Rush Limbaugh Quote of the Day

"Obama is doing to the US economy what Godzilla did to Tokyo -- stomping all over it."
13. März 2009

Es ist Zeit für Aktionisten und Populisten

Angesichts des Amoklaufs haben wieder gewisse Kreise Hochkonjunktur. Während der Bundesinnenminister gestern noch schärfere Waffengesetze ablehnte, wurde direkt nach der Erstürmung des elterlichen Hauses auch der Computer des Amokläufers beschlagnahmt. Wie zahlreiche Zeitungen berichteten, war jedoch nicht nicht zu ermitteln, ob der Täter “Killerspiele” gespielt habe.

Heute nun erwachen ein paar steuernalimentierte Fastrentner zum Leben und fordern

nach dem Amoklauf von Winnenden mit drastischen Worten ein Verbot sogenannter Killerspiele

und wollen

eine neue Bundesratsinitiative für ein totales Verbot von gewalthaltigen Computerspielen prüfen. “Killerspiele sind schlicht abartig und sollten komplett verboten werden”,

Man kann über solche Spiele denken was man will, aber hier die Begründung zu suchen ist völlig abwegig und unsinnig. Die Quote der Mörder, die sich von Filmen  und Spielen auch tatsächlich zu Gewalttaten astiften ließ ist verschwindend gering. Weltweit wurden beispielsweise alleine von dem Spiel “Half-Life” über 9 Millionen Stück verkauft, und das zu einer Zeit als die Kopierschutzmaßnahmen noch nicht nennenswert waren.
Millionen und Abermillionen spielen solche Egoshooter - denn das ist nämlich die eigentlich Bezeichnung - jeden Tag ohne auch nur in irgendeiner Art und Weise auffällig zu werden.

Allerdings haben Computerspiele einen Nachteil: Sie sind etwas völlig neues! Nennenswerte Egoshooter gibt es wohl erst seit etwa 15 Jahren, begonnen hat der Run mit Doom 1993, auch wenn schon vorher Spiele dieser Art existierten. Flächendeckende Verbreitung von Computern und Computerspielen fand wohl erst zu Beginn dieses Jahrtausends statt. Die nun auf publikumswirksamen Aktionismus zielenden Politiker sind jedoch mit Sicherheit allesamt fachfremd, haben sich abgesehen vielleicht von einem einmaligen Vorführen niemals mit dem Thema beschäftigt. Beate Merk is 51, Uwe Schönemann 44. Bei zig Millionen Computerspielern weltweit werden einzeltaten alle paar Jahre als Grund genommem um hysterisch schreiend ein weiteres Mal die Zensur in Deutschland zu verschärfen.

Ich will überhaupt nicht bestreiten, daß Spiele mit langsam tatsächlich wirklichkeitsnah werdender Grafik, bei denen man auf Menschen schießt, nichts für jedermann sind. Allerdings ist das auch Rapmusik im Stile von “Ich kill euch alle”, “Huren ich ficke euch” und ähnlicher Dreck nichts. Auch Filme, in denen geradezu jeder einzelne Mord zelebriert und aus nächster Nähe in Zeitlupe gefilmt wird sind nichts für jedermann - doch wieso erfordert das eine andauernd Verbote während das andere Kunst ist? Wann hat unser Staat eigentlich aufgehört, Eltern auch eine Elternrolle zuzuordnen? Wieso wird bei minderjährigen Tätern eine ausreichende Gesetzeslage verschärft statt die Eltern in die Pflicht zu nehmen?
Dies geschieht nicht nur hier, der “Jugendschutz” war auch die Begründung, mit der ein deutscher Pornoanbieter die kostenlose Konkurrenz aus dem Ausland ausschalten lassen wollte. Wieso zum Teufel muß Arcor allen Nutzern Seiten sperren, zu deren Besuch sie sich freiwillig entscheiden können? Arcor schließt keine Verträge mit Minderjährigen, also sind die Kunden des Internetanbieters entweder Volljährig oder aber Erziehungsberechtigte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, daß mir mein Vater ein Stephen King Buch wegnahm, für das er mich nach dem Lesen des Klappentextes für zu jung hielt. Früher gab es noch einmal Erziehung, heute will der Staat lieber alles verbieten, auch wenn die Zusammenhänge weder nachweisbar sind, noch in relevanter Häufigkeit auftreten. Medikamente, bei denen Patienten mit der Häufigkeit von amoklaufenden Computerspielern relevante Nebenwirkungen hätten würden anstandslos eine Zulassung erhalten.

Doch da man im heutigen Deutschland lieber Freiheiten beschneidet, alles fein sauber durchreguliert und im Zweifelsfall lieber verbietet als auf Verantwortung zu setzen, wird es wohl bald wieder ein paar neue Verbote hageln.

