Rush Limbaugh Quote of the Day

"Obama is doing to the US economy what Godzilla did to Tokyo -- stomping all over it."
20. Mai 2009

Der Feind meines Feindes ist - mein Feind???

Das zumindest könnte man manches Mal glauben.
Aus gegebenem Anlass (1) will ich in diesem Artikel eines der Grundprobleme der islamkritischen Bewegung ansprechen: Die Selbstzerfleischung.

Die islamkritische Bewegung:
Die islamkritische Bewegung ist sehr heterogen. Es fängt an mit Kommunisten die aus Grundüberzeugung, sprich “Religion ist Opium fürs Volk” jede Religion - so auch den Islam - ablehnen. Dazu kommen Sozialisten und moderate Linke, die sehr wohl verstehen, dass der Islam genau gegen das steht, was sie ja eigentlich fordern. Seine Unterdrückung von Minderheiten müsste man, wäre sie nicht hauptsächlich an der Religion aufgehängt, als klar rassistisch bezeichnen. Dass man sich einen Teil der Andersgläubigen, sprich die Dhimmis, als halbe Sklaven hält und sie öffentlich demütigt während man den Rest zur Konvertierung zwingt oder umbringt unterscheidet den Islam nicht viel vom Nazismus.
Dann gibt es die wirklichen Liberalen, also die, welche die Freiheit schätzen und daher eine sich selber Unterwerfung nennende Religion ablehnen müssen. Weiter nach rechts kommen nun die Konservativen sowie die gläubigen Christen. Ein Konservativer will die eigene Kultur bewahren und muß daher die massiven, mit dem Islam zwangsläufig einher gehenden Umwälzungen genauso ablehnen wie die drastischen Freiheitseinschränkungen.
Die gläubigen Christen lehnen den Islam aus verschiedenen Gründen ab. Zum einen gibt es die Überlegung, dass der Islam eine von Satan gegründete Religion sein könnte, immerhin widerspricht der “Gott” des Koran sich selbst so drastisch verglichen mit der Bibel dass es kaum eine andere Erklärung gibt. Doch selbst wenn eine abrahamitische Herkunft des Islam akzeptiert wird, so herrscht dennoch der Missionsgedanke vor, wonach man auch die Moslems zum wahren Glauben führen möchte. Dazu kommt vielleicht auch ein wenig Futterneid, immerhin wildert der Islam ja im eigenen Stammgebiet.
Weiter rechts kommen dann die, die ihr Volk von (unguten) fremden Einflüssen rein halten wollen. Es sind die Rechtskonservativen, die Nationalisten, Nationalchauvinisten und Nationalsozialisten. Gerade bei den letzten zwei ist die Islamkritik häufig eher eine maskierung des eigenen Rassismus, wie ich bereits einmal angesprochen habe(2). Dieses extrem heterogene Lager ist massiv untereinander verfeindet und distanziert sich am liebsten von jedem anderen Islamkritiker. Wenn die inhaltlichen Unterschiede eher marginal sind, ist es dann wohl eher das Kämpfen um die wirtschafltichen Aspekte der Islamkritik. Immerhin haben sehr viele islamkritische Seiten inzwischen eine ganze Industrie um ihre Seite aufgebaut. Von Popups und Google-Ads über einen eigenen Shop mit Devotionalien bis hin zu fest vermieteten Werbeplätzen am Rande geht es häufig um viele hundert Euro im Monat wenn nicht gar mehr. Je mehr man dabei dann “die Anderen” diskreditieren kann, desto mehr könnten ja dann nur noch der “einzig wahren Islamkritischen Bewegung” folgen.

