Die Nacht der lebenden Regierung
Autor: Gegenstimme | Abgelegt unter Kommentare, Libertophobie
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In einem Ding hat die Erziehung durch Medien und staatliche Schulen Erfolg gehabt, ich will gut sein und mich richtig verhalten. Das macht mich nicht zu einem Gutmenschen und vielleicht ist dies auch nur der Erziehung meiner Eltern geschuldet, dass man sich an Gewissen und moralische Grundsätze hält. Was auch immer der Grund dafür ist, ich mache mir Gedanken über mein Verhalten. Zudem weiß ich, dass ich schon einmal fundamental falsch lag und es daher keinesfalls völlig auszuschließen ist, dass dem wieder so sein könnte. Als Resultat dessen frage ich mich, ob ich ein Rassist bin.
Können Islamkritiker Rassisten sein?
Wie selbstverständlich erklären wir (konservative Islamkritker) alle oder die meisten linken Israelkritiker zu Antisemiten. Für uns ist die Israelkritik nur eine Maskierung des eigenen Judenhasses oder zumindest der eigenen Judenablehnung. Je nach Interpretation ist ja noch immer ein signifikanter Anteil der deutschen Bevölkerung ablehnend gegenüber Juden (1).
Während also selbst Israelkritker, die während ihrer Kritik sich klar für die israelische Existenzberechtigung aussprechen oder dies vorher schon oftmals gemacht haben, im Falle von harscher Israelkritik in unseren Augen zu Antisemiten werden können, kommt uns selber natürlich nciht in den Sinn wir könnten Rassisten sein. Dabei sollte es ohne jeden Zweifel einleuchten, dass sich auch in unseren Reihen Rassisten befinden. Teils ist dies unbewußt wie bei den linken Antisemiten, die ja ihrer Aussage nach auch nichts gegen Juden haben, teils ist dies einfach eine Neufokussierung des eigenen Ausländerhasses auf eine gesellschaftsfähigere Form. Wer pauschal gegen Neger spricht ist ohne jeden Zweifel fremdenfeindlich oder zumindest fremdenkritisch, wer jedoch gegen “die Moslems” - oder noch besser nur gegen “den Islam”, also nicht gegen die Menschen, ist und dazu ein paar Suren zitieren kann, der kann sich gegen den Vorwurf wehren ausländerfeindlich zu sein. Dies reicht zwar nicht um in der Mehrheit anzukommen doch zusammen mit dem gerne verwendeten Argument dass Moslems ja keine Rasse sind reicht es, um in konservativen Kreisen und unter anderen Islamkritikern anerkannt zu werden. Aus welcher Motivation die Islamkritik jedoch erfolgt wird selten gefragt. Ohne irgendwelche Zahlen zu kennen ist es aber doch unzweifelhaft dass einige aus unseren Reihen einfach die “Probleme” abarbeiten wollen. Sollten sie je Erfolg haben und alle Moslems heimschicken wäre bei einigen danach nun wohl auch ein christlicher Afrikaner wie Gerald Asamoah dran.
Ein solcher Fall ist wohl Pro Köln. Früher waren einige in rechtsextremen Kreisen unterwegs, dann setzten sie ein Kopfgeld auf eine untergetauchte abgelehnte Asylbewerberin und Zigeunerin aus. Zudem gestand Markus Beisicht selber ein, dass man sich das Thema ausgesucht habe weil es eine Marktlücke war. Von grundsätzlicher Überzeugung ist in dem JF-Interview für meine Ansprüche viel zu wenig zu lesen. (2) Auch die Informationen über die bei ihrem Kongress eingeladenen Politiker sprechen eine bedrückende Sprache. (3)
Um die Frage der Überschrift zu beantworten: In meinen Augen können Islamkritiker ganz eindeutig sehr wohl Rassisten sein.
Bin ich Rassist wenn ich Moslems ablehne?
