Zweierlei Maß
Der linke Teil der Republik hält Guido Westerwelle für ungeeignet, den Job des Außenministers zu übernehmen, weil sein Englisch zu schlecht sei. Wie meistens messen diese Leute mit zweierlei Maß, denn an Westerwelles Vorgänger wurden offensichtlich keine Ansprüche dieser Art gestellt:
Diese Effekthascherei ist albern. Westerwelle kann kein Englisch? Na und? Die Denke, die dahintersteckt, ist, daß es nur um die Verpackung geht und nicht um Inhalte. Wenn Westerwelle im Sinne einer menschenrechtsfreundlichen Politik durch die Weltgeschichte radebricht, ist mir das tausend mal lieber als ein Steinmeier, der in fließendem Englisch Millionen Menschen dieser Welt an ihre Schlächter verrät.
Dieser Beitrag wurde von Sir Winston (IM des Staatsschutzes) am Samstag, 03. Oktober 2009 um 10:46 Uhr veröffentlicht und unter Germanyland abgelegt. | Sie können ihn per E-Mail versenden und ausdrucken. | Schreiben Sie einen Kommentar oder richten Sie einen Trackback auf Ihrer Website ein.












Ich glaube nicht, dass Westerwelle, was Menschenrechte unter dem Islam oder die Islamisierung Dutschlands und Europas anbelangt, eine bessere Politik machen wird als ein Grüner. Allenfalls in Bezug auf die Wirtschafts- und Steuerpolitik erwarte ich von ihm eine bessere Politik. In allen anderen Bereichen ähneln sich die Grünen und die FDP sehr stark! Naja, vielleicht noch ein Unterschied: Die Haltung zur NATO und zu den USA.
Na ja, Heinz, ich sehe in Guido sicher keinen Heilsbringer, aber er hatte ja schon mal angedeutet, Entwicklungshilfe in homophobe Länder zu überdenken. Ich fand und finde das an sich albern, da mir ein Bekenntnis zu insgesamt Menschen- anstatt nur Schwulenrechten lieber gewesen wäre, aber ein Schritt in die richtige Richtung wäre es trotzdem. Ich denke dabei ja auch über Deutschland und Europa hinaus. Innenpolitisch wird die FDP sicherlich wenig bis gar nichts gegen die Islamisierung unternehmen, aber außenpolitisch werden sie hoffentlich weniger vor all den Tyrannen dieser Welt kuschen. Ich hoffe es zumindest.
Die Hoffnung stirbt zuletzt - Aber ich fürchte sie stirbt!
Merkel wäre damals ja mit wehenden Fahnen in den Irak einmarschiert
Aber Merkel ist ja auch CDU, und net FDP 
Und was die Englisch-Kenntnisse angeht … wer kein/kaum Englisch kann, sollte sich auch net als Außenminister versuchen. Denn Englisch gehört schon zum Inhalt dazu. Bei Fischer hätt ich gern mal ein längeres Video gesehen. Es kann immer passieren dass einem mal ein Wort nicht gleich einfällt, obwohl man gut englsich spricht … der Vergleich mit Steinmeier hinkt übrigends ganz gewaltig.
m2c
Den Hinweis auf Merkel versteh ich nicht. Ich denke nicht, daß sie sich am Irakkrieg beteiligt hätte, aber wenigstens hätte sie nicht Saddams deutschen Pressesprecher gegeben.
Natürlich sagt das Video nichts aus, aber es lassen sich zahlreiche Artikel finden, in denen beschrieben wird, daß Fischer zum Anfang seiner Amtszeit kaum bis gar kein vernünftiges Englisch sprach. Auch zu den Englischkenntnissen anderer Außenminister läßt sich einiges finden. Westerwelle ist quasi der erste, dessen Englisch eine Rolle spielt.
Und wo der Vergleich mit Steinmeier hinkt, weiß ich auch nicht. Wo hat Herr Steinmeier sich denn mal für Menschenrechte eingesetzt? Wo hat Steinmeier den Tyrannen dieser Welt die Stirn geboten? Vielleicht als er sich geweigert hat, sich mit dem Dalai Lama zu treffen, um die Chinesen nicht zu verärgern?
Entscheidend sind in dem Fall doch erst mal zwei Dinge:
- Die neue Opposition instrumentalisiert die jetzt schon legendäre Pressekonferenz, um den als Außenminister gehandelten Westerwelle als nicht geeignet verkaufen zu können.
