Die Berliner IHK und Handwerkskammer melden noch 1.300 offene Ausbildungsplätze, die nicht besetzt werden können. Auch Firmen im Berliner Umland schauen sich vergeblich um. Es fehlt an jungen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Menschen, die Deutsch sprechen.
In diesem Jahr verließen 30.000 junge Menschen in Berlin die Schulen. Offenbar sind das nicht genug, um die 1.300 noch offenen Ausbildungsplätze auszufüllen. Vielleicht sind sie nicht ausbildungswillig, nicht ausbildungsfähig oder sie sprechen kein Deutsch? Stephan Schwarz, Präsident der Berliner Handwerkskammer sagt: “Rund 25 Prozent der jungen Leute in Berlin gelten als nicht ausbildungsfähig.” Viele oder vielleicht auch die meisten von ihnen haben einschlägige “Wurzeln”.
Da es in Berlin nicht genug geeignete Bewerber gibt, sollen diese jetzt aus Polen (!) angeworben werden. Zu einer Abwerbeveranstaltung, die am 29. September in Stettin stattfinden soll, werden bis zu 800 polnische, Deutsch sprechende Jugendliche erwartet. (Polen freut sich schon über die Abwerbung von Nachwuchs.)
Berlin hat nicht nur ein Problem, offene Lehrstellen zu besetzen - Berlin hat auch ein Problem mit Hartz-IV-Empfängern, die sich nicht angemessen um einen Arbeitsplatz bemühen. Stadtweit 2,9 Prozent der 445.000 Leistungsbezieher, die 15 bis 64 Jahre alt und voll erwerbsfähig sind, nahmen ein Arbeitsangebot nicht an, erschienen nicht zu Gesprächsterminen oder lehnten eine Weiterbildung ab. Ihnen werden jetzt die staatlichen Leistungen (= “Lohnersatzleistungen”) gekürzt. Besonders streng sind die bundesweit einheitlichen Regelungen für die 15- bis 24-Jährigen. Hier kann (!) der Arbeitsvermittler sofort die gesamten 359 Euro streichen, wenn seine “Kunden” sich bei der Ausbildungs- oder Arbeitssuche unwillig zeigen.
Quellen: Hans Evert, Die Suche nach Lehrlingen im Ausland beginnt. Berliner Morgenpost vom 15. August 2010, Seite 5. Johannes Wiedemann, Strafen für 12.800 Hartz-IV-Empfänger. Berliner Morgenpost vom 15. August 2010, Seite 10.
Geklauter Kommentar von Benutzer “Christian Rendel” auf Tagesschau.de:
Bin ich der Einzige, der zwischen den Kandidaten Wulff und Gauck ein ziemlich groteskes Ungleichgewicht wahrnimmt?
Wulff ist ein geschickter Taktiker und einer unserer intelligenteren Politiker, kein Zweifel. Aber er ist kaum älter als ich, glatt, ein Karrierepolitiker von Anfang an und ein Mann ohne Eigenschaften. Wer hat von ihm schon einmal einen Gedanken gehört, der über das pragmatische politische Tagesgeschäft hinausging?
Ihm gegenüber steht Gauck, ein Mann mit einer Biografie wie ein deutsches Geschichtsbuch, gereift, weise, von hoher Intelligenz und immensem Scharfblick für gesellschaftliche Entwicklungen, auch in ihrer persönlichen Dimension. Einer, der schon bewiesen hat und von dem man erwarten kann, dass er überall dort, wo man ihm zuhört, Horizonte weitet, Perspektiven öffnet, Gedanken schärft. Einer, dem man zutraut, dass er über alle gesellschaftlichen Strömungen und Debatten hinweg so etwas wie Einigkeit und Identität stiften kann.
Würde man Wulff und Gauck in die Schalen einer Balkenwaage setzen, so müsste diese schon einen sehr stabilen Fuß haben, um nicht in Gaucks Richtung umzukippen. Angesichts dieser Alternativen für die Wahl des Bundespräsidenten kann es nicht den geringsten Zweifel geben, wer von den beiden eher das Zeug zu diesem höchsten Staatsamt hat.
Und doch prophezeien alle, Wulff werde das Rennen machen, weil die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung nun einmal so seien. Wenn es tatsächlich so käme, fände ich das verheerend.