Nur gut, daß die Herren Politiker selber Auto fahren, angesichts solcher Nachrichten. Doch wer weiß, vielleicht wird Jürgen seiner Lieblingsmusik bald nicht mehr lauschen dürfen:

Lesenswert: Satireseite Projekt-Exodus zu dem Thema

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Bisher gibt es 12 Kommentare zu “Es ist Zeit für Aktionisten und Populisten”

  1. 1 Martin (Freitag, 13. März 2009; 17:25): 

    Immer wenn Politiker unfähig sind, Ursachenforschung zu betreiben, kommen sie mit Verboten. Dabei würde das in diesem Fall gar nichts bewirken. Dank des Internetzeitalters sind Killerspiele fast jederzeit über Tauschbörsen und Usenet beziehbar. Ein Verbot hätte vielleicht sogar eine steigende Nachfrage zur Folge, denn Verbote haben Jugendliche immer schon zum Bruch animiert.
    Da wir schon mal beim Thema Verbote sind. Islamistische Terroristen werden durch Iman, Koran, Video und Musik regelrecht zum Töten aufgewiegelt, warum bleibt ausgerechnet dort ein Verbot aus? Wird hier wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen?
    Denn Religionsfreiheit als Legitimation zur Gewaltausübung gegen andere ist wahrlich nicht im Interesse unseres Grundgesetzes.

  2. 2 Herold (Freitag, 13. März 2009; 17:46): 

    Ich will überhaupt nicht bestreiten, daß Spiele mit langsam tatsächlich wirklichkeitsnah werdender Grafik, bei denen man auf Menschen schießt, nichts für jedermann sind. Allerdings ist das auch Rapmusik im Stile von “Ich kill euch alle”, “Huren ich ficke euch” und ähnlicher Dreck nichts. Auch Filme, in denen geradezu jeder einzelne Mord zelebriert und aus nächster Nähe in Zeitlupe gefilmt wird sind nichts für jedermann - doch wieso erfordert das eine andauernd Verbote während das andere Kunst ist?

    Jawoll, ich reg mich auch immer auf, wenn ich eine Steinstatue sehe, die einen nackten Menschen darstellt und Kultur genannt wird, die mal wieder solche hürlichen Politniks, die den Westen verderben aufgestellt haben. Am liebsten käme ich da mit dem Schlögel…
    Gott wird diese Lumpen richten!

    Ps: Dieser Kultusschmierling braucht sich gar nicht fromm tun. Der fördert solche Amoks ja direkt.

  3. 3 Popeye (Freitag, 13. März 2009; 18:16): 

    Es ist mir unerklärlich, wie all die Psychologen, Politiker die Verdrehung der Kausalität entgehen kann.
    Nicht Egoshooter und die Begeisterung für Waffen machen einen (neben den anderen so oft angeführten Dingen) zum Amokläufer, sondern der Tätern sucht sich beides zum Ausleben seiner Fantasie. Nur der Täter macht das Spiel zum “Killerspiel”!
    Seltsam ist auch, woher alle ihr Urteilsvermögen hernehmen, die noch nie solche Spiele gespielt haben.
    Wenn ich eine neues Spiel habe, schaue ich natürlich zuerst auf die Grafik, die Effekte und die Waffen und ihre Wirkung.
    Das alles rückt aber sehr schnell in den Hintergrund, denn man konzentriert sich darauf, seine Aufgaben zu erfüllen, sich und sein Team am Leben zu erhalten und das nächste Level zu erreichen.
    Der Vorwurf, Brutalität werde in diesen Spielen belohnt, ist besonderst unsinnig, wer überlegt, wie er im Spiel seinen Gegner möglichst brutal umbringt, hat schon verloren.

    Die Integrationsbeauftragte Böhmer hat den Vogel abgeschossen!

    http://hatedspeech.net/?p=177

  4. 4 Huwi (Freitag, 13. März 2009; 18:43): 

    Ja!
    Das mit Bömer ist geradezu unerträglich. Es wirkt als ob sie geifernd vor Ort erscheint um zu erfahren, ob auch mal wieder was für sie abfällt…

  5. 5 Martin (Freitag, 13. März 2009; 18:49): 

    @Popeye

    Böhmer schießt neben Schäuble doch ständig den Vogel ab.

    => Böhmer zog insgesamt eine positive Bilanz der deutschen Integrationspolitik.

    =>Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind eine Bereicherung für uns alle!

    Hoffentlich findet das alles im Herbst ein Ende.

  6. 6 freinsheimer (Freitag, 13. März 2009; 19:02): 

    “Die Integrationsbeauftragte Böhmer hat den Vogel abgeschossen!”

    Gemäss Kewil von http://fact-fiction.net/ soll ihre erste Sorge gewesen sein, ob vielleicht gezielt auf Migrantenkinder geschosen wurde. Wenn das stimmt, wovon ich ich ausgehe, dann ist für mich die CDU und alles was dazu gehört jetzt endgültig unwählbar geworden.