- Bei einem Kandidaten aus den eigenen Reihen hätten die Kritiker, allen voran die Grünen, keine Show - mit grotesk-pathetischen Entschuldigungsreden - darum gemacht.
Es geht also darum, den politischen Gegner zu diskreditieren und sich selbst als kompetent und vermeintlich “weltoffener” darzustellen, und nicht wirklich um Höflichkeit oder die wirklichen außenpolitischen Fragen.
Und in zweiter Linie kann man sich fragen, war die Forderung von Westerwelle gerechtfertigt? Als Vorsitzender einer deutschen Partei (nicht als Außenminister auf einer internationalen Konferenz) ist er auf einer deutschen Pressekonferenz befragt worden. Alle anderen ausländischen Journalisten haben auf deutsch gefragt. Die “große BBC” hielt es nicht für notwendig, einen mit der deutschen Sprache vertrauten Journalisten zu schicken. Dafür gab es eine Dolmetscherin. Auf die griff der britische Journalist aber erst mal gar nicht zurück, sondern setzte voraus, dass der deutsche Politiker schon brav auf englisch antworten würde. Deshalb war allein schon dieser arroganten Selbstverständlichkeit wegen die klare Ansage von Herrn Westerwelle befriedigend und angenehm zu hören.
Dass er das vielleicht nur wegen seiner auffrischungsbedürftigen Englisch-Kenntnisse verlangte kann sein. Ändert aber nichts an der grundsätzlichen Richtigkeit, dass auch britische Reporter in Deutschland höflich sein dürfen und Fragen und Antworten in deutsch gesprochen werden.
Ich habe nix gegen Westerwelle an sich gesagt. Auch wenn ich seine politische Einstellung nicht teile. Und ehrlich gesagt fand ich es auch gut, dass er auf dieser Pressekonferenz so reagiert hat. Dennoch bleib ich dabei. Ein Außenminister muss Englisch können. Wer das nicht kann, sollte es dann schnellstmöglichst lernen bzw. verbessern. Egal von welcher Partei er ist.
Gut. Ob die Merkel wirklich mit in den Irak einmarschiert wäre, wenn sie zu diesem Zeitpunkt Deutschland geführt hätte, das kann ich auch nicht wirklich wissen. So wie sie sich damals aber verhalten hat, könnte man das glatt glauben. (Oh, und mit Tyrannen in dem Beispiel meinte ich net den irakischen, sondern den damals amerikanischen, der, immer noch mit einer Lüge in den Irak einmarschiert ist).
Nein, Merkel ist definitiv zu opportunistisch, bzw. inhaltlich flexibel, als dass sie damals bei der Invasion im Irak die Bundeswehr zum Einsatz befohlen hätte. Vor allem bei dem, was gerade um die Wahl 2002 für eine Stimmung, medial, aber auch bei einer großen Mehrheit der Bevölkerung, gegenüber dem Krieg im Irak geherrscht hat.
@captain
Wer Bush einen Tyrannen nennt, reduziert Menschenrechte zumeist nur auf die Rechte von Terroristen.
Daß der Irakkrieg auf einer Lüge basiert, ist eine Lüge.
@Karl Moor
Das kann durchaus sein
So dumm und gleichgültig wie sie manchmal schaut/tut, so clever ist die Frau
@Sir Winston
Das mit den Rechten und Terroristen versteh ich nicht. Bitte erklären sie mir das.
Ich habe nicht gesagt, dass der Irakkrieg auf einer Lüge basiert. Ich habe gesagt, Bush ist MIT einer Lüge in das Land einmarschiert. Basieren tut dieser Krieg auf den Kampf um Ressourcen und einer Machtdemonstration.
Erkläre ich gerne, denn wer die gößte Übung in Menschenrechten - die Befreiung des Irak -, die die Welt seit dem Zusammenbruch der SU erlebt hat, einem “Tyrannen” zurechnet ist zumeist mehr davon empört, wenn Terroristen in Guantanamo Verhörmethoden unterzogen werden, die keinerlei irreversible Schäden hinterlassen, als wenn Saddam hunderttausende Unschuldige vergewaltigen, verstümmeln oder kümmerlich verenden läßt. Sollte sich das bei Ihnen anders verhalten, müßten sie mir die Denke erklären, die Bush für sie als Tyrannen erscheinen läßt. Also, sie “müßten” das tun, wenn sie wollen, daß ich sie verstehe. Ansonsten steht Ihnen das natürlich frei.
