Abschied vom kleinen Inder
Und damit ist dann wirklich Schluss.
Oder…?
Autor: Michael Meyn | Abgelegt unter Meyn's World
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Und damit ist dann wirklich Schluss.
Oder…?
Autor: Michael Meyn | Abgelegt unter Meyn's World
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“Sex und Sandwich”, verriet eine Stimme im Radio den Zuhörern. “Mehr braucht es nicht, um einen Mann glücklich zu machen.” Dr. Laura Schlessinger, Amerikas Anlaufstelle Nummer eins in Sachen Moral und Ehefragen, hatte gesprochen und ich trat wütend aufs Gaspedal. Der Arbeitstag war lang und anstrengend gewesen und nun musste ich mir auf dem Heimweg auch noch anhören, wir Männer seien einfach gestrickte Wesen. Ich mag nicht von Frauen analysiert werden. Schon gar nicht, wenn sie recht haben.
Sex und Sandwich. Seit sich mein Rippchen von mir auf unbestimmte Zeit verabschiedet hatte, ging mir beides ab. Die Zubereitung eines echten, amerikanischen Sandwichs ist nämlich extrem aufwendig, und Sex mit mir selbst hatte einen eher befremdlichen Effekt, was aber auch daran lag, dass Wulfgäng ständig daneben hockte und mich begeistert anfeuerte. Herrje, ich vermisste mein Rippchen! [weiterlesen …]
Autor: Michael Meyn | Abgelegt unter Meyn's World
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Den ersten Mord beging sie vor knapp vier Jahren. Ihre Augen verrieten keine Spur von Zaghaftigkeit. Im Gegenteil. Entschlossen peilte sie das ahnungslose Opfer an, schlug mit einem dicken Knüppel so lange drauf ein, bis es sich nicht mehr wehren konnte und zu schwach für eine Flucht war. Ich hörte Knochen krachen und sah Blut in alle Richtungen spritzen. Der Todesstoß kam von oben, mit viel Schwung und einem übergeschnappten “Friss Dreck, du Kacker!” So kannte ich mein Rippchen gar nicht. Als Schaulustiger fühlte ich mich natürlich mitschuldig. Auch das Plündern des Leichnams schockierte mich, hält man sich die eher dürftige Beute von drei Kupfermünzen vor Augen.
Mein Rippchen ist Beatrix Sunchime, Magier des 80. Levels in der Welt von Everquest. Die Macher dieses Online-Spiels werben mit einem einzigen Slogan: “You’re in our World now!” Das zieht. Und zwar so sehr, dass es in Amerika bereits Ehepsychologen gibt, die sich genau auf dieses Thema spezialisiert haben. Kein anderes Spiel hat mehr Ehen zerstört als Everquest. [weiterlesen …]
Autor: Michael Meyn | Abgelegt unter Meyn's World
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Aufmerksame Leser werden es vielleicht schon bemerkt haben: Michael Meyn hat jetzt seine eigene Homepage. Ja, genau.
Zur Feier des Jahres bat ich meine Arbeitskollegen, mein wunderschönes T-Shirt überzustreifen. Sie wollten nicht. Darum musste ich ungemütlich werden. Ich schrie sehr laut und viel, warf mit großen Schildern um mich und drohte allen, meinen alten Kumpel Adolf Hitler auf sie zu hetzen. Wirkt bei Amis immer. Zwar hielt sich die Begeisterung in Grenzen, doch gelang es mir immerhin, ein paar Fotos zu machen. Leider sind sie alle nichts geworden.
Robert, der sich hier ‘unverklemmt’ im Bild präsentiert, wurde von mir noch am selben Tag im Hinterhof erschossen und entsorgt, weil er ständig das hübsche Motiv verdeckte.

Der kleine Mexikaner Javier (ich nenne ihn Harvey) sieht auf den ersten Blick recht drollig aus, aber in Wirklichkeit presste er ein genervtes “OYE COÑO” durch die knirschenden Zähne als ich ihn knipste. Auch er lebt heute nicht mehr. Zumindest nicht in Amerika.

Einzig und allein Stephanie war mit Leib und Seele bei der Sache. Kaum hatte ich ihr erklärt, dass ich sie fotografieren wollte, flog auch schon ihre modische Garderobe durch die Firma. Nach dem anfänglichen Missverständnis zog sie sich das T-Shirt über, rannte mit nacktem Hintern nach draußen und posierte an einer Palme.

“Take a picture of my tits!”, bettelte sie unaufhörlich. Das tat ich auch. Mit schlimmen Folgen:

Nun gut, in Zukunft werde ich meine Werbeaktionen besser planen. Aber vielleicht sehen wir uns ja trotzdem mal da drüben. Oder hier. Hauptsache, wir sehen uns.
