Mordfall Marwa El-Sherbini - Die Politisierung eines Einzelfalls
Höchststrafe für ein brutales Verbrechen aus Fremdenhass: Der Russlanddeutsche Alex W. ist wegen Mordes an der Ägypterin Marwa El-Sherbini zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Dresden stellte zugleich die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen. Ein hartes aber angemessenes Urteil für einen Mord, denkt man sofort.
Auch der ägyptische Botschafter in Deutschland, Ramzy Ezzeldin Ramzy, äußerte sich sehr zufrieden über das Urteil. Man habe die Höchststrafe gefordert und die Höchststrafe bekommen, sagte er am Mittwoch in Dresden nach der Urteilsverkündung. Wahrscheinlich ist es in seinem Land üblich, dass die Regierung Urteile auf Bestellung erzielen kann.
Etwa 100 Muslime aus ganz Deutschland haben vor der Verkündung des Urteils in Dresden gegen Diskriminierung protestiert. Es gehe nicht darum, Druck auf das Gericht auszuüben, sagte einer der Redner. Die Demonstration richte sich gegen antiislamische Hetze im Internet. Die Teilnehmer forderten von der Regierung, gegen alle Internetseiten und Vereine vorzugehen, die zum Hass gegen den Islam und seine Anhänger aufrufen. Die Ermordung von Marwa El-Sherbini sei angesichts solcher Hetze nicht überraschend gewesen, sagte Scheich Abu Anas aus Braunschweig, ganz so als gebe es keine islamische Hetze im Internet, in den Moscheen und im Koran und erst recht keine Mordopfer authentischer Moslems.
Leute, die in den Fällen Morsal Obeidi, Gülsüm Semin, Hatun Sürücü oder den beiden im Jemen durch authentische Moslems ermordeten deutschen Bibelschülerinen, geschwiegen haben, weil in ihren Augen wohl nichts schlimmes passiert war und man sich nur sorgen musste, dass die Fälle “politisiert” werden könnten, zeigen plötzlich Gefühle, sind empört, besorgt und entsetzt.
Die Islamische Gemeinde in Deutschland und weltweit hat keine Skrupel, diesen Einzelfall zu politisieren und auszuschlachten. Der internationale und nationale öffentliche Druck auf das Gericht machte es schwer, ein anderes als dieses Urteil zu fällen. Es ist wahrscheinlich, dass ein milderes Urteil zu Ausschreitungen in islamischen Ländern, vor allem in Ägypten, der Heimat der Ermordeten, geführt hätte.
Auffällig ist in diesem Fall auch, dass keinerlei Bemühungen zu erkennen waren, die Identität und Herkunft des Täters zu verschleiern, wie bei Morden durch Migranten ehr üblich. Kurz nach dem Mord wurde Alex W. in der Presse vorwiegend als “Russe” oder “Deutsch-Russe” bezeichnet, was angesichts der Tatsache, dass er Sohn eines Russen und einer Russlanddeutschen ist, auch richtig ist. Erst seit Kurzem ist Alex W. fast einhellig ein “Russlanddeutscher”, also ein Deutscher, einer von uns, und damit ein besonders schlimmer Rassist. Die Betroffenheit unter den an Minderwertigkeitskomplexen leidenden Deutschen wird so erhöht und auch die Akzeptanz von möglichen “Gegenmaßnahmen”, damit “sowas nie wieder passiert”.
Unter den vielen Ehrenmorden, die es in Deutschland in den letzten Jahren gegeben hat, ist mir nur einer bekant, bei dem eine “besondere Schwere der Schuld” vom Gericht festgestellt wurde! Im Fall Morsal Obeidi, der an Abartigkeit wohl kaum hinter dem Fall Marwa El-Sherbini zurückbleibt, wurde die “besondere Schwere der Schuld” vom Gericht nicht festgestellt! In ähnlichen Fällen auch nicht.
Es bleibt der Eindruck eines politisierten Prozesses. Es macht beim Strafmaß scheinbar einen Unterschid, ob ein Moslem Opfer oder Täter ist! Die Feststellung der “besonderen Schwere der Schuld” scheint diesen Fall von Fällen zu unterscheiden, dei denen Moslems vergleichbare Morde begangen haben.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass einige Politiker die Forderungen der Moslems, “antiislamische Hetze im Internet” als Ursache für den Mord festzustellen und zu verbieten aufgreifen werden.
Autor: Heinz | Abgelegt unter Endsieg (Dār al-Islām)
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