  7. 7 Huwi (Freitag, 13. März 2009; 20:04): 

    Hoffentlich findet das alles im Herbst ein Ende.

    Im Herbst wird alles schlimmer!
    Entweder gibt es dann rot-rot-grün oder wieder eine große Koalition mit zwei Parteien, die dann zusammen gerade noch über die 50% kommen.
    Die Zeiten, in denen die Union 40%+ bekommen hat sind endgültig vorbei, 30% der Deutschen Wähler wartet nur auf eine Partei die es trotz schmutzkampagnen von allen Parteien und der Presse schafft, sich als rechts der Union wählbar zu verkaufen.

  8. 8 Robin Renitent (Freitag, 13. März 2009; 20:44): 

    Politiker sind Idioten. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber man findet sich immer wieder bestätigt. Jüngstes Beispiel: Diese Affenärsche fordern Computerspielverbote. Es ist immer wieder erfrischend zu sehen, wenn Blinde von der Farbe sprechen.

    Auch die Fehlleistung mit dem Screenshot von Tim K. bringt sie nicht zur Einsicht.

    Eine einminütige Überlegung reicht aus. Jeder zweite Jugendliche (mindestens jeder Zweite) kennt sich besser mit dem PC und dem Internet aus, als so eine populistische Politpfeife.

    Aus eigener Erfahrung: Mein 13 jähriger Sohn wird die meisten von diesen Knallerbesen in den Schatten stellen. Der gute Junge hat, und ich habe ihm dabei über die Schultern geschaut, um die 25 Spiele aus dem Netzt geladen. Natürlich von russischen Seiten. Da er Deutsch und Englisch kann, und Russisch lernt und auch schon gut spricht und liest, war das eine Herausforderung, die ich nicht unterbinden wollte.

    Nun sollte auch jeder Politiker wissen, dass es in Deutschland inzwischen „einige, wenige“ russischstämmige Migranten gibt. Eine Wette wäre unfair, aber es ist wahrscheinlich, dass 99,9 Prozent der Spiele dieser Jugendlichen so beschafft wurden, wie das mein Sohn getan hat. Und das ist auch gut so.

    Übrigens hat er dadurch sein Taschengeld in Höhe von einigen hundert Euro gespart. Dass er das für solche Spiele verballert hätte ich auch nicht erlaubt.

    Anmerken möchte ich aber doch, dass zumindest unsere Kinder auch noch sehr weitreichende andere Interessen haben.

  9. 9 Captain (Samstag, 14. März 2009; 11:17): 

    Ich stimme dem Autor zu. Allerdings finde ich es witzig, wenn im Artikel von Verantwortung der Eltern geschrieben wird (was ich unterstütze), aber dann Kommentare wie die von Robin Renitent lese, vor allem wenn man den ganzen Beitrag dazu liest.

    Aber das liegt wahrscheinlich in der unterschiedlichen Auffassung von guter Erziehung, und das ist ein anderes Thema …

  10. 10 Jack Anderson (Samstag, 14. März 2009; 15:47): 

    @ Robert:

    Ich bin zugegebenermaßen gerade arg erschüttert. Sie erlauben Ihrem Sohn nicht, dass er sein Taschengeld für Spiele ausgibt, schauen ihm aber bei der Nutzung russischer Seiten zu, wo er diese Spiele vermutlich kostenlos - ergo illegal - erwirbt. Das beste ist aber, dass Sie diese Aktivitäten damit begründen, dass es eine Herausforderung für Ihren Sohn gewesne sei. Super! Ich konnte mal wirklich fließend Französisch, vielleicht sollte ich mir - aus Gründen des Hör-Verstehens natürlich - einige französische Pornos besorgen…

    Nun ist es so, dass ich auch ein Computerspieler bin und auch schon so ziemlich alles gespielt habe, was jetzt in den Medien verschrieen wird. Ergo: ich bin kein Moralapostel. Wenn ich aber über Ihren Post nachdenke, komme ich zu der Erkenntnis, dass sich das herbeigedete Problem mit irgendwelchen Spielen bald erledigt. Sie verstehen: Kaptialismus und so. Bald fragen auch die Spieleschmieden nach Rettungspaketen…

  11. 11 Huwi (Samstag, 14. März 2009; 21:51): 

    Also wenn Du über 18 bist kannst Du Dir gerne französische Pornos runterladen ;-) Ansonsten finde ich diese Art der Erziehung auch etwas seltsam - darüber zu urteilen will ich jedoch nicht.

  12. 12 Die Entrücktheit der Politk, » Gegenstimme (Samstag, 27. Juni 2009; 23:36): 

    […] entfernt ist zeigt sich dabei nur zu deutlich. Wie ich schon direkt nach dem Amoklauf von Winnenden gesagt hatte, sind viele Politiker von den technischen Entwicklungen der letzten 30 jahre offensichtlich […]

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