Autor: Michael Meyn | Abgelegt unter Meyn's World
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Wenn Du nachher von der Arbeit nach Hause kommst, also, nachdem Du das Abendessen gekocht, Abwasch und Reinemachen erledigt hast, werden wir so richtig heftig … feiern!
In Liebe
Dein Mops
Autor: Michael Meyn | Abgelegt unter Meyn's World
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Eine Rezensur, äh Quatsch, eine Zensur bzw. Rasur, nein, auch Quatsch, eine Besprechung
Meyne Güte, es ist sein erstes Buch – und schon so gut, kaum zu fassen. Doch das ist kein Wunder, denn der Autor hat vorher schon fleißig geübt.
“Und ich soll dir dabei helfen, mich umzubringen?”
“Ja.”
“Lustig muss es sein?”
“Wenn es keine Umstände macht.”
Zärtlich nahm mein Rippchen mein unrasiertes Gesicht in ihre Hände.
“Leck mich am Arsch!”
“Davon stirbt man aber nicht. Du jedenfalls nicht.”
Michael Meyn ruft: „Vegas, Schnuckie!“ und beantwortet mit seiner kleinen Sammlung köstlich skurriler Humoresken lebenswichtige Fragen als da sind: „Wie wird man mit einem ‚Geilen Pärchen’ fertig, das plötzlich und unaufgefordert seine Geschlechtsteile aus dem Bildschirm des häuslichen PC hängt?“ „Oder warum kackt der Amerikaner am liebsten auf der Arbeit?“
Der Autor hat ein unglaubliches Gespür für komische Alltagssituationen, die unweigerlich in das Groteske abzugleiten drohen. Die vorgelegten Geschichten enden regelmäßig im Chaos, am Ende der Welt oder mit der Vergraulung sämtlicher Freunde. Sein eigentliches Markenzeichen aber ist die feine Selbstironie, zu der nur jemand fähig ist, dem das Schicksal schon die eine oder andere Backpfeife erteilt hat. Nur wer sich selbst auf den Arm beziehungsweise die Palme nehmen kann, hat das Recht, sich über andere lustig zu machen.
Vor dieser schonungslosen Selbstverulkung ist noch nicht einmal seine Herzallerliebste sicher, die er, ganz ohne kulinarische Hintergedanken zu hegen, als sein ‚Rippchen’ bezeichnet. Sagte ich ‚ganz ohne kulinarische Hintergedanken’? Das ist natürlich falsch, denn eine der vielen guten Eigenschaften des Rippchens ist die, dass sie phantastisch kochen kann (Stilrichtung Gelsenkirchener Barock) und ihr Meisterwerk, die German freaky dellen, munden sogar den verrückten amerikanischen Nachbarn der beiden, die sich damit stopfen lassen wie Mastgänse, während der Autor verzweifelt bemüht ist, seine tägliche Ration an Rotwein und Käse vor überraschend einfallenden Gästen aus ‚Good Old Germany’ in Sicherheit zu bringen.
Ja, und warum kackt der Ami vorzugsweise auf der Arbeit? Die Lösung soll hier nicht verraten werden, aber sie ist verblüffend einleuchtend – wie alles, wenn man es erst einmal richtig verstanden hat.
Wenn Originalität von Stil und Thema wirklich Garanten für Verkaufserfolge sind, dann muss dieser kleine Band ein Bestseller werden. Kauft, Leute kauft dieses Buch, ihr macht damit einen Menschen glücklich, der es verdient hat bekannt zu werden, oder sogar zwei, wenn ihr nicht nur kauft, sondern auch lest.
Autor: Yaab | Abgelegt unter Meyn's World, Lost & Found
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Was mich in meiner Tätigkeit als Amateurschreiberling enorm behindert, sind Geistesblitze im falschen Augenblick. Ich habe immer genau dann die besten Ideen im Kopf, wenn Stift und Papier gerade nicht zur Hand sind. Meistens während der Arbeitszeit oder wenn ich bereits im Bett liege. Nichts ist schlimmer als ein genialer Einfall, der verloren geht. Bei meinem Gedächtnis geht so ziemlich alles verloren, was länger als zwanzig Minuten her ist und von mir nicht schriftlich festgehalten wurde. Ich habe es schon mit Eselsbrücken versucht, doch hinterher sitze ich ahnungslos am Schreibtisch und denke über rätselhafte Verschlüsselungen nach, wie: “Dirk Bachs linke Hand kauert verstört in der Essecke und ohrfeigt sich selbst.” Was will mir diese Eselsbrücke sagen?