Ihren zweiten Absatz verstehe ich wiederum nicht. Worin besteht der Unterschied zwischen “auf einer Lüge basieren” und etwas “MIT einer Lüge tun”? Aber ich formuliere meine Aussage gerne um: Daß Bush MIT einer Lüge in das Land einmarschiert ist, ist eine Lüge.
Ich bin über jede Gewaltanwendung empört, egal von welcher Seite. Aber, hypothetisch gesehen, rechtfertigt manchmal der Zweck die Mittel. Deswegen habe ich damals auch den Einmarsch in den Irak befürwortet. Der Unterschied zwischen mir und Bush ist allerdings, dass mein Hauptgrund wirklich die Menschenrechte waren. Bei Bush sieht das schon wieder anders aus.
Allerdings lehnen sie sich etwas weit aus den Fenster, wenn sie sagen, bzw. suggerieren sie das, dass die Verhörmethoden keine irreversible Schäden verursachen. Da sie nicht das kleine Wörtchen “alle” verwendet haben, lassen sie sich natürlich ein kleines Hintertürchen offen.
“basieren” und “begründen” sind zwei verschiedene Sachen. Basieren tut der Irakkrieg, wie ich es bereits gesagt habe, auf den Kampf um Ressourcen und Machtdemonstration. Ergo, sind das die primären Gründe für die damalige US-Administration gewesen, um in das Land einzumarschieren. Vor aller Welt wurde der Krieg aber damit begründet, dass der Irak WMD-Waffen besitzt. Haben sie welche gefunden? Gut, ein bisserl Giftgas wird irgendwo schon noch gelagert gewesen sein. Aber das gleich als WMD-Waffen bezeichnen?
Nun versuchen diejenigen clever zu sein, dies als “falsche geheimdienstinformationen” abzustempeln und es als “Unwahrheit, die nicht bewußt verbreitet wurde” zu bezeichnen. Nun. Den Gegenbeweis kann ich nicht antreten, genausowenig wie Sie den Beweis da-für antreten können. Nur wenige wissen wirklich was genau passiert ist zwischen Geheimdienst und US-Administration. Allerdings ist es doch recht naiv zu glauben, dass einer der modernsten Geheimdienste “Beweiße” für etwas vorlegen kann, von etwas, das es nicht gibt/gab. Ergo hat Bush/Powell Indizien als Beweise deklariert, was damit eine Lüge ist. Ergo ist Bush mit einer Lüge in den Irak einmarschiert.
@ Captain
Tja, wie’s aussieht streiten sich hier schon wieder zwei, die auch einer Meinung sein könnten. Ich weiß nicht, was sie hat umdenken lassen, bezüglich des Irakkriegs, aber ich weiß, daß ich den Irakkrieg ebenso aus stark überwiegend humanitären Motiven unsterstützt habe und bis heute unterstütze. Woher speißt sich ihr Wissen, daß Bush’s Motive andere waren?
Die Begründung des Krieges war von Anfang an dreigeteilt - Befreiung, WMD’s, Terrorismus - und das Bemühen der Amerikaner, im Irak eine Demokratie zu errichten, läßt mich nicht daran zweifeln, daß Befreiung sehr wohl ernst gemeint war.
Die meines Erachtens bis zur Verfälschung verkürzte Sichtweise, daß der Krieg ausschließlich mit WMD’s begründet wurde, fußt auf der Sicherheitsratitzung auf die sie ja selbst anspielen. Für diese Sitzung war auch ein anderer Vortrag in Vorbereitung, der über mehrere Tage gehen und alle drei oben genannten Säulen umfassen sollte, aber Bush hat sich für Powells Variante entschieden, die zu etwa 80%-90% auf WMD’s beruhte. Eine unter PR-Gesichtspunkten im nachhinein unglückliche Entscheidung, da daraus heute nur allzu gerne gesponnen wird, WMD’s wären die einzige Begründung gewesen.
Aber im Grunde sagt diese Entscheidung Bushs mehr über die UN als über die USA, denn mit Menschenrechten kann man in dieser Organisation keinen Blumentopf gewinnen. Die Russen und erst recht nicht die Chinesen haben ein Interesse daran, Menschenrechte ernsthaft zu internationalisieren, von einigen nicht-ständigen Mitgliedern des damaligen Sicherheitsrates ganz zu schweigen. Da die UNO per se keine Unterschiede zwischen rechtsstaatlichen Demokratien und blutrünstigen Diktaturen macht, leidet die Durchsetzung weltweiter Menschenrechte trotz blumiger Reden und Deklarationen de facto unter dieser Organisation.
