Kurze Antwort: Natürlich. Denn er hat sie ohnehin. Schließlich wurde er nun einmal als Präsident der USA vereidigt. Was die wenigen Menschen in Europa und die immerhin nicht ganz so wenigen Menschen in Amerika, welche darüber nicht erfreut sind, davon halten oder irgendwo darüber schreiben, wird an dieser simplen Tatsache nichts ändern können. Auch wenn man sich selbstverständlich wünscht, daß es anders kommen möge, werden die Amerikaner den Ausgang der vergangenen Präsidentschaftswahl wohl noch früh genug bereuen.
Nun zur etwas ausführlicheren Antwort:
Präsident Bush bekam nie eine Chance von den MSM-Journalisten und den sonstigen Linken daheim und in der Welt. Er wurde von Tag 1 seiner Präsidentschaft an verhetzt. So enttäuscht wir nun über den Wahlausgang sind - Konservativen fehlt die typisch linke Eigenschaft, ihre politischen Gegner regelrecht als persönliche Feinde zu betrachten und auch die typisch linke Ansicht, den “Kampf” gegen den politischen Gegner auch nach entschiedener Wahl noch fortsetzen zu müssen. Denn der Zorn auf Präsident Bush war in Wahrheit auch von Anfang an Zorn über die (zweimalige) Niederlage der eigenen Vorschläge gegen ihn, den angeblich so unbeliebten und unfähigen Kandidaten und seine angeblich so unpopulären Ideen. Die offen zur Schau gestellte Abneigung gegen ihn und die Versuche, ihn zu behindern, waren folglich auch Produkt des irrationalen Wunsches, ihn dafür zu “bestrafen” (dies sicher weniger von Seiten der ihm unterlegenen Top-Politiker, aber sehr wohl von Seiten der NGOs und der MSM). Ein solches Verhalten entspricht nicht konservativen Vorstellungen von dem, was Politik in einem demokratischen Rechtsstaat sein und wie sie funktionieren sollte.
Ferner würden wahre Konservative nicht auf die Idee kommen, aus egoistischen Gründen eine von ihren politischen Gegnern gestellte Regierung zu unterminieren und ihr wider besseren Wissens sogar bei als richtig oder jedenfalls notwendig erkannten Vorhaben Steine in den Weg zu legen - und damit im Ergebnis sogar ihrem eigenen Land zu schaden -, nur um ihre politischen Gegner öffentlich schlechter dastehen zu lassen und so die eigenen Chancen bei den nächsten Wahlen zu erhöhen. Genau ein solches Verhalten müssen sich die Demokraten in den USA im Laufe der letzten Jahren leider vorwerfen lassen. Konservative begeben sich nicht auf dieses Niveau - auch wenn man feststellen muß, daß die geschilderte Taktik für die Demokraten bestens funktioniert hat, und kein Grund erkennbar ist, warum sie nicht wieder so verfahren würden. Insofern stellt sich natürlich die Frage, ob es heutzutage schlechterdings notwendig sein könnte, sich eben doch auch selbst auf dieses Niveau zu begeben.
So weit ist es aber zum Glück noch nicht: Die Konservativen in den USA (Anmerkung: der Begriff ist bedauerlicherweise immer weniger gleichzusetzen mit dem der Republikaner) werden erst einmal abwarten und Obama eine Chance geben, und dann werden sie für ihr Land positive Ansätze unterstützen und negative Vorhaben - hoffentlich - zu verhindern suchen.
Zu dem Unsinn, den Obama bisher verzapft, und den die Medien erwartungsgemäß in blendend unkritischer Weise bejubeln, kann man hierzulande aus demselben Grund noch nicht viel schreiben, außer genau das: Daß vieles davon eben der erwartete Unsinn ist - naiver bis gefährlicher Unsinn in der Außenpolitik, verfehlter bis menschenverachtender Unsinn in der Innenpolitik.
Jedoch: Bekanntlich wurden schon kurz nach Obamas Amtsantritt mehr als ein Dutzend Menschen bei einem amerikanischen Luftangriff auf Terroristen in Pakistan getötet. Unter den Opfern waren angeblich leider auch Unschuldige, was sicher nicht als in irgendeiner Weise positiv dargestellt werden soll. Positiv ist aber, daß hier von der neuen amerikanischen Regierung eine angesichts der Untätigkeit bzw. Unfähigkeit der pakistanischen Führung offenbar leider notwendig gewordene Politik fortgesetzt wurde.
Insofern kann man ja immer noch hoffen, daß vielleicht einiges des bisher nur verbal geäußerten Unsinns doch in erster Linie der Überzeugung und anschließenden Ruhigstellung gewisser Meinungsmacher bzw. der von jenen indoktrinierten Wählerschichten dienen sollte, und daß Obamas tatsächlich ausgeführte Politik von mehr Realismus und Vernunft geprägt sein wird. Zumindest die Auswahl seiner Minister und Berater hätte ja auch noch schlechter sein können und läßt diese Hoffnung noch zu.
Solange man nun vorgenannte Hoffnung noch haben kann, bringt es aber auch erst recht nichts, sich mit jeder neuen Jubelarie der MSM auf Obama und das Märchen von Friede-Freude-Eierkuchen und heiler Multi-Kulti-Welt, die er uns angeblich bescheren wird, zu beschäftigen. Warten wir erst einmal ab und hoffen wir auf das Beste.