zu erbitterten Feinden werden…

Zugegeben, das Bloggen macht Spaß. Schreiben, Lesen, Reflektieren und Diskutieren. Und ganz nebenbei füttert man sich noch mit den aktuellsten Nachrichten von Bild bis Welt und wieder zurück. Es macht Spaß, Vermutungen aufzustellen und dann zu beobachten, ob die Richtung stimmte. Manchmal allerdings bekomme ich Angst: genau dann, wenn meine Befürchtungen allzu pünktlich und unmissverständlich eintreten. Aber genau das ist passiert…Gerade noch im Glückstaumel die Wahlkampfmaschine betrieben, hat sich die Euphorie der Medien doch merklich abgekühlt. Zu spät, wie ich finde. Aber lest selbst:

Bush ist out. Der interessiert niemanden mehr. Bush ist nur noch ein medialer Kadaver, der noch ein wenig nach Luft japst, aber am Ende dennoch einen unbeachteten Tod sterben wird. Er ist ein Opfer des journalistischen Dauerfeuers der letzten Tage, ein Opfer journalistischer Gier nach Sensation, Abgründen und der ausgiebigen Nutzung des ausgetreckten Zeigefingers. Und jetzt? Die Schlacht ist vorüber, das Interesse abgekühlt. Und schon werden die Waffen nachgeladen, die Messer gewetzt. Man macht sich bereit, denn das nächste Opfer steht schon in den Startlöchern, um dann in der Mitte der Arena in einem quälend langen Kampf in der Luft zerrissen zu werden. Aber wer ist denn nun dieses Kanonenfutter? Es ist der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama.

Irgendwie musste ich bei der Lektüre dieses Artikels unweigerlich an die Fleischindustrie denken. Dort werden schließlich auch Tiere gezüchtet und gemästet, einzig und allein, um dann geschlachtet und zerlegt zu werden. Und hier ist es ganz ähnlich. Erst wird ein Präsidentschaftskandidat groß rausgebracht, nur um ihn dann in genauso brutaler Art und Weise nieder zu machen. Zugegeben, der Artikel auf Welt ist eigentlich nicht mehr ein Säbelrasseln, aber der Wind wird schon rauer. Bezeichnend ist, dass Obama noch nicht mal offiziell im Amt ist.

Ich bin mir sicher, das werden heitere 4 Jahre, in denen keine Möglichkeit ausgelassen wird, den selbst instruierten Messas ans Kreuz zu nageln (die Formulierung find ich einfach zu gut :-) ). Der Wahlkampf mag hart gewesen sein, aber das Kommende wird härter als alles, was der bisherige Senator erlebt und erreicht hat.

Dank der Medien.

EDIT:

Katerstimmung

Jetzt kommen sie angekrochen. Nach Wochen geistiger Entrücktheit und gnadenloser Masturbation in Form von völlig freigeistigen (im Wortsinn, also völlig frei von…) Artikeln, schlagen sie auf dem harten Boden der Realität auf wie abgeschossene Tauben. Aktuell hat es Mark Pitzke erwischt. Weitere Opfer nicht ausgeschlossen.

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Autor: Jack D. Anderson | Abgelegt unter Antiamerikanismus, USA
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11. November 2008

Von wegen Zionisten wollten Araber vertreiben

Etwas für die Propagandisten und Brüllhansel, die den Juden unterstellen, sie hätten das Land Israel araberfrei machen wollen — es ist und bleibt eine Lüge!

    Beweise, dass frühe Zionisten keine Araber vertreiben wollten

    Elder of Ziyon, 3. November 2008

    Der Keren HaYesod ist Teil eines weltweiten Spendensammel-Apparates für die World Zionist Organization und wurde 1920 gegründet. Sein Zweck war damals Geld für Juden aufzubringen, die nach Palästina ziehen wollten.

    Bei seiner Gründung wurde ein Buch veröffentlicht, das praktisch ein Bauplan für den Keren HaYesod war. Es spiegelt absolut genau die Gefühle des Mainstreams der weltweiten zionistischen Bewegung von 1920 wider, im Gefolge der Balfour-Erklärung und bevor es so etwas wie einen nennenswerten palästinensisch-arabischen Nationalismus gab.

    Hier ein Auszug aus dem Manifest der Gruppe aus diesem Buch, das die Dringlichkeit des Projekts zur Rettung zahllosen Lebens ebenso beschreibt wie peripher auch den Wunsch die arabische Bevölkerung in Palästina nicht zu vertreiben. (Es ist leicht zu vergessen, wie schlecht die Dinge für die Juden vor dem Aufstieg der Nazis im östlichen Europa standen, aber dieses Manifest beschreibt das in schlichten Worten, die im Nachhinein prophetisch erscheinen.)

