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"I hope I didn't shock you, folks, by telling you that Iran may be working on a bomb, but the UN just announced that that's what they think might be going on."
28. Juni 2009

Zweckgemeinschaft statt Nation, Bevölkerung statt Volk

schreibt eine Finnin in der JF über Deutschland:

Daß die Mehrheit hierzulande diesen Glauben nicht mehr hat, ist wohl bekannt. Schließlich betonen sowohl Politik, Wissenschaft und Medien ständig, daß Deutschland keine Nation mehr wäre, sondern eine Art Zwecksgemeinschaft mit einer Bevölkerung statt einem Volk in einem geeinten Europa.
Klar könnte ich einen deutschen Paß beantragen und würde ihn auch höchst wahrscheinlich bekommen. Doch was würde es mir bringen, dem Papier nach Deutsch zu sein, wenn ich es vom Herzen nicht bin?
Wenn dagegen ein Ausländer hier geboren und aufgewachsen ist und sich in Deutschland kulturell verwurzelt fühlt, sich mit diesem Land identifiziert, kann ich durchaus verstehen, daß er auch einen deutschen Paß haben möchte. In Ordnung. Doch dann sollte er auch bereit sein, seine andere Staatsbürgerschaft aufzugeben. Alles andere ist Opportunismus.

Dieser Beitrag wurde von Huwi am Sonntag, 28. Juni 2009 um 13:40 Uhr veröffentlicht und unter Gesunder Menschenverstand, Medienwelt, Gesellschaft, Germanyland abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.

Bisher gibt es 5 Kommentare zu “Zweckgemeinschaft statt Nation, Bevölkerung statt Volk”

  1. 1 ralphieboy (Sonntag, 28. Juni 2009; 18:46): 

    Nicht zu vergessen, dass das vereinigte, demokratische Deutschland in seiner jetzigen politischen Aufmachung noch keine 10 Jahre alt ist.

    Das I. sowie das II. Reich, zusammen mit der Weimarer Republik, wären nur Vorläufermodelle, das III ein arger Fehler. Wir können nur hoffen, dass sie dem Lernprozess gedient haben…

  2. 2 Robin Renitent (Sonntag, 28. Juni 2009; 20:15): 

    Es gibt ganz pragmatische Gründe für einen zweiten Pass. Die Reisefreiheit. Das Erbrecht im Ausland. Da Deutschland auch jahrzehntelang hier lebenden Ausländern bisher nicht gestattete eine zweite Staatsbürgerschaft zu erwerben, nicht mal, wenn die Kinder Deutsche sind, hat z.B. meine Frau die kanadische Staatsbürgerschaft erworben. Das ermöglicht ihr weltweit zu reisen, zu erben, ohne Komplikationen, wie das mit ihrem ersten Pass nicht möglich wäre. Ich bedaure, dass es der Kanadische sein musste und nicht der Deutsche sein konnte.

    Ich fühle mich als Deutscher. Als Berliner. Und habe deshalb meinen Pass behalten. Aber eben auch aus pragmatischen Gründen, um den problemlosen Zugang zu Europa zu behalten. Letztlich die Mobilität als Prioritätsgedanke.

    Wenn Deutschland sich sezessionistisch in Einheiten zerlegen ließe/würde, wogegen ich nichts einzuwenden hätte, würde ich ja trotzdem Deutscher bleiben, gebunden durch die Sprache, die Kultur, die Geschichte. Es würde nichts ändern, auch wenn Berlin ein “roter” Staat wäre und ich mich z.B. für Bayern als “schwarzen Staat” entscheiden würde.

    Auch wenn ich den deutschen Pass zugunsten eines anderen Passes zurückgegeben hätte bliebe ich ja Deutscher.
    Der Begriff “Volk” ist doch nicht an die Staatsgrenzen gebunden.

    Die Zerstörung der bürgerlichen Klasse durch linke und rechte Kräfte in Deutschland, die Eliminierung des Deutschtums durch eine egalisierende EU, die Unterwanderung mit aus wahltaktischen Gründen hereingeholten Nichtdeutschen, ist die Gefahr die Deutschland droht - und nicht ein Zweitpass.

    Ich kenne zahlreiche Ausländer die Deutscher sind als Deutsche, die sich zu Deutschland auch innerlich bekennen, denen aber mit dem Zwang zu einem Pass, die Bindung an ihre Elternhäuser verwehrt wird.

    Türken und Muslime sind das aber nicht.

  3. 3 loyalbushie (Sonntag, 28. Juni 2009; 22:37): 

    Kann mich Robin Renitent nur anschließen… kürzlich gab es bei Report oder irgendsowas zB einen Beitrag über junge Israelis, die als Angehörige von Shoah-Opfern das Recht haben, einen deutschen Pass zu beantragen und von diesem zu Zwecken der Sicherheit angesichts der anhaltenden Bedrohung durch Adolfinedschad und Konsorten auch zunehmend Gebrauch machen.

    In solchen Fällen finde ich beispielsweise die Option einer doppelten Staatsbürgerschaft sachlich gerechtfertigt.

  4. 4 mvh (Montag, 29. Juni 2009; 07:14): 

    Die Forderung von Huwi ist deshalb richtig, weil er nicht jene miteinbezieht, die sich eh schon loyal gegenbüber einem Staat verhalten, sondern nur die meint, die den Vorteil des deutschen Sozialstaates nutzen, alle Rechte in Anspruch nehmen, aber dem Land und seiner Bevölkerung gegenüber desinteressiert, wenn nicht sogar feindlich eingestellt sind und je nach Bedarf hin-und herspringen. Die Diskussion der doppelten Staatsbürgerschaft wurde erst problematisiert, als die Türken die Forderung stellten, beide Pässe erhalten zu können. Wer erinnert sich noch an die türkische Ministerin, die damals unverschämte Forderungen stellte? Es gibt einen Unterschied zwischen wohlhabenden und arbeitenden Immigranten, die dem Staat keinen Schaden zufügen und eben jenen, die sich als Paßdeutscher nur den Zugang zu den Sozialtöpfen sichern wollen.
    Die Diskussion erinnert mich an Claudia Roth, die meinte, die Frau eines japanischen Managers oder amerikanischen Bankers müßte ja auch keinen Sprachtest zur Einreise nach Deutschland machen.

  5. 5 Huwi (Montag, 29. Juni 2009; 08:53): 

    Was die Finnin sagt ist: Nation ist etwas besonders, kein Verein dem man beitritt oder wieder verlässt. Einem Volk gehört man nicht an indem man seinen Pass annimmt.
    Daher ist das Verschenken von Pässen kein einziger Schritt richtung Assimilation und damit Richtung Aufgehen im Volk, sondern bestenfalls ein Schritt Richtung Zementieren einer Parallelgesellschaft, die nichts anderes als die mutwillige Schaffung einer neuen nationalen Minderheit bedeutet.

    Mitglied eines Volkes zu sein bedeutet, Teil dieser Schicksalsgemeinschaft zu sein. Das wird man nicht durch eine Passvergabe, das ist man mit dem Herzen. Daher ist es ganz entscheidend ob man einen Einwanderer zwingt sich zu entscheiden ob er denn nun eben Türke oder Deutscher ist, da man auch von ihm erwartet sich im Zweifelsfall für dieses VOlk einzusetzen.

    Dass die Nationalität inzwischen längst als Vereinsmitgliedschaft gesehen wird, wie die Kommentare ja auch zeigen, ändert daran nichts. Man nimmt die Staatsangehörigkeit an, die einem die meisten Vorteile bringt und nicht die, der man sich verbunden fühlt.

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