Nein. Ich zumindest will ihn nicht. Anhand des Beispiels “Frieden” lässt sich der hoffnungslose Absturz eines Wortes, vielleicht sogar eines ursprünglich wohlgemeinten Konzepts veranschaulichen. Es gibt viele Friedensfans auf dieser Welt, in meiner Wahrnehmung sogar weit mehr als Freiheitsfans und in der inzwischen zugespitzten Situation scheinen sich beide Konzepte unversöhnlich und diametral gegenüberzustehen. Natürlich möchte auch ich “Frieden”, aber nur in Freiheit und da Freiheit niemals ewiglich installiert werden kann, sondern immer verteidigt werden muss, ist Frieden mit den Feinden der Freiheit, die sich auf freiheitlichem Wege niemals ganz beseitigen lassen werden, immer auch ein Zurückweichen. Um es mit den Worten Reagans zu sagen:
Freedom is never more than one generation away from extinction. We didn’t pass it to our children in the bloodstream. It must be fought for, protected, and handed on for them to do the same, or one day we will spend our sunset years telling our children and our children’s children what it was once like in the United States where men were free.
Frieden ist der Feind der Freiheit… und steht sich nicht selten selbst im Wege, wie Chamberlains “Peace for our Time” so eindrucksvoll zu belegen wußte. Wir müssen sowohl die großen Schlachten schlagen und auch im Kleinen immer weiterkämpfen. Es ist geboten, an dieser Stelle erneut den großen Ronald Reagan zu zitieren:
Let’s set the record straight. There is no argument over the choice between peace and war, but there is only one guaranteed way you can have peace–and you can have it in the next second–surrender.
Legen wir die historisch recht akkurate Prämisse zugrunde, dass es immer auch Teilnehmer an einer Auseinandersetzung gibt, die gewinnen wollen, ist der Ruf nach Frieden nichts als defätistische Sabotage der “eigenen” Seite. Nehmen wir die Friedensbewegung des Kalten Krieges als Beispiel, so ging es hier nicht um “Frieden” als solches sondern um eine Schwächung des Westens im Konflikt mit der Sowjetunion, die sich ihrerseits mit solchen Verrätern an der eigenen Sache nicht lange abgab. Um hier keinen falschen Zungenschlag reinzubekommen: Es war richtig, dass wir diese Freiheitsfeinde haben marschieren lassen, doch niemand sollte den Fehler machen, sie ernstzunehmen. Nicht zufällig war doch die häufige Übereinstimmung von Friedensbewegtheit und sozialistischen Überzeugungen. Und zu behaupten, dass die Friedensbewegtheit aus den sozialistischen Überzeugungen erwachsen wäre, grenzt ans Absurde, da der Schutzpatron der deutschen Friedensbewegten, die in ihrer Zeit imperialistischste und skrupelloseste Großmacht auf diesem Planeten war. Der Ruf nach “Frieden” war Folge des Wunsches nach Sozialismus und nicht andersherum. Natürli
ch gibt es auch Menschen, die sich ernsthaft nach Frieden sehnen und aus purer Naivität solche Strömungen unterstützen. Sie sind das Fußvolk gefährlicher Menschenfänger.
Die Friedensbewegung unterstützt heute den legitimen Nachfolger der menschenverachtenden und imperialistischen “Friedensmacht Sowjetunion” die islamistischen Staaten und Terrororganisationen, die sowohl ihre “eigenen” Leute als auch Ausländer terrorisieren. Aus “friedenspolitischer” Sichtweise tun sie das nur, weil wir sie unterdrücken und würden wir uns doch endlich einmal weniger aggressiv gebärden, der Weltfrieden stünde quasi vor der Tür. Wir sind schuld mit unserer Kriegstreiberei und unserer kapitalistischen Gier, zumindest klingt es so, wenn die “Friedensfreunde” sprechen. Es geht mal wieder nicht um Frieden, sondern nur darum, wie schlecht der kapitalistische Westen ist. Toleranz für den Islam scheint heute erfolgsversprechender und mehr opportun als ein Bekenntnis zum Kommunismus, obgleich auch das gesellschaftlich viel zu anerkannt scheint, weshalb die Friedensfreunde wenig Probleme mit der Umstellung hatten.
Der Islam hat außerdem eine beondere Anziehungskraft, heißt er doch “Frieden”. Klar, er heißt auch und irgendwie eher Unterwerfung, aber das ist doch Haarspalterei und Frieden und Unterwerfung sind bei den Friedensfreunden schon im Kalten Krieg deckungsgleich gewesen. Und vielleicht sollten wir uns auch nicht mehr darüber streiten, ob Islam denn nun Frieden oder Unterwerfung heiße, ist es doch mehr oder minder inzwischen das Gleiche. Frieden bedeutet heute das Recht von Tyrannen und Psychpathen “ihre” Bürger mißhandeln, schikanieren und töten, während unsere “Friedensfreunde” von solchen Verhältnissen unverschämterweise nur träumen dürfen.
Das muss aber nicht so sein. Frieden ist ein schönes Konzept, aber wir dürfen seine Definition nicht unseren Feinden überlassen. Frieden als Ende heißer Kriege ist immer erstrebenswert, allerdings erst nachdem man den Sieg für sich verbuchen konnte. Deshalb sollte eine Pazifierung jeglicher Konflikte weiterhin unser Ziel sein, aber erst nachdem Freiheit sich durchgesetzt hat. Frieden ist ein Bonus zu Freiheit und sollte nur auf dem Boden dieser gedeihen. Vorher verdient es nicht den Namen “Frieden” sondern einzig den Namen “Niederlage”. Aus diesem Grunde sollten sich die sogenannten Friedensbewegten dieser Tage in Defätisten, Saboteure oder Selbsthasser umbennen. Das wäre ehrlicher und Frieden wäre auch wieder etwas wert.
Noch ein Wort zum “Frieden”: Der soziale “Frieden” bewegt uns dieser Tage einmal mehr. Den aufgeblähten Sozialetat dürften wir für Sparmaßnahmen nicht antasten, sonst sei der soziale Frieden gefährdet, belehren uns unsere roten Freunde. Der soziale “Frieden” ist nicht anderes als Schutzgeldzahlungen an eine imaginäre Prekariatsmafia, die uns droht aufs Dach zu steigen, wenn wir ihre großzügige Alimentierung einstellen. Das ist soziale Unterwerfung und nicht Frieden! Nur ein Beispiel mehr, dass Linke hier nicht unterscheiden mögen und der Begriff des Friedens ein gefährlicher sein kann.