Nicht nur, weil wir dann für die nächsten fünf Jahre den eindeutig weniger geeigneten Bundespräsidenten hätten. Auch deshalb, weil das Amt des Bundespräsidenten in dieser Zeit viel an Bedeutung verlieren würde, die es vielleicht nicht wieder zurückgewinnen kann. Auch die Institution der Bundesversammlung würde damit (wieder einmal) in die Niederungen des parteipolitischen Kalküls hinabsinken und damit ihre Rolle als herausragendes, unabhängiges, den gemeinsamen Willen der Bevölkerung repräsentierendes Verfassungsorgan preisgeben.
Wäre ich ein Spitzenvertreter einer unserer Regierungsparteien, so wäre es mir abgrundtief peinlich, so tun zu müssen, als hielte ich Wulff für den besseren Kandidaten. Wäre ich Christian Wulff, so würde ich die Gelegenheit nutzen, um erstmals mit einer wahrhaft präsidialen Entscheidung hervorzutreten - und auf meine Kandidatur verzichten.
Selbst auf die Gefahr hin, dass Sie uns nicht glauben - so etwas gibt es wirklich! Germany hat es seit gestern (21.5.2010). Austria bekommt es auch, und zwar „noch im Mai“.
Und was genau haben / bekommen wir da? Folgendes: Finanz, das ist Geld. Wir bekommen eine Transaktion des Geldes, also: trans = lateinisch und heißt jenseits, über (etwas) hinweg, über unsere Köpfe hinweg auf jeden Fall. Und actio = auch lateinisch und heißt Handlung, weshalb wir eine Hinweghandlung von Geld bekommen. Von welchem Geld? Steuer ist uns bekannt, also ist das Gesetz ein Steuergeldweg-Handlungsgesetz.
Endlich eine klare Aussage.
Weil wir ja alles verkürzen, wird die „Steuer“ bald weggelassen werden. Finanztransaktion klingt ja nach was. Nach Börse und nach Bank - wir sehen also, wie gut man uns mit Fremdworten verarschen kann. (Sorry!) Der gute alte Brockhaus ist da ganz ehrlich. Wohl steht dort ebenfalls, dass „Transaktion“ Übertragung heißt, aber auch, dass es sich um “eine geschäftliche Handlung finanzieller Art” handelt, die “über den Rahmen der üblichen Geschäftsvorfälle” hinausgeht.
Kann man wohl sagen.
Zuerst war Griechenland sehr krank und bekam hohes Fieber. Zwecks Gesundung haben die hohen Herren unsere ersten Gelder auf den Tisch gelegt und gleich dazugesagt, dass es sowieso nur ein Kredit ist, den das arme Land zurückzahlen wird. Einen Schmarren wird es. Griechenland gewinnt nur Zeit zum Weiterwursteln, sonst nichts, weil es mit einer vernünftigen Haushaltsführung erst gar nicht in die Klemme geraten wäre und auch jetzt nicht fähig sein wird, die horrenden Schulden zurückzuzahlen. Wie denn auch? Danach kommt Portugal, weil man dort auch schon von der Brüsseler Gelddruckmaschine gehört hat und sich daher fragt, wozu man sich noch plagen soll, dann kommt Irland oder Spanien oder wer auch immer, uns freut’s übrigensauch nicht mehr. Mit der Griechenland-Hilfe und erst recht mit diesem 750-Milliaren-Euro-Paket hat „Europa“ nämlich zwei Präzedenzfälle geschaffen - jetzt kann jeder kommen. Wir übernehmen NUR die Haftung. Und das sollen wir glauben? Wieso ändert sich dieser Haftungsrahmen stündlich? Es ist jetzt 17.04 Uhr, Deutschland haftet momentan für 148 Milliarden, Österreich für 12 bis 13. Mal sehen, wie lange das so bleibt. Außerdem haben wir ja schon in der Katzenschule gelernt, wann die Gelddruckmaschinen zuletzt angeworfen wurden und was danach passiert ist …
Also, wir meinen ja nur, dass jeder normale Bürger in der Klapse oder im Häfen (= Kerker) landet, wenn er permanent Schulden mit Schulden tilgt. Dass wir nicht verstehen, warum die EU 230 Millionen Euro nach Marokko schickt (jedenfalls tat sie das im Jahr 2008!), weil die Brüsseler Herren in den Nachbarländern Stabilität und Sicherheit fördern müssen. Dass Kleinvieh wie Sie und wir in Hundertern denken (bestenfalls), während für die Päpste in der EU 230 Millionen unter „peanuts“ fallen. Dass sich Deutschland den Afghanistan-Einsatz für jährlich immerhin 3 Milliarden Euro leistet. Und so weiter. Außerdem hat uns niemand erklärt, wer an all dem verdient, denn aus Herzensgüte rettet niemand ein Land. Arm sind wir also noch lange nicht. Aber dieses Steuergeldweghandlungsgesetz wird dafür sorgen, dass wir es bald sind. Und wenn die Frau Merkel irgendwas von geordneter Insolvenz sagt, dann schreien alle auf.
