War das ein Sieg?
Die Aktion “Gegossenes Blei” ist Geschichte. Der im Doppel erklärte Waffenstillstand hält und Israel hat seine ersten Truppenteile abgezogen. Die Frage ist nur; was jetzt?
Die militärische Frage ist die am einfachsten zu beantwortende.
Die Hamas hat schwere Verluste hinnehmen müssen, die arabische Mentalität wird diese Verluste jedoch in einen Sieg ummünzen und auch die Tatsache, dass die Terroristen den Raketenbeschuss aus freien Stücken einstellten wird der Legende vom arabischen Sieg dienlich sein. Allerdings hat Israel seine militärische Glaubwürdigkeit wieder hergestellt und sich nach dem Debakel gegen die Hezbollah auf dem Schlachtfeld rehabilitiert. Für Israel bedeutet das zumindest einen Sieg nach Punkten. Hier beginnen allerdings die wahren Probleme des jüdischen Staates. Israel ist das einzige Land auf der Welt, dessen militärische Siege fast automatisch zu politischen Niederlagen werden. Die Gründe dafür liegen nicht nur im Vorgehen des “Trio infernal” - Olmert, Livni, Barak - sondern in der israelischen Unfähigkeit, im “Krieg der Bilder” zu punkten.
Das jüdische Selbstverständnis erlaubt nicht, seine Toten heulend und anklagend durch die Strassen zu karren; sie werden still und würdig begraben. Kein Stoff für mitleiderregende Pressefotos und Tagesschaubeiträge. Das Problem dabei ist nur, dass genau solche Bilder zur Meinungsbildung erheblich beitragen. Wer sie liefern kann, ist im Vorteil.
Auf einem anderen Schlachtfeld braucht Israel allerdings gar nicht anzutreten. Den Krieg gegen den alltäglichen Rassismus der Gutmenschen kann und wird Israel nicht gewinnen. Dieses Land wird niemals eine Chance gegen die Dummheit, die Borniertheit und die böswillige Heuchelei der Politisch Korrekten, der Palifreunde, der Friedensliebenden und der sonstigen Antisemiten, die sich erfolgreich als Antizionisten tarnen, haben. Das hat auch Vorteile. Israel wird sich auch in Zukunft nicht korrumpieren lassen und die Richtschnur der israelischen Politik wird das Überleben des jüdischen Staates bleiben und nicht der Beifall der blutrünstigen Pazifisten von “Uni Kassel” bis zu “Shalom Achshav”. Und den Krieg gegen die internationalen Banditen von der UNO, gegen die Idioten der EU, gegen kurzsichtige Blackouts der amerikanischen Administration und sonstiger internationaler Wichtigtuer hat Israel ohnehin schon lange verloren.
Was also bleibt nach “Gegossenes Blei”?
Israel lebt, die Bewohner von Sderot werden einige ruhige Tage vor sich haben und die Hamas kann sich nicht mehr viele “Siege” dieser Sorte leisten. Alles in allem, doch ein Sieg?
Im Moment hat es nicht unbedingt den Anschein. Die Rede ist vom “Pyrrhussieg”, die selbsternannten Ankläger aller möglichen Tribunale wetzen bereits die Messer und die Friedenstauben geben entbehrliche Interviews. Allein das Lesen eines Gesprächs mit Daniel Barenboim verursacht beinahe körperliche Schmerzen.
Die wichtigste Frage ist aber jedoch; haben die Palästinenser etwas verstanden? Entgegen landläufiger Meinung wird Frieden im Nahen Osten nämlich nicht von Israel gemacht, sondern von den Arabern. Wenn diese Araber aus der israelischen Aktion gelernt haben, dass es besser ist mit Israel zu leben als für die Hamas zu sterben, dann war es doch ein Sieg, für alle!
Autor: tankdriver | Abgelegt unter Gesunder Menschenverstand, Mittlerer & Naher Osten, Aus dem Irrenhaus, Fatah, Hamas & Co., Israel
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