Israel bereitet sich auf Operation Opera II vor
Am 7. Juni 1981 zerstörte die Israelische Luftwaffe den irakischen Atomreaktor Osirak, um den Bau einer irakischen Atomwaffe zu verhindern. Genannt wurde dieser Angriff Operation Opera.
Wie ich schon mehrfach erwähnt hatte, gibt es zahlreiche Hinweise auf ein Atomwaffenprogramm des Irans, er könnte gar schon über welche verfügen. Bislang war ich mit meinen Kriegserwartungen immer noch falsch gelegen. Dass sowohl in Israel wie auch in den USA sitting Ducks an der Macht waren hatte sicherlich seinen Anteil, aber hoffentlich war lediglich die Informationslage der Geheimdienste dafür verantwortlich.
Nun gibt es Neues von der Front:
Die brutale Niederschlagung der iranischen Opposition hat Israels Auffassung gestärkt, dass ein Dialog keine Chance hat. Am Ende, so die Analyse der Regierung in Jerusalem, kann nur ein Militärschlag Teheran vom Bau der Atombombe abhalten. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren.
Sie würden Mohammed ElBaradei keine Tränen nachweinen, haben die Israelis früh deutlich gemacht. Die Vorwürfe Jerusalems an den scheidenden Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sind beträchtlich […]
Umso enttäuschter zeigten sich die Israelis, als nach Amanos Wahl am Donnerstag die erste Wortmeldung des neuen IAEA-Direktors über die Agenturen lief. Auf die Frage, ob er glaube, dass Teheran an einer Atombombe baue, sagte Amano nur: “Ich sehe dafür in offiziellen IAEA-Dokumenten keinerlei Beweise.” Selbst sein Vorgänger Mohammed ElBaradei hatte auf dieselbe Frage im vergangenen Monat geantwortet , sein “Bauchgefühl” sage ihm, die Iraner wollten die Bombe bauen.
Sätze wie diese sind es, die in Israel seit langem das Gefühl nähren, man stehe dem iranischen Atomprogramm letztlich allein gegenüber. Nicht erst die neue Hardliner-Regierung von Benjamin Netanjahu kritisiert die Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft. Schon sein Vorgänger Olmert, der gegenüber den Palästinensern einen moderaten Kurs verfolgte, wurde stets deutlich, wenn das Gespräch auf Iran kam. Ein ums andere Mal mahnte er im Gespräch mit westlichen Regierungschefs, die Sanktionen gegen Teheran müssten verschärft werden.
Dass “alle Optionen auf dem Tisch sind” haben auch Olmert und sein Vorgänger immer wieder gesagt, aber bislang hat wohl kein israelischer Premier vor Benjamin Netanjahu ernsthaft erwogen, einen Militärschlag während seiner Amtszeit auch zu autorisieren.
Der Schluss ist insofern falsch, als Ehud Olmert bei George W. Bush angefragt hat, ob die USA einen Angriff unterstützen würden. Dieser lehnte ab.
Keiner ist so immun gegen die Bedenken der Diplomaten wie der jetzige israelische Regierungschef, der den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad schon mal mit Hitler vergleicht.
Netanjahu machte bereits bei seinem Amtsantritt in Washington vor eineinhalb Monaten deutlich, dass er die Politik des Dialogs von US-Präsident Barack Obama für einen Fehler hält. Es gelang ihm, Obama das Zugeständnis abzuringen, Verhandlungen würden nicht unbegrenzt ausprobiert, sondern nur “bis Ende des Jahres”. Stolz verwies Netanjahu nach dem Gespräch mit Obama auf diese “Deadline”.
Der Vergleich mit Hitler ist voll und ganz angebracht, egal was sich die linke Postille Spiegel auch denkt. Genau wie Hitler hat auch Ahmadinedschad die Vernichtung angekündigt. Diesmal eben nicht “des Judentums” sondern nur “Israels” bzw. des “Zionistischen Regimes”. Genau wie Hitler hat auch der iranische Diktator durchaus die Mittel, um zumindest einen glaubwürdigen Versuch wagen zu können.
Was von der Deadline zu halten ist weiß ich nicht, dass Obama bei einem Militärschlag gegen den Iran mitmacht wage ich jedoch zu bezweifeln.
Faszinierend ist jedoch, was im Hintergrund zu laufen scheint - wer hätte das gedacht?
Wie die in Militärfragen stets gut unterrichtete “Sunday Times” berichtet, soll es der israelischen Regierung gelungen sein, die stillschweigende Zustimmung Saudi-Arabiens zu einer Militäroperation bekommen zu haben. Demnach habe der Chef des Mossad, Meir Dagan, aus Riad das Zugeständnis erhalten, für eine solche Operation saudischen Luftraum durchfliegen zu dürfen.
Wie im Artikel dann erwähnt sind die Saudis in direkter Konkurrenz zum Iran. Perser gegen Araber, Shiiten gegen Sunniten. Auch wird ja Saudi-Arabien immer auch zu den Ländern gezählt, dass bei einer iranischen Atombombe nachziehen müsste.
Einen Militärschlag wahrscheinlicher erscheinen lässt auch die Nachricht, dass Washington kürzlich dem Verkauf von F-35-Kampfjets zugestimmt hat. Der moderne Tarnkappenbomber ist in der Lage, in feindlichen Luftraum zu fliegen, ohne vom Radar erfasst zu werden. Ein strategischer Vorteil, der umso schwerer wiegt, wenn es darum geht, Ziele an verschiedenen Orten zu bombardieren.
Das ist nun jedoch völliger Unsinn. Die F-35 ist aus einer ganzen Reihe von Gründen überhaupt nicht für den Einsatz geeignet. Sie hat eine zu kleine Reichweite, ist zu langsam, kann in ihren internen Waffenschächten nur ungenügende Mengen an Abwurfmunition mitführen. Das Mitführen externer Munition würde sie jedoch nur noch langsamer machen und zugleich den Stealthvorteil verringern. Außerdem wird es wohl auch noch einige Jahre dauern, bis die F-35 überhaupt verfügbar wird. Dass die ersten Serienmodelle direkt nach Israel gehen wäre selbst bei einem entschiedenen Israelfreund als POTUS völlig undenkbar.
Warnungen westlicher Diplomaten, ein israelischer Angriff könne einen regionalen Flächenbrand auslösen, schreckt die Verantwortlichen in Jerusalem nur wenig, ebenso die Aussicht auf eine iranische Vergeltung mit Raketen. Zum einen wurde kürzlich mit Hilfe der Amerikaner in der Wüste Negev ein neues Raketenabwehrsystem stationiert. Zum anderen setzt der jüdische Staat auf Abschreckung. Jüngst schickte er - für die ganze Welt sichtbar - ein U-Boot der “Dolphin”-Klasse vom Mittelmeer durch den Suez-Kanal in das Rote Meer.
Ja, da haben wir’s wieder. Die bösen Israelis scheren sich einfach um nix! Dass der Rest sich auch nicht darum schert ob Israel vernichtet werden soll ist wohl zu vernachlässigen, oder?
Autor: Gegenstimme | Abgelegt unter Iran / Persien, Militär, Mittlerer & Naher Osten, Kommentare, Israel
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