Rush Limbaugh Quote of the Day

"Obama is doing to the US economy what Godzilla did to Tokyo -- stomping all over it."
04. Dezember 2008

Krise zieht an Russland vorbei

Das zumindest sagte uns Ministerpräsident Putin bei seiner gestrigen Fragestunde im russischen Fernsehen:

Russland wird die weltweite Wirtschaftskrise nach Ansicht von Ministerpräsident Wladimir Putin nahezu unbeschadet überstehen. Russland habe die besten Voraussetzungen, um mit minimalen Verlusten für die Wirtschaft und für die Bevölkerung die “schwierige Phase” zu überstehen, sagte Putin bei einer landesweit live ausgestrahlten Fragestunde in Moskau. Im Gegensatz zu anderen Ländern werde Russland in keinem Fall seine sozialen Verpflichtungen wie Renten oder Arbeitslosengeld kürzen, kündigte Putin an.

Danke, Vladimir, DANKE! Soviel krisensichere Großzügigkeit! Die Rentner werden sich freuen, daß ihre durchschnittlich 150 Euro im Monat nicht gekürzt werden. Aber die Rentner sind ja Kummer gewohnt, lag ihre Rente vor vier Jahren doch noch bei etwa 42 Euro. Und die Arbeitslosen sind sicher auch erleichtert, daß niemand Hand an ihre bald 142 Euro legt. Ja, Russland wird seiner sozialen Verantwortung gerecht!

Auch hat der Premier ein recht interessantes Verständnis von “nahezu unbeschadet“:

Laut Putin werde die Arbeitslosigkeit in Russland von gegenwärtig 1,6 Millionen Menschen durch die begonnene Wirtschaftskrise auf etwas über 2 Millionen steigen.

Vierhunderttausend mehr Arbeitslose? Na und? Gibt ja ein soziales Netz! Und das wird im Gegensatz zur Situation in anderen Ländern nicht angepackt! Jawoll! Allerdings hatte Herr Putin wohl eine sehr optimistische Zählweise:

Dabei operierte der Premier aber mit Zahlen, die lediglich die bei den staatlichen Vermittlungsstellen gemeldeten Arbeitslosen betreffen.

Nach Berechnungen der staatlichen Statistikagentur RosStat waren gemäß internationaler Kriterien schon Ende Oktober 4,6 Millionen Menschen in Russland als arbeitslos zu betrachten. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent.

Experten rechnen aufgrund der Krise auch nicht mit zusätzlichen 400.000 Arbeitslosen wie Putin, sondern mit weiteren zwei Millionen.

Und zu guter letzt noch eine sehr interessante wie befremdliche Auskunft:

Einem Bericht der „Nesawissimaja Gaseta“ zufolge verweigert der russische Gewerkschaftsverband die Herausgabe von Daten über die jüngsten Entlassungswellen in russischen Betrieben. Angeblich geschehe dies aus Rücksichtnahme auf die Börsenkurse der betroffenen Unternehmen.

… immerhin etwas, was wir von den Russen lernen können. ;-)

Autor: Sir Winston (IM des Staatsschutzes) | Abgelegt unter Russland, Wirtschaft & Finanzen
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