Wer kontrolliert eigentlich Brüssel? Nach dem vielen Schwachsinn, der uns bisher geboten wurde (erinnern Sie sich bitte an die Bananen, die Tapetenrollen, die Gurken …), müsste doch irgendjemand der Idee verfallen, dass ein System wie dieses nur scheitern kann.
Good bye, EU!
Trotzdem gibt es einen Unterschied. Die Politiker in Germany versuchen immerhin ebenso verzweifelt wie vergeblich, den Bürgern diesen Milliarden-Wahnsinn zu erklären. Jeder TV-Auftritt ist diesem Thema gewidmet, in jeder Nachrichtensendung erklärt ein „Fachmann“ seine Sicht der Dinge, ja sogar ein Bürger darf gelegentlich was sagen.
In Austria spielt man währenddessen eine Serie. (Eine deutsche.)
Wir verteilen ja immer süße Bananen und scharfe Krallen im Körbchen www.killercat.net für anständige bzw. blöde oder gar keine Bürgerbehandlung. Obwohl die Banane diesmal nach Deutschland gehört, haben wir sie gegessen, weil die Mäuse schon ausgewandert sind und wir wegen des Steuergeldweghandlungsgesetzes womöglich keine Milch mehr kriegen.
Mit lieben Grüßen!
Ihre killercat.net
P.S.: Wir killercats verstehen nicht viel von Geldherumschiebereien oder Beschaffungsaktionen. Aber wir sind zahlende Bürger. Als solche haben wir das Recht, zu wissen, wohin unser Geld fließt - und warum.
PP.S.: Ein gewisser Herr Swoboda, austrianischer sozialistischer Europamensch, erklärt öffentlich, dass die Balkan-Länder in 10 Jahren bei der EU sein werden. Eine Riesenleuchte ist der Herr zwar nicht, aber vielleicht hat man ihm befohlen, uns das mitzuteilen … Wie auch immer, wir haben’s ja.
Geld regiert die Welt? Nein. Alles kann man nicht mit Geld erledigen, auch nicht mit Unsummen.
Vorweg: Wir mögen die Griechen. Sehr sogar. Allerdings kennen wir nur solche, die nicht in Griechenland leben, sich unseren Steuermodalitäten beugen und … fleißig sind. Aber die Mehrheit derer im Lande selbst ist schlicht und einfach faul.
Dort lebt noch die alte Tauschgesellschaft, kleines Kuvert gegen Leistung – wer ist denn schon so albern, den Staat verdienen zu lassen? Erwähnt wird oft, dass man in Athen keine Taxirechnung bekommt. Das ist zweitrangig. Man bekommt erst gar kein Taxi, wenn nicht drei herumstehen, die alle zahlen und nacheinander abgesetzt werden. Ergibt eine sündteure Stadtrundfahrt, speziell für den letzten der drei. Sehen Sie sich in den Straßencafes um. Dort sitzen am helllichten Wochentag Männer aller Altersgruppen herum und trinken Ouzo, falls sie nicht gerade demonstrieren. Und wer nicht demonstriert, der streikt. Es ist ja immer so heiß im Süden, wie soll denn da einer arbeiten?
Sie leben nicht über ihre Verhältnisse, das ist ein gängiger, unzutreffender Polit-Sager. Sie leben davon, unter sich zu agieren und ihre Steuerpflichten zu ignorieren. Bevor man sich also über Staatspleiten entsetzt und sie mit abenteuerlich hohen Geldsummen abwenden will, sollte man darüber nachdenken, aus welchem Grund ein Staat pleite macht. Es sind nicht immer die korrupten Politiker oder die bösen Banken. Es sind meistens die arbeitsunwilligen Bürger, deren Mentalität und deren Geschichte.