    Der Keren HaYesod beginnt seine Arbeit in einer großen und tragischen Stunde. Die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu Palästina ist von den Mächten anerkannt worden. Großbritannien hat das Mandat akzeptiert. Die Regierung Palästinas wurden einem Staatsmann anvertraut, dessen Anwesenheit als Kopf der Verwaltung eine sichere Zusage des britischen guten Willens ist. Ganz anders ist die Lage in Osteuropa. Fast ein Drittel der jüdischen Rasse lebt in diesem Moment unter Bedingungen nicht erträglicher Leiden. Bedrängt, ausgeplündert, aus ihren Häusern vertrieben, gnadenlos abgeschlachtet, Ausbrüchen uneingeschränkter Brutalitäten ausgesetzt, wie Europa sie seit 400 Jahren nicht erlebt hat, werden ganze Gemeinden rücksichtslos vernichtet.

    Am Vorabend seiner Renaissance, in Anwesenheit der erhabenen Aufgaben, die es zum Handeln aufrufen, steht das Judentum verletzt und verstümmelt da. Es hat nur eine Hand frei für konstruktive Abreit, die andere kämpft verzweifelt darum den unerbittlichen Ansturm abzuwehren, der es mit Auslöschung bedroht. Eine äußerste Anstrengung ist nötig. Die Botschaft der Zuversicht und des guten Willens aus San Remo zu dem Sturm des in Osteuropa losgelassenen Hasses lässt die Juden aller Länder und aller Klassen sich vereinen, um dieselbe Antwort zu geben: Baut das jüdischen Gemeinwesen.

    Der Zweck des Keren HaYesod ist es, die Besiedlung Palästinas durch Juden nach einem gut organisierten Plan und in stetig steigenden Zahlen herbeizuführen, die Einwanderung ohne Verzögerung zu beginnen und für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zum Vorteil seiner jüdischen und seiner nichtjüdischen Einwohner gleichermaßen zu sorgen.

    Dieser Zweck ist erreichbar. In Palästina kann Platz für eine enorm vergrößerte Bevölkerung gefunden werden. Tausende warten bereits an der Schwelle. Lasst nur produktive Beschäftigung für sie schaffen und sie können kommen.

    Es gibt Land zu kaufen und vorzubereiten, es sind Straßen und Eisenbahnen, Häfen und Brücken zu bauen, es sind Hügel aufzuforsten, es sind Sümpfe trockenzulegen, es muss fruchtbarer Boden bewässert werden, latente Wasserkraft muss genutzt werden, Städte müssen geplant werden, Handwerk und Industrie sind zu entwickeln. Seite an Seite mit diesen Unternehmungen ist angemessene soziale Versorgung der Bevölkerung nötig, ein öffentliches Gesundheitswesen und vor allem Bildung.

    Das Manifest impliziert nur, dass die Araber nicht vertrieben würden; später wird dies in dem Buch ausdrücklich gesagt:

    In Anbetracht der Zukunft der landwirtschaftlichen Besiedlung werden wir mit der Frage des Erwerbs von Land beginnen.

    Wenn wir von Landerwerb in Palästina erwerben, müssen wir zuerst bedenken, ob es Land gibt, das erworben werden kann, ohne die einheimische Bevölkerung, die arabischen Fellahin, hinauszuwerfen. Diese Frage muss sorgfältig überlegt sein, denn es muss ein festes Prinzip sein, dass wir uns in Palästina einrichten, aber nicht durch die Vertreibung anderer aus ihren Orten, sondern durch die Schaffung neuer Möglichkeiten. Aber gibt es wirklich eine Möglichkeit Platz für uns selbst zu finden, ohne andere zu vertreiben? Ein paar Zahlen werden überaus effektiv diese Zweifel zerstreuen.

    Eine umständliche Berechnung des verfügbaren Landes in Palästina folgt, zusammen mit Strategien legalen Landerwerbs. Die gewaltsame Enteignung (oder Vertreibung) von Arabern ist nicht nur niemals überlegt worden, sie wurde ausdrücklich verurteilt.

    Die zionistische Bewegung betrachtete die Besiedlung des Landes immer als eine Gewinnsituation sowohl für die Juden als auch für die Araber. Vielleicht war es etwas überoptimistisch, aber die Unzulänglichkeiten der Idee hatte mindestens so viel mit dem Hass zu tun, der durch die so genannte arabische Führung geschürt wurde, der aufkam, nachdem dieser Plan geschaffen wurde, wie durch schlichte Naivität.

    Dieses Buch des Keren HaYesod beeindruckt auch dadurch, wie genau die palästinensischen Juden dieser Plan beim Bau der Nation, wo keine existierte, folgte – bezüglich der Industrie, Energie, dem Hausbau, der Stadtplanung, Krankenhäuser, Schulen und Universitäten. Es mag vor diesen Initiativen in Palästina kein Vakuum gegeben haben, aber es gab ein Beinahe-Vakuum bezüglich des Aufbaus einer nationalen Infrastruktur, das die Juden fast im Alleingang füllten.

Übersetzung aus dem Englischen: H. Eiteneier / Parallelveröffentlichung mit Nahost-Infos

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Autor: Uebersetzer | Abgelegt unter Paläontologische Autonomiegebiete, Antisemitismus, Israel
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