Dümmliche Kleinkariertheit, die die Islambefürworter nicht kennen:
An sich ist dieses Verhalten an Dummheit kaum zu überbieten. Indem man sich von allem und jedem distanziert, wird die islamkritische Bewegung in unzählige kleine Fraktionen zersplittert und versäumt es so, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen. Während es beispielsweise ein Deutsch-Türkisches Forum der CDU gibt(3), das sogar versucht die Parteilinie zum Kopftuch hin zu einer Erlaubnis zu beeinflussen (4), scheint es andererseits keine islamkritische Vereinigung in der CDU zu geben. Würde ein Alois Glück die CSU zur Heimat aufgeklärter Muslime erklären wenn er wüsste, dass 20% der CSU-Mitglieder in einem hypothetischen IBDCSU (Islamkritischer Bund der CSU) organisiert sind? Das darf bei den sich für Wählerstimmen prostituierenden Politikern wohl bezweifelt werden.
Die Gegenseite kennt keinerlei Bedenken, wenn es nur um “das Richtige” wie eine Aktion gegen die NPD geht. Dann arbeitet sogar mal die CDU mit der DKP zusammen (5) und der Vorsitzendes des zuständigen Stadtverbandes erklärt frei heraus dass man “keinerlei Berührungsängste” habe. Sich gegen die NPD zu verbinden ist eine gute Sache, denn bei aller Liebe und Toleranz, diese Partei ist selbstverständlich nur eine andere Art des Untergangs des Abendlandes.
Doch auch auf islamischer Seite arbeitet man fleißig zusammen. Während sich die Shiiten und Sunniten bekanntermaßen seit 1350 Jahren gegenseitig umbringen, sieht man in Deutschland beide an sich verfeindete islamische Richtungen Hand und Hand gegen die Kuffar zusammenarbeiten (6). Vermutlich ist dies nur ein Waffenstillstand auf Zeit, dennoch ist er bemerkenswert.
In der Politik ist eine Koalition von gerade DIE LINKE heißender SED und SPD nur noch eine Frage der Zeit, ungeachtet des Extremismus in der Partei und der bekannten Terrorunterstützung durch DIE LINKE (7). Hauptsache man erreicht seine Ziele und ist an der Macht, die Grabenkämpfe können ja schließlich auch noch später stattfinden.

Mehr Vernunft unter Islamkritikern wäre wünschenswert:
Ich erinnere mich an eine lustige Sache. Als der 2. Irakkrieg gerade ausgebrochen war oder kurz bevorstand demonstrierte die NPD in meiner Stadt gegen den Krieg und für Frieden im Irak. Obwohl dieses Thema ja absolut das der Linken war, fand sich dennoch eine große Zahl von Gegendemonstranten ein um gegen das zu Demonstrieren wofür sie selber waren, nur weil es die Falschen wollten. Ich frage mich seitdem was wohl die Grünen machen würden, wenn die NPD beim Nächsten Wahlkampf von ihren “Das Boot ist voll” etc. Kampagnen auf “100% regenerative Energie ist möglich!” wechseln würden. Die Inhaltliche Übereinstimmung mit der NPD würde sicherlich eine Menge Irritationen hervorrufen und das ganze zu einem urkomischen Possenspiel werden lassen.
Meines erachtens sollte die islamkritische Bewegung es endlich einmal akzeptieren dass sie extrem heterogen ist und lernen damit umzugehen. Wird denn eine Islamkritik von dem ehemaligen Kommunisten Giordano schlecht, weil er mal in der KPD war? Mina Ahadi ist wohl immer noch Kommunistin (8), doch sollte man sie deshalb ausgrenzen? Vielmehr sollte man auf allen Seiten endlich einmal einsehen, dass unser Anliegen grösser als die kleinkarierten Differenzen untereinander sein sollte.