Jetzt werden sie mit hohen Steuern bestraft. Wieso lernen sie nicht schon in der Schule, dass die Tauschgesellschaft vorüber ist und wohin das Schummeln führt? Also gut, es würde nichts nützen, weil ja die Eltern vormachen, wie „man“ sich am effektivsten durchs Leben schlägt. Bevor wir also das Geld hinschicken, was nichts nützen und nur den viel zitierten Dominoeffekt auslösen wird, sollten wir darüber nachdenken, wie man Mentalitäten ändert.
Monat für Monat fragt die Fraktion der Linkspartei im Bundestag die Bundesregierung danach, wie viele Straf- und Gewalttaten „mit rechtsextremistischem Hintergrund“ ihr im abgelaufenen Monat bekannt geworden seien. Für politisch motivierte Gewalt von Links interessieren sich mit solcher Beharrlichkeit weder Die Linke noch andere Fraktionen. So ist vielleicht zu erklären, dass die Grünen-Vorsitzende Roth meint, das Potential rechtsextremistischer Gewalttäter stelle alles in den Schatten. Frau Roth sollte einen Blick in die jüngst vom Berliner Innensenat veröffentlichte Studie über „Linke Gewalt“ werfen. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, heißt es dort, seien in Berlin „deutlich mehr linke als rechte Gewalttaten begangen“ worden.Man hat es nur nicht so recht wahrhaben wollen, dass bestimmte Delikte, die schon lange nicht mehr zu übersehen sind, Staat und Gesellschaft genauso herausfordern wie die Umtriebe von Neonazis: Brandanschläge, Gewalt gegen Polizeibeamte und regelmäßig in Landfriedensbruch ausartende Demonstrationen werden ganz überwiegend von Linksextremisten begangen. Die Täter kommen zwar fast immer unerkannt und ungestraft davon, doch dem Internet ist zu entnehmen, wo sie zu suchen sind: Es ist ein diffuses linksautonomes Jugendmilieu, das sich in der verquasten Diktion von Sektierern mit seiner Urheberschaft brüstet. Die heutigen Oppositionsparteien kennen es nur zu gut, denn dort halten auch sie nach Nachwuchs Ausschau.
Es ist höchste Zeit, dass dem Abfackeln von Luxusautos die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wird wie Hakenkreuzschmierereien an Häuserwänden und der Gewalt gegen Polizeibeamte dieselbe wie Angriffen auf Ausländer. Falsche Toleranz hat die enorme Zunahme linksextremistischer Gewalt geradezu gefördert …
Wäre die fälschliche Einordnung der Nazis als “Rechtsextremisten” nicht so weit verbreitet, so müßte man richtigerweise sogar sagen, dass politisch motivierte Gewaltverbrechen fast nur noch von Linksextremisten begangen werden. Auch Nazis sind Linke, Sozialisten und “Weltverbesserer”. Was sie von vielen anderen Linken unterscheidet, ist die nationalistische Ausrichtung, die in manchen kommunistischen Diktaruren aber auch nicht als störend angesehen wurde.
Dexiophobie (von δέξιος, dexios = rechts und φοβία phobia = Angst, Furcht) ist eine krankhafte, das heißt unbegründete und anhaltende Angst vor politisch rechts stehenden Menschen, Ideen, Theorien und Aussagen. Sie äußert sich im übermäßigen, unangemessenen Wunsch, den Anlass der Angst, bzw. die Auseinandersetzung mit diesen Inhalten zu vermeiden.
Kennzeichen pathologischer Angst wie der Dexiophobie:
die Angst ist der Situation erkennbar nicht angemessen
die entsprechenden Angstreaktionen halten deutlich länger an, als nötig wäre
die besonders geartete Angst ist durch die Betroffenen weder erklärbar, beeinflussbar noch zu bewältigen (selbst wo keine Nazis sind müssen sie bekämpft werden)
die Ängste führen zu deutlichen Beeinträchtigungen des Lebens der Betroffenen (und der politischen Gesellschaft)
die Ängste schränken den Kontakt zu fremden Menschen ein
Dieses von mir erfundene Wort ist meiner Meinung nach genau das, was wir brauchen. Wie alle Phobien ist die Angst vor Rechten krankhaft und unnormal, aber zugleich so tief verwurzelt, dass sie fast wie ein natürlicher Instinkt erscheint. Wie bei allen Phobien droht von nahezu allen Rechten keine Gefahr. Wie der Arachnophobe eine panische Angst vor Spinnen hat, von denen keine einzige in Deutschland bedrohlich ist, so fürchtet sich der Dexiophobe vor “Rechtem”.
