Klima von Neid und Missgunst
Dass in Deutschland an vielen Stellen ein Klima des Neids und der Missgunst herrscht, ist nichts Neues. Man gönnt den Erfolgreichen weder ihren Erfolg noch den Vermögenden ihr Vermögen (das ja meist mit Erfolgen korrespondiert). Man gönnt dem Nachbarn nicht seinen Q7 und dem Chef nicht seinen Dienst-5er. Man schaut mit Argusaugen auf den nagelneuen 52” großen, 200 Herz schnellen Sony Bravia der Arbeitskollegin und hat “so ‘n Hals”, weil man sie bei der letzten Beförderung vorgezogen hat. (Natürlich hat sie sich hochgepoppt, etwas anderes ist ja von vorn herein ausgeschlossen.)
Neiddebatten und populistische Missgunstparolen sind seit jeher (zumindest solang ich einigermaßen denken kann) das Metier der linken Kräfte. Förderung von Individualität, Begabung und Talent, Honorierung von Mehrleistung und mehr Verantwortung, sowie Freude über den gesellschaftlichen Nutzen aus dem Höherverdienst von Leistungsträgern sind Welten, die den Linken fremd sind. Gleichmacherei, also gleiche Armut für alle (na ja, ausgenommen das eigene Kader) ist deren Lebensphilosophie und -ziel. Schaun Sie sich doch mal an, wohin Möchtegern- (= Sozen) und echte Kommunisten allein in der Schulbildung steuern: Hauptschulen und Gymnasien abschaffen, alle in die Sozialistische Einheitsgesamtschule stopfen, wo Sitzenbleiben gegen Menschenrechte verstößt und Benotung ein den vereinheitlichten “Schöler” in der Entwicklung seines “kritischen Denkens” und der “freien Entfaltung seiner Persönlichkeit”* hinderndes Druckmittel der herrschenden Klasse ist — ja sogar geradezu den Rechtsradikalismus und antidemokratische Einstellungen fördert.** Wichtig ist aber, dass am Ende alle das Abi in der Tasche haben, damit für alle Chancengleichheit besteht.
Aber, einmal dort angekommen (am Lebensziel der Linken), glaube man ja nicht, dass Neid und Missgunst aufhören würden. Im kommunistischen Paradies, in dem alle Arbeiter und Bauern sind und von ihresgleichen klassen-, seelen- und lebenslustbefreit regiert werden, finden Sie weiterhin — jetzt vielleicht sogar noch stärker — diese Unarten der menschlichen Gattung. Neben vielen weiteren Gründen ist die Ursache vor allem darin zu finden, dass es eben ein eklatantes, grundsätzliches Wesensmerkmal linker Natur ist, neidisch und missgünstig zu sein. Sie können nicht anders; sowas steckt quasi in deren Naturell. Warum sollte es auch aufhören, nur weil plötzlich wieder Hammer und Sichel auf die Staatsflagge gepinselt werden mussten? Jetzt geht der Überlebenskampf doch erst richtig los. Klar, wegen ‘nem Bravia läuft der Geifer jetzt nicht mehr aus den Lefzen, weil sich den pauschal niemand mehr leisten kann. Stattdessen gönnt man es dem Nachbarn ums Verrecken nicht, dass der seinen Zweitakt-VW wegen seiner Beziehung zu einer Schichtleiterin beim IFA Kombinat Personenkraftwagen in Wolfsburg sechs Monate vor dem regulären Liefertermin von fünf Jahren erhalten hat und nun jeden Tag mit seiner neuen Karre protzend extra auf’s Gas steigt, wenn er aus der Plattenbaugarage fährt. Überhaupt: diese Schichtleiter-Schickse ist ja auch nur Schichtleiterin geworden, weil die mit dem zuständigen politischen Kommissar … Sie wissen schon!
Im kommunistischen Zoo, genauer gesagt im Gehege der Linken in Hessen kann man solches Verhalten übrigens schon länger hautnah beobachten. Und momentan spitzt sich’s wieder richtig zu. Soviel also dazu …
* nach linkem Neusprech, der in der tatsächlichen Bedeutung das genaue Gegenteil seiner äusseren Aussage darstellt.
Freie Entfaltung der Persönlichkeit und kritisches Denken sind im Kommunismus und seiner burkaverhüllten kleinen Schwester namens Sozialismus nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Sowas ist dort Straftatbestand und endet für die Betroffenen in aller Regel mit jahrzehntelangem Gulagaufenthalt. Oder sind irgendwem die historischen Belege dafür gerade nicht gegenwärtig?
** Da träumt der weltfremde linke Kleingeist lieber von einer “demokratisierten” Schule in einer “radikaldemokratischen” Gesellschaft. Is klar. Bei denen sitzt der Lehrer künftig im Stuhlkreis seiner Klasse in der VES (Volkseigenen Schule), lässt eine Tüte durch die Runde gehen und sagt zum Ende des lernzielbefreiten Unterrichts: “Liebe Junggenossinnen und -genossen, lasst uns nun radikaldemokratisch abstimmen, welches Ergebnis wir aus unserer heutigen Rechenaufgabe 2 + 2 = x ans Zentralkomitee unseres demokratisch-sozialistischen Ministeriums für Bildung schicken sollen. Folgende Vorschläge kamen in unserer spannenden Diskussion zustande: 3, 4, 22. Jetzt bitte die Hand heben, wer für die 3 stimmt …” — Ganz großartig!
Autor: Jürgen | Abgelegt unter Left Trash, Germanyland
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