Antisemitismus: Wenn mit zweierlei Maß gemessen wird
Bei der Verurteilung von Antisemitismus wird mit zweierlei Maß gemessen, je nachdem ob er von christlicher oder muslimischer Seite kommt.Das beobachtet der württembergische Beauftragte für den christlich-jüdischen Dialog, Pfarrer Michael Volkmann (Denkendorf bei Stuttgart). Während die Rehabilitation des katholischen Bischofs Richard Williamson, der der juden-feindlichen Pius-Bruderschaft angehört und den Holocaust leugnet, im Januar zu weltweiter Kritik geführt habe, habe es kaum Proteste gegeben, als der iranische Parlamentspräsident und bekennende Holocaustleugner Ali Laridschani zur selben Zeit bei der Münchner Sicherheitskonferenz sprach. Ein weiterer Unterschied sei, dass die innerkatholische Selbstkritik funktioniert habe, „was man ja analog im Fall islamischer Holocaustleugnung schmerzlich vermisst“. Volkmann zufolge wurde die Kritik an der päpstlichen Entscheidung vielfach zur Generalabrechnung mit der katholischen Kirche benutzt.
Judenhass von Neonazis, Linken und Islamisten
Während des Gaza-Kriegs im Januar habe sich ein lang nicht gekannter Judenhass gezeigt, der Neonazis, Linke und vor allem Islamisten einte. Ihre antisemitischen Proteste gegen Israel seien erschreckend häufig gewalttätig geworden, heißt es in Volkmanns Rundbrief „Ölbaum“. Bei etlichen Demonstrationen seien israelische Flaggen in Flamme aufgegangen. An einigen Orten sei Rufe wie „Juden raus“ und „Tod den Juden“ zu hören gewesen. In Berlin sei ein Mann ins Gesicht geschlagen worden, weil er eine israelische Flagge trug. Bei einer pro-israelischen Kundgebung in Kassel hätten Muslime einen Pfarrer niedergebrüllt. Dagegen seien die Demonstrationen von Israel-Freunden friedlich gewesen. Berichte, dass von diesen Veranstaltungen Gewalt ausgegangen wäre oder dabei menschenverachtende Parolen verbreitet worden wären, seien nicht bekannt.
(Quelle; Hervorhebung durch mich)
Autor: Jürgen | Abgelegt unter Islamkunde, Antisemitismus, Germanyland
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