Wann immer ich Moslems - aber wohl auch welche, die ich dafür halte - sehe, habe ich ein Gefühl der Bedrückung. Ich denke Dinge wie “Typisch, die Frau geht hinter ihm” oder “Wie kann man nur eine Frau bei 30° zwingen, solch dicke Kleidung zu tragen?” - aber auch, wenn ich ehrlich bin, deutlich ablehnendere - ja gar feindliche - Dinge wie “Schon wieder so ein so ein Scheiß-Moslem”.
Selbstkritisch wie ich bin muß ich mir gerade über die letzte Aussage Gedanken machen. Ich differenziere nicht, ich denke nicht “Ein Moslem, aber vielleicht ist das ja ein toleranter der mich nicht als halbes Tier sieht?”. Nein, ich denke “Scheiß-Moslem”. An sich ist das wohl ohne Zweifel etwas, das man als rassistisch bezeichnen könnte, auch ungeachtet der Tatsache, dass ich den Islam aus sehr guten Gründen ablehne.
Nun ist es aber so, dass ich offensichtlich nicht per se die Menschen aus diesem Kulturkreis ablehne. Erstaunlicherwesie - und jetzt kommt das, was man bei Antisemiten gerne “Alibifreunde” nennt - gehören zu meinen fünf besten Freunden zwei Perser und ein Halbsudanese (Vater Neger, dementsprechend dunkel). In dem engeren Freundeskreis befinden sich weitere drei Perser, zwei Araber und ein Türke. Alle haben sie jedoch gemein, dass sie entweder keine Moslems mehr sind oder es nie waren. Alle wissen auch über meine Ansichten bezüglich des Islams und haben nicht das geringste Problem damit.
Ich habe also nichts gegen ihre “Rasse”, wohl aber gegen die bei ihnen vorherrschende Religion.
Betrachtet man das unreflektiert, so ist der einzige Unterschied zwischen mir und einem “Scheissnigger” -Rassisten wohl nur der Punkt, dass mein “Nigger” seine Hautfarbe wechseln kann - um bei der Metapher zu bleiben. Rassismus, die Ablehnung und Minderwertung anderer Menschen nur wegen ihrer Hautfarbe ist jedoch grundsätzlich falsch. Zwar wehre mich gegen die Aussage “Alle Menschen sind gleich” und bevorzuge noch eher ein “Alle Menschen sind gleichwertig“, doch selbst dieser Aussage ist nur schwer zuzustimmen. Ich sage daher “Alle Menschen sind bei ihrer Geburt gleichwertig”. Für mich wird ein Terrorist egal welchen Glaubens, ein Kinderschänder oder ähnliches niemals beispielsweise mit einem selbstlosen Arzt von Ärzte ohne Grenzen gleich oder gleichwertig sein.
Doch ich weiche ab. Selbstkritisch muss ich wohl sagen, dass ich tatsächlichen oder vermeindlichen Moslems gegenüber pauschal negativ empfinde. Ich will jedoch kein Rassist sein, da ich davon überzeugt bin dies sei falsch. Ich fragte daher einen meiner Freunde aus diesem Kulturkreis, ob die pauschale Ablehnung von Moslems seiner Meinung nach rassistisch sei, er verneinte. Mitglieder einer Gewaltideologie pauschal abzulehnenund als negativ zu empfinden ist nach ihm nicht rassistisch.
Wobei wird differenziert? Ist eine Differenzierung notwendig?
