1198 - Randnotizen zum kulturell biegsamen Rechtsstaat
Berneck (www.kath.net/idea) – Die muslimische Vielehe wird in immer mehr westeuropäischen Ländern geduldet. Das berichtet das evangelikale Monatsmagazin „factum“.Mit der Ausbreitung des Islams nehme auch die Zahl der mit mehreren Frauen verheirateten Männer zu. Allein in Frankreich gebe es schätzungsweise 30.000 muslimische Männer mit mehr als einer Ehefrau, obwohl die Vielehe dort verboten ist, so das Blatt.
In Großbritannien wird Polygamie mit sieben Jahre Haft geahndet. Laut „factum“ akzeptiert die britische Rechtsprechung dennoch die Ehe eines Mannes mit mehreren Frauen, wenn dies im Herkunftsland des Mannes zulässig sei. Der Mann könne auch für seine zusätzlichen Ehefrauen Sozialhilfe beantragen. In den Niederlanden habe der christdemokratische Justizminister Ernst Hirsch Ballin angekündigt, muslimische Vielehen nicht nach dem staatlichen Recht zu beurteilen, sondern „im Dialog“.
Interessantes Rechtsverständnis, das da wieder mal ganz offen praktiziert wird:
Alle sind (bzw. seien) vor dem Recht gleich, nur manche sind öfters gleich. Ich persönlich hätte nichts gegen eine Entstaatlichung bzw. (Rück)überstellung der Institution der Ehe in das Privatrecht bzw. als private Vertragssache. Aber diese Erklärungen ungleicher Rechtsbehandlung durch “Rücksichtnahme auf kulturelle Unterschiede” ist Hohn und Spott auf das oftmals von verantwortlichen Politikern aufrechterhaltene Ideal der Rechtsgleichheit und der Aufklärung.
Autor: Francis | Abgelegt unter Großbritannien, Dies & Das, Niederlande, Gesellschaft, Religion
23 Kommentare . .