Ein Zweckbündnis macht Sinn und lässt sich auch durchaus verwirklichen!
Wenn wir die Islamkritik ernst nehmen, muss es ohne wenn und aber unser Anliegen sein, sie auch voran zu treiben. Um in einer Demokratie etwas zu erreichen reicht es jedoch nicht laut zu brüllen und mti dem Finger auf die Anderen zu zeigen (wobei gleichzeitig drei Finger auf einen selber zeigen…), statt dessen müssen viele Menschen unter einem Banner vereint werden. Dabei hilft es nicht, wenn einige Islamkritiker (vergeblich) auf eine konservative Partei unter Udo Ulfkotte hoffen oder gehofft haben, denn eine dezidiert christliche konservative Partei schränkt die Zahl der potentiellen Wähler und Unterstützer schon wieder drastisch ein.
Das von manchen Irren geforderte totale Waffenverbot ist gnadenlos gescheitert, weil Millionen von Sportschützen in Vereinen sind und mehrere Dutzend Bundestagsabgeordnete selber Jäger sind. Hierbei war es irrelevant, ob die Schützen und Jäger nun CSU, CDU, FDP, SPD, SED oder Grüne wählen, allesamt waren sie gegen eine solche Einschränkung auch über ihre eigenen Parteigrenzen hinweg. Wenn es um die Verhinderung eines noch schärferen Waffengesetzes geht kümmert es nunmal im Augenblick wenig, dass der Bündnispartner die Atomenergie vielleicht wieder einführen will während man in der eigenen Regierungszeit den Ausstieg beschlossen hat.
Gäbe es 10 Millionen Mitglieder in einer Islamkritischen Allianz (IKA), so würden vielleicht selbst die Grünen mitunter einmal ihre gnadenlose Islamhofierung überdenken, immerhin wollen auch sie sich gerne beim Wahlvieh anbiedern. Um eine solche IKA jedoch zu erreichen muss jeder Abstriche machen und sich darüber im Klaren sein, dass viele in diesem Bündnis die Islamkritik anders verstehen und in anderen politischen Bereichen mitunter etwas völlig kontraires erreichen wollen.  Vielmehr sollte man sich in einem ausschließlich islamkritischen Bündnis vereinen und einfach auf eine kontinuierliche Vorgehensweise einigen.
Ein radikaler Islamkritiker, der den Islam am liebsten verbieten will, ist an sich natürlich kein Bündnispartner für einen bürgerlichen oder sozialdemokratischen Islamkritiker, der lediglich das Kopftuch in allen öffentlichen Gebäuden verbieten und auch islamische Schulkinder zum gemischtgeschlechtlichen Sport und Schwimmen zwingen will. Wenn beide Seiten ihr Ansinnen jenseits aller Grabenkämpfe jedoch ernst meinen, so ist auch hier wunderbar eine Zusammenarbeit möglich. Zwar wird der Radikale den Islam mit diesen moderaten Bündnispartnern nie verbieten können, ihm muss jedoch ohne wenn und aber klar sein, dass ein Kopftuchverbot und ein normaler Sportunterricht immerhin etwas ist. Besser mit einem Kopftuchverbot anfangen und es auch durchsetzen als ewig vergeblich von einem Islamverbot zu träumen, was ohnehin nicht zu erreichen ist.
Es spricht dann doch überhaupt nichts dagegen, wenn nach dem erfolgreichen Umsetzen des Verbots die moderaten Kritiker aus der Allianz herausbrechen und sich ab sofort gegen eine weitere Verschärfung des Vorgehens gegen den Islam sperren. Der Radikale kommt zwar nicht weiter, allerdings ist die nun entstandene Hauptkampflinie der Islamkritik weitaus weiter im “Feindesland” als sie es zuvor war, oder etwa nicht? Sollte es nicht im Interesse aller Islamkritiker egal welcher Couleur sein, derart vorzugehen? Man marschiert zusammen und arbeitet das Problem Schritt für Scritt ab, während immer wieder welche aus der Phalanx herausbrechen und ihre Schlacht beenden, bis die IKA eben nicht mehr stark genug ist um weiteres Vorgehen zu erreichen. Das mit Hilfe all der an sich wegen zu moderater, zu “islamkuscheliger”, zu “dhimmihafter” Haltung etc. Abgelehnter erreichte würde sich dennoch sehen lassen.
Deshalb muss man nicht mit der NPD zusammenarbeiten. Man sollte einfach von jedem ein klares Bekenntnis zur pluralistischen Demokratie und zu den Menschenrechten ohne ein “aber” verlangen, es damit jedoch auch gut sein lassen. Der Moderate sollte seine Kritik an den Anderen zurückstecken, der Radikale seine radikalen Forderungen wie ein Streichen des Kindergeldes für Muslime (wie ich selber einmal gelesen habe) und Homophobe sollten ihre Ablehnung Schwulen gegenüber wenigstens bis nach dem Festigen der neuen “Hauptkampflinie” für sich behalten! Nach dem Erreichen der eigenen Ziele mit Hilfe der Anderen ist doch noch genug Zeit, wieder auf einander einzuhauen, oder nicht?

 Wenn mein Haus brennt weder ich mit Sicherheit nicht den kommunistischen oder nazistischen Nachbarn davon abhalten, beim Löschen zu helfen, selbst wenn ich ihn danach wieder aufs Härteste im Gemeinderat angreifen werde!

(1)
Die Achse des Guten, PI

(2)
Über Islamkritik und Rassismus

(3)
DTF

(4)
Welt.de

(5)
JF

(6)
ZdM

(7)
Anticomunista

(8)
Wikipedia

Autor: Gegenstimme | Abgelegt unter (Selbst-)Kritisches, Kommentare, Islamkritik
4 Kommentare  . .













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