Was nun die Existens von WMD’s an sich angeht, so möchte ich darauf hinweisen, daß neben ihrer Gleichung Lüge - Irrtum (Irrtum schließen sie aus, übersehen meines Erachtens aber, daß zahlreiche Geheimdienste, deren Regierungen gegen einen Krieg waren ähnliche Erkenntnisse hatten wie die Amerikaner und das Saddam laut eigener Aussage wollte, daß alle Welt glaubt, daß er diese Waffen hätte, weil er dachte, es würde seinem Standing helfen.) auch noch andere Möglichkeiten in Betracht kommen. Diese Möglichkeiten umfassen eine Verschiebung vor Kriegsbeginn nach Syrien oder die Möglichkeit, daß die Waffen bis heute im Irak sind. Sie können diese Möglichkeiten einfach weglachen, wie es in Diskussionen heutzutage leider zur Norm geworden ist. Sie könnten sich aber auch mit Kronzeugen der Gegenseite wie dem syrischen Journalisten Nizar Nayouf, dem Waffenispektor David Kay, dem Marine Lt. Gen. Michael DeLong, dem ehemaligen irakischen Luftwaffenchef General Sada, dem ehemaligen rumänischen Vize-Geheimdienstchef Ion Pacepa oder dem ukrainischen Geheimdienstler Smeshko beschäftigen, die neben einigen weiteren alle unabhängig voneinander behaupten, daß die Waffen ihren Weg nach Syrien gefunden hätten.
Zum der Behauptung, daß die Waffen noch immer im Irak sein könnten, möchte ich den ehemaligen CIA-Chef (unter Clinton wohlgemerkt) zu Wort kommen lassen:
Alles in allem stimme ich Ihnen zu, daß ich die Wahrheit nicht kennen kann und meine Überzeugungen nich beweisen kann, aber ich hielte es für naiv, all die genannten Stimmen und Umstände schlichtweg zu ignorieren.
Zu Beginn möchte ich einmal hervorheben, dass ich es als angenehm empfinde, mit Ihnen zu diskutieren, auch wenn unsere Ansichten recht weit auseinander driften und wir, was zumindest unsere Meinung in diesen Punkten betrift, wohl auch nicht übereinkommen werden. Trotz diverser kleinen Spitzen ist es doch ein angenehmes Klima ohne garstiger Worte oder gar Beleidigungen.
Warum ich den Krieg gegen den Irak beführwortet habe, liegt darin begründet, dass ich ein großer Verfechter der Menschenrechte bin. Wie ich diese aber verstehe, das würde hier den Rahmen sprengen, allerdings aber eine bessere Einschätzung meiner Meinung vermittelt. Trotzdem wirds irgendwann zu viel.
Wenn Befreiung, so wie Sie es sagen, ernst gemeint war, dann frage ich mich, warum an anderen Stellen eine US-Regierung (damit meine ich nicht Bush Jr.) zuvor andere Demokratien abgesetzt, und Diktatoren zur Macht verholfen hat. Lassen Sie mich raten, “Kampf gegen Kommunismus/Sozialismus”? Hinzu kommt, dass es sehr auffällig ist, dass nur bei solchen Ländern über “Befreiung” nachgedacht wird, die irgendwelche strategisch wichtigen Ressourcen besitzen (Hat Nordkorea Erdöl? Gut deren Armee ist auch größer und moderner als die des Iraks). Bei anderen Ländern wird vielleicht mal eine Bemerkung gemacht, aber dann doch links liegen gelassen. Nur ein Grund, warum ich die Begründung “Befreiung” bei der US-Regierung im Fall Irak anzweifle.
Ich gebe Ihnen völlig recht, wenn sie die UN als Witz im Kampf für die Menschenrechte bezeichnen. Diese Organisation versucht meines erachtens nichts anderes, als eine gewisse politische Stabilität zu erhalten, um eine “kapitalistische” Globalisierung zu gewährleisten. Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch. Ich bin ein starker Verfechter der Globalisierung, aber nur auf eine Art und Weise, die für jeden Menschen am Ende die Menschenrechte einbringt. Die wirtschaftliche Globalisierung, die im Moment vorangetrieben wird, kann meine Ziele nicht verwirklichen. Wie man von einem ins andere, und ins Tausende kommt, wahnsinn.