Vergangene Nacht traf mich einer jener Geistesblitze. Ich erinnere mich noch, dass es richtig schön skurril war. Genau nach meinem Geschmack! Sogleich wollte ich aufspringen, um meine Gedanken auf meiner 160 Gigabite Festplatte zu speichern, wurde jedoch von meinem Rippchen wieder zurück ins Bett gezogen.
“Nicht jetzt, Schatz!”, bat sie mich eindringlich. Ich verstand sofort.
Durchschnittlich zweimal pro Woche, exakt um elf Minuten nach Mitternacht, fährt unsere Nachbarin, die dicke Penny, aus dem Bett hoch, steigt in ihre Plüschpantoffeln und backt Kekse. Im Tiefschlaf. Ja, sie schlafwandelt. Ich weiß das, weil sie die Backwaren in unserer Küche produziert. Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden (anschließend spült sie auch alles wieder sauber), aber etwas störend ist es schon. Die ganze Aktion dauert ungefähr zwei Stunden. Danach befördert Penny die Kekse in kleine Plastikbeutel, geht sich auf dem Balkon kurz eine rauchen und kehrt dann mit schlurfenden Schritten in die eigene Wohnung zurück.
Bis der Spuk vorbei ist verharren wir regungslos im Bett. An Schlaf ist nicht zu denken, weil die dicke Penny den Teig nicht nur knetet, sondern auch wuchtig und dutzendfach auf die Arbeitsplatte knallt. “Das ist sehr wichtig”, behauptet mein Rippchen. “Sie versteht ihr Handwerk.” Verboten hat sie mir allerdings, mich in die Küche zu schleichen und ein paar Kekse zu klauen, denn unsere Nachbarin trägt zwar Plüschpantoffeln, aber sonst nichts. Außerdem könnte ich Penny versehentlich wecken und das hätte eventuell traumatisierende Folgen für sie.
“Mist! Das kommt mir jetzt aber sehr ungelegen.” Stirnrunzelnd lauschte ich dem überdurchschnittlich lauten Mixer, der uns signalisierte, dass Penny gerade schwer im Stress war. Mein Rippchen warf mir einen verständnisvollen Blick zu. “Hast wieder eine gute Idee für eine Geschichte, hm?”
“Ungemein gut! Meinst du nicht, ich könnte einen Sprint in meine Schreiberecke wagen?”
“Gott bewahre! Ich garantiere dir, sollte Penny aufwachen, schreit sie uns das ganze Haus zusammen. Willst du Ben erklären, warum sich seine Frau nackt in unserer Wohnung aufhält?”
“Nicht unbedingt.”
“Siehst du, bleib schön hier!”
Penny hatte mir schon so manche gute Kurzgeschichte versaut. ‘Queen Wulfgäng’ wäre die Krönung meiner bisherigen Schaffensphase gewesen, hätte das tüchtige Backweib die Nacht zuvor nicht bei uns verbracht. Diesmal war ich jedoch besonders stinkig, denn mein Geistesblitz erschien mir so grandios, dass mich der bloße Gedanke, ich könnte mich am nächsten Tag nicht mehr daran erinnern, nahezu in Panik versetzte.
“Schnuckie, es ist der beste Einfall, den ich jemals hatte. Eine total durchgeknallte Handlung. Damit schaffe ich den Durchbruch!”
“Sag’s mir doch. Ich werde es mir für dich merken.”
“Jau, das kenne ich. Dann nörgelst du wieder an meiner Idee herum, bis ich keine Lust mehr auf sie habe.”
“Wieso? Ich nörgel nie!”
“Kannst du dich noch an die lustige Geschichte ‘Ein Pillemann kommt selten allein’ erinnern?”
“Nein.”
“Eben! Ich habe sie nie geschrieben. Wegen dir!”
“Wer liest auch schon gerne Geschichten über einen … naja, du weißt schon?”
“Pillemann! Es ist das lustigste Wort der Welt.”
“Hello?” Penny stand vor unserer Schlafzimmertür. “Do I hear voices?”
“Smells great, Penny!”, rief mein Rippchen im ruhigen Ton. “Keep baking those cookies, girl!”
“Alright.” Penny schlurfte zurück in die Küche.
“Ich würde nur gerne mal eine richtig verrückte Geschichte schreiben”, setzte ich meinen Unmut fort. “Es wäre eine gute Übung für mich.”
“Kannst du doch auch!”
“Nicht, wenn ich hier gefangen bin.”