Gänzlich unbegründet sind Phobien natürlich nicht. Es gibt in der Tat für den Menschen giftige Spinnen, nur eben nicht in Deutschland. Ab und an wird auch mal einer einen anaphylaktischen Schock nach dem Biss einer Kreuzspinne bekommen, aber das ist im Prinzip zu vernachlässigen - vor allem wenn man die Masse betrachtet. So gibt es natürlich auch “rechte”, (ich definiere rechts ja anders, aber das ist ein anderes Thema) die gefährlich sind, doch wie viele sind das schon? Ihre Opfer sind bedauerlich und unerträglich, aber in der Gesamtschau rechtfertigen selbst die von den effektheischendsten Extremisten veröffentlichten Zahlen nicht, deshalb den drohenden Untergang unserer Demokratie zu erklären. Bei Millionen “Rechter” in Deutschland sind die Extremisten ein ekelhaftes Geschwür, nicht mehr. Welche Opferzahlen andere Gruppen erzeugen ist hinlänglich bekannt und kann recherchiert werden, in Relation gesehen deutlich mehr.
Tatsache ist aber, dass anhand weniger Extremisten eine ganze Gruppe nicht nur gehasst und verachtet, sondern sogar sozial ausgestoßen wird. Wer einmal besoffen den Hitlergruß zeigt und dabei gefilmt wurde, der hat seine Zukunft verspielt, egal ob er inmitten seines Freundeskreises wie ein weißer Forscher im afrikanischen Busch aussieht.
Dexiophobie könnte darauf ein Stück weit die Antwort sein. Der Begriff ist diffamierend und beleidigend. Wie bei anderen Phobien auch erklärt er, dass die Angst lächerlich ist und der sie Habende eigentlich fast schon ein Irrer ist. Gleichzeitig ist der Begriff auch so unheimlich treffend. Wer sich selber als Rechts bezeichnet gilt als Nazi, völlig ungeachtet seiner Positionen. Vom rechten Rand der Union angefangen ist es rechts = rechtsradikal = rechtsextrem = Nazi. Eine Differenzierung findet hier genauso wenig statt wie eine inhaltliche Auseinandersetzung, so berechtigt manche Forderungen auch sein könnten.
Indem man einen Anderen der Dexiophobie bezichtigt sagt man, er handle irrational. Er habe eine panische Angst, wenn nicht gar Todesangst, vor einem in nahezu allen Fällen völlig harmlosen das Niemandem (um die 15.000 Extremisten bundesweit bei laut Politologen geschätzen 15-25% Wählerpotential rechts der aktuellen Union) etwas tut. Man hat nun ebenfalls ein Schlagwort bei der Hand, dass der Andere nur mit viel gutem Willen nicht als Unfreundlichkeit werden kann.
Den “Rechts ist Nazi” Schreiern konnte man vorhalten “links” zu sein. Na und? Selbst “linksextrem” oder “Kommunist” ist wenig beleidigend wenn man sich dem selber zurechnet. Für die Mehrheit ist faschistisch automatisch rechts und Nazi, daher ist ein solcher Vorwurf zwar machbar, doch schwer zu verkaufen.
Bezeichnet man sie als Dexiophoben, so wird man sie zunächst auf dem falschen Fuß erwischen, da sie noch gar nicht wissen was das heißt. An sich gibt es aber wohl keinen treffenderen Begriff für all die, die zwar den “Tibet wird überfremdet” schreienden Dalai Lama begeistert begrüßen, dem Deutschen Volk aber grundsätzlich das Recht auch nur diese Aussage zu tätigen absprechen. Was sind solche Leute denn, wenn nicht mit panischer Angst vor allem irgendwie Rechten erfüllt?
Ich würde daher vorschlagen, wir benutzen diesen Begriff künftig.
Mehrere ostdeutsche CDU-Abgeordnete haben Angela Merkel bei der Kanzlerwahl im Bundestag offensichtlich die Stimme verweigert. Ein thüringischer Parlamentarier, der nicht genannt werden wollte, sagte der “Hannoverschen Allgemeine Zeitung”, dass dies eine Reaktion auf die mangelnde Vertretung von Ostdeutschen in der neuen schwarz-gelben Regierung gewesen sei.