Ja, sie haben zudem Recht, dass es recht naiv ist, gewisse Stimmen ungehört zu lassen. Und es kann auch ganz gut sein, dass es wirklich WMD-Waffen im Irak gegeben hat, oder noch gibt. Und am Ende nützt es mir wenig (wenn ich von solch einer Waffe betroffen bin), dass nach meiner Auffassung und logischen Schlussfolgerung der Irak nie solche Waffen besaß. Wo will man jetzt den Schnitt machen? Glaube ich der einen, oder anderen Seite? Beweisen kann ich keine. Das Dilemma der Menschheit.
Ja, es ist auch mal was feines verschiedene Meinungen zu haben, ohne sich zu bepöbeln. Das Pöbeln macht mir auch keine Freude mehr, weshalb ich nicht mehr wirklich aktiv blogge. Ohne ein paar kleine Spitzen, wär’s aber auch langweilig.
Was vorherige US-Regierungen getan haben, sollte man nicht Bush anlasten. Die neokonservative Denkschule ist eben nicht die realistische. Ich möchte die “Un”taten vorheriger Regierungen gar nicht verteufeln, da ich den Kampf gegen den Kommunismus bzw. Sozialismus als sehr wichtig beurteile, aber ohne Frage hat es fehlerhafte Wahrnehmungen gegeben und ich halte den neokonservativen Ansatz für wesentlich moralischer und im Grunde auch nachhaltiger als den realistischen, dem es genügte eine feindliche Diktatur gegen eine freundliche Diktatur auszutauschen. Wie demokratisch z.B. ein Allende wirklich war, ist meines Erachtens recht umstritten, aber ich möchte da jetzt keine Diskussion anfangen, denn dann müßte ich einige nachlesen… wozu ich in dem Bereich gerade weder Zeit noch Lust habe.
Also ich gestehe zu, daß in der Vergangenheit einiges besser hätte laufen können, aber für mich ist gerade Bush der Bruch mit dieser Vergangenheit.
Was die von Ihnen ausgemachte Selektivität angeht, so muss ich ins Feld führen, daß die USA nicht überall anfangen können. Hätte man sich für Nordkorea entschieden, würden sie dann heute hier stehen und fragen: “Aber warum nicht Irak?” Ganz vielleicht könnte das so sein, oder? Irak war im Abwägung zu Nordkorea eine logische Wahl, wenn man sich die globale Bedrohungslage ansieht. Der Kommunismus hat sich überlebt und sollte zwar nicht unterschätzt werden, jedoch ist der Islamofaschismus an seine Stelle als brennendste Bedrohung für die Freiheit weltweit getreten. Eben aus dieser globalen Bedrohungslage heraus, machte eine Befreiung Iraks mehr Sinn als eine Befreiung Nordkoreas, womit ich nicht sagen möchte, daß eine Befreiung Nordkoreas auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden sollte. Desweiteren sollte man China als Schutzmacht für Nordkorea nicht vergessen. Aber weiter im Text. Man kann nun weiter Länder vergleichen und abwägen, wo sich ein Anfang eher gelohnt hätte als im Irak. Bevor ich alle durchexerziere, biete ich Ihnen lieber an, mir Ihren Favoriten zu nennen und ich sage Ihnen dann, warum Irak die bessere Wahl war.
Ich halte die Befreiung des Irak unter geostrategischen Gesichtspunkten, sowohl im Sinne von Sicherheit als auch der Verbreitung von Demokratie und Menschenrechten, bevor das Wort “geostrategisch” hier gegen mich verwandt wird, noch immer für den ganz großen Wurf.
Schön, daß wir uns bei der UNO einig sind, auch wenn ich eine kapitalistisch-lastige Politik nicht erkennen vermag, aber so ist da halt mit den verschiedenen Wahrnehmungen. Mir kann’s aber auch selten kapitalistisch genug sein.
Was die Beurteilungen bezüglich der Problematik, wem man glauben soll, angeht, so teile ich Ihre Auffassung vom Dilemma der Menschheit. Man kann nur versuchen, soviel wie möglich an Informationen zu bekommen und in seine Analyse einfließen zu lassen. George W. Bush kann morgen vor die Presse treten und in einem Anflug von Reue allem widersprechen, was ich über seine Motive zu wissen glaube. Dann stünde ich dumm da! Aber diese Gefahr, kann mich nicht abhalten, für das einzustehen, was ich für richtig halte. Und ebensowenig wird diese Gefahr mich hindern, für Menschen einzutreten, die meines Erachtens aus den richtigen Motiven das Richtige tun, obwohl ich mir ihrer Motive nie ganz sicher sein kann.