Dann habe ich daran gedacht, wie viel all die “Antirassisten” bei tatsächlichen und vermeindlichen Neonazis differenzieren… Zahlreiche NSDAP-Mitglieder haben Juden gerettet, auch in der SS wird es vereinzelte Judenretter gegeben haben - auch wenn ich darüber nichts weiß. Die Wehrmacht wurde und wird pauschal als verbrecherische Organisation eingestuft. Viele ihrer Mitglieder haben ohne jeden Zweifel schreckliche Verbrechen begangen, auch gab es verbrecherische Befehle. Doch wer denkt hierbei (in Deutschland) an Menschen wie Johannes Blaskowitz? (4) Blaskowitz war sicher kein Held und kein Wohltäter der Menschheit, doch sollte eine allseits beschworene Differenzierung nicht auch automatisch immer sein Verhalten in Polen erwähnen? Wie ist es denn in der deutschen Öffentlichkeit, wie handhaben es die Linken? Jörg Uckermann scheint ein ganz vernünftiger und integerer Mann zu sein, wird in den Medien berichtet: “Die rechtsextreme Partei Pro-Köln, der aber auch bürgerlich-konservative Mitglieder angehören…”? Nein, natürlich nicht!
Wenn ein Glatzkopf mit Bomberjacke und weißen Schnüren in den Springerstiefeln herumläuft, wenn jemand NPD Mitglied ist - wird dann gefragt ob er das wirklich alles so sieht wie wohl die Mehrheit der Gruppe, der er angehört? Ein gewisser (vermutlich eher sehr kleiner) Anteil der NPD-Mitglieder ist wohl nur Mitglied, weil es die Freunde auch sind oder aus einem dumpfen Gefühl die anderen Parteien würden Deutschland verkaufen. Dies ist sicherlich dumm , doch wo wird hier jetzt differenziert?
Berichten die Medien “Soundso viele hundert - ein Teil Rechtsextremisten, ein Teil nicht - waren in Köln zur Kundgebung von Pro-Köln gekommen” oder schreiben sie “300 Rechtsextremisten”? Wir alle kennen die Antwort.
Wie müsste ein Islamkritiker sein um kein Rassist zu sein?
Indem ich also nicht differenziere, sondern pauschal ablehne, verhalte ich mich kein bisschen anders als es auch der Rest der Gesellschaft tut. Wie der Rest der Gesellschaft sehe ich eine tatsächlich oder potentiell antidemokratische, gewaltbereite und rassistische Ideologie und verurteile ihre Anhänger pauschal als Antidemokraten, potentiell gewaltbereit und mir gegenüber rassistisch eingestellt und agierend. Ich habe kein Problem mit Menschen, die einmal dieser Ideologie angehörten und sich von ihr abgewendet haben und akzeptiere sie als meinesgleichen. Damit stehe ich sogar im Gegensatz zum Rest der Gesellschaft was Rechtsextremisten angeht. Wie hinlänglich bekannt ist, reicht mitunter schon das Schreiben von drei Artikeln für die Junge Freiheit vor vielen Jahren um als Minister untragbar zu sein. Von einer ehemaligen Mitgliedschaft in der NPD mal ganz zu schweigen, auch wenn es vereinzelt eine Ausnahme geben mag.
Für mich habe ich anhand dieser Überlegungen entschieden, dass es nicht verwerflich ist Moslems pauschal abzulehnen, so lange man ihnen zugesteht sich davon abzuwenden ohne permanent an einen Trick oder Taquiya zu glauben und so lange man sich immer darüber im klaren ist, dass trotz der ideologischen Grundlage auch gute Menschen Mitglied sein können.
Nach all dem behaupte ich kein Rassist zu sein und frage mich, ob Linke überhaupt ähnlich selbstkritisch in ihrer Ablehnung anderer Gruppen sind. Wie sehen es die linken und linksextremen Leser unseres Blogs?
Wenn die Kommentare in einer nicht beleidigenden, gemäßigten und akzeptablen Form sind, sind ihre Kommentare hier nicht unerwünscht.
(1)
Stern und Berlinonline
(2)’
Junge Freiheit
(3)
PI, Gudrun Eussner
Autor: Gegenstimme | Abgelegt unter (Selbst-)Kritisches, Kommentare, Gesellschaft, Islamkritik
10 Kommentare . .
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