Uns ging der Gesprächsstoff aus. Auch Wulfgäng wollte sich nicht in die Unterhaltung einklinken. Zu meiner großen Erleichterung, muss ich hier gestehen, denn mein Rippchen bestreitet bis heute die Sprachfähigkeiten unserer Katze. Schweigend lagen wir nebeneinander und warteten. Irgendwann hörten wir Penny zur Toilette gehen. Kurz darauf folgten Geräusche, die mich in meiner Vermutung bestätigten, dass die beleibte Schlafwandlerin nicht für kleine Mädchen, sondern für große Muttis musste.
“Wie nennt man eigentlich diesen Saugpfropf?”, unterbrach mein Rippchen die Stille im Schlafzimmer.
“Was für ein Saugpfropf?”
“Na, du weißt schon. Dieser lange Stiel mit dem Saugdingen vorne dran. Wir benutzen ihn, wenn das Klo verstopft ist.”
“Plunger.”
“Und auf deutsch?”
“Keine Ahnung. Sowas haben die in Germanyland gar nicht.”
“Na klar! Dort gibt’s doch auch dicke Pennys.”
“Die Deutschen haben Ketten und Riegel an der Haustür. Die brauchen keinen Plunger.”
“Bestimmt hat es einen typisch deutschen Namen. So richtig schön präzise, weißt du? Abwasserrohrantiblockierpfropf. Würde mich nicht wundern. Obwohl, ist Antiblockierpfropf nicht ein Oxymoron?”
“Was weißt du schon über Oxymoronies? Schnuckie, ich platze gleich. Ich will an meinen PC!”
“Warte mal. Ich glaube, das Wort Saugpfropf gibt es gar nicht. Saugglocke, das ist es! Wir haben es also mit einer Abwasserrohrantiblockiersaugglocke zu tun. Völlig bescheuert. Wie hieß es noch gleich auf englisch?”
“Plunger.”
“Oder vielleicht Saugstöpsel?”
“Wenn ich wenigstens eine Zigarette hätte …” Beim Rauchen hatte ich schon immer meine Gedanken besser beisammen halten können.
“Im Schlafzimmer wird nicht geraucht!”, erinnerte mich mein Rippchen streng. In jener Nacht war sie wieder mal gnadenlos. Meckernd drehte ich mich auf die Seite.
“Falls du dich in zehn Jahren wundern solltest, warum wir immer noch nicht in unserem Traumhaus wohnen, dies ist die Nacht, in der uns alles zunichte gemacht wurde.”
“Sei doch nicht so theatralisch!”
“Ein Backblech voller Kekse hat unsere Zukunft zerstört. Vergiss das nie! Der daraus resultierende finanzielle Schaden lässt sich nur grob schätzen. Ich tippe auf mehrere Milionen.”
“Sicher …”
“Den Goldenen Schlüssel von Oberhausen hätte man mir überreicht. Ist dir klar, welche Türen er uns hätte öffnen können? Nun werden uns diese Türen für immer verschlossen bleiben.”
“Hm …”
“Thanks, Penny!”
“You’re welcome, pumpkin”, hörte ich Penny in der Küche sagen.
“Hörst du das? Nun nennt sie mich auch noch Kürbis. Spielt sie damit auf meinen dicken Bauch an? Die muss sich gerade melden! Läge Penny am Strand, würde sich Greenpeace sofort auf sie stürzen und versuchen, sie zurück ins Meer zu schieben. Bei Erfolg stünde Holland natürlich sofort unter Wasser.”
“Spar dir deine uralten Witze”, murmelte mein Rippchen, kurz davor einzunicken. “Es ist ein Kosename, Schatz. Sie nennt jeden in ihrer Familie pumpkin. Ich schlafe jetzt, ok?”
“Ja, schlafe du nur. Kannst mir eh nicht helfen. Bis morgen dann.”
Ungeduldig wartete ich, bis sie eingeschlafen war. Auf Zehenspitzen schlich ich mich in den Flur. Penny summte alte Gospelhits und setzte die Spülmaschine in Gang. Das laute Dröhnen ermöglichte mir, mein Schreibzimmer unbemerkt zu erreichen. Zitternd und mit hektisch pumpendem Herzen schloss ich die Tür hinter mir. Geschafft! Dann stolperte ich über Wulfgäng, die mir unauffällig gefolgt war und nun giftig fauchte. Schimpfend verschwand sie im Wandschrank. Ich selbst krachte gegen den Schreibtisch. Aus der Küche eilten gedämpfte Schritte in Plüschpantoffeln herbei.
Es war die Nacht, in der uns alles zunichte gemacht wurde …
Autor: Michael Meyn | Abgelegt unter Meyn's World
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