“Die Empörung über das neue Personaltableau von Schwarz-Gelb ist groß”, sagte der Abgeordnete, der Merkel nicht gewählt hatte. “Dieses westdeutsche Kartell dient sicherlich nicht dem Zusammenwachsen Deutschlands.”
Auf dem kleinen CDU-Parteitag, bei dem der Koalitionsvertrag am Montag abgesegnet worden war, hatte es bereits Kritik an der geringen Berücksichtigung ostdeutscher CDU-Politiker gegeben. So beschwerte sich der sächsische Abgeordnete Arnold Vaatz über eine mangelnde Beteiligung der Ostdeutschen an den Koalitionsverhandlungen und wies darauf hin, dass die Ostdeutschen mit 45 Abgeordneten genau so stark seien wie die CSU-Landesgruppe, die im neuen Kabinett mit drei Ministern vertreten ist.
Nicht die mangelnde Beteiligung ostdeutscher Politiker am Kabinett verhindert das Zusammenwachsen Deuschlands, sondern dieses Quotendenken: DIE haben … WIR haben nur … ! Dass zur Zeit sowohl die Bundeskanzlerin alsauch der Bundespräsident Ostdeutsche sind, sollte nach dieser Logik das Gemüt der Westdeuschen schwer belasten, da sie in den beiden höchsten Staatsämtern überhaupt nicht repräsentiert sind, obwohl sie die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung stellen. Diese Vorgänge zeigen, dass die Ostdeutschen zum Teil noch nicht wirklich in Deutschland angekommen sind. Das sozialistisch geprägte Gefühl für Gerechtigkeit, bei dem ungleiches gleich zu sein hat, und nur bedingungslose gleichmäßige Verteilung als gerecht empfunden wird, und das Jahrzehnte lang eingetrichterte Feindbild von denen, die hinter dem “antifaschistischen Schutzwall” wohnen, scheint immer noch viele zu beeinflussen, selbst in der CDU.
Mich regt seit Monaten das Gejammer der Milchbauern auf. Mit Steuergeldern bereits von vorne bis hinten bezuschusst und subventioniert wollen sie, dass ihr Gewerbe in einer Martkwirtschaft sozialistisch gehandhabt wird. Der Staat hat gefälligst die Preise festzulegen, obwohl die Mehrheit definitiv profitiert. Wieso sollen nur sie (und Quelle, Arcandor, Karstadt, Opel…) von den Risiken der Marktwirtschaft befreit sein, während der Rest der Unternehmer und Arbeitnehmer nicht diesen Luxus hat?
In einer weitaus unsicheren Welt als sagen wir mal noch 1992 ist es sicher von Vorteil, wenn Kompetenzen unserem Land nicht verloren gehen. Weder sollte meiner Meinung nach der Kohleabbau völlig aufgegeben werden, sondern hier auch mit Steuergeldern die sogenannte Grundförderung beibehalten werden. Auch in der Landwirtschaft kann es nicht das Ziel sein, dass Deutschland sämtliche Nahrungsmittel importiert und die Felder brach liegen weil es überhaupt keine Bauern mehr gibt.
Während der Kohleabbau aber wohl tatsächlich nicht mit beispielsweise China mithalten kann und einige Jahre Ende des Abbaus eine erneute nennenswerte Förderung auf viele Jahre verhindern würde - Fachleute und Maschinen sind weg - ist eine sozialistische Regulierung im Bauerngewerbe völlig unnötig. Tatsächlich gibt es für Bauern Wege, sich zu behaupten. Ohne Details zu wissen habe ich immer gesagt, sie sollen halt auf etwas anderes umstellen. Schweine- oder Geflügelzucht, Urlaub auf dem Bauernhof oder sonst etwas.
Michael Miersch hat über erfolgreiche Bauern geschrieben - mit interessanten Einsichten:
Wer jammert”, sagt Franz Fruth, “der kann nicht nachdenken, was man besser machen kann.” Bei ihm scheint es umgekehrt zu sein. Seinem Hof im Oberpfälzer Wald sieht man an, dass der 38-jährige Landwirt von früh bis spät übers Verbessern nachdenkt. Neuestes Produkt dieser Gedanken: ein schwedischer Melkroboter für 150 000 Euro. Er war der Erste im ganzen Landkreis Amberg, der sich so ein Ding in den Stall stellte. Die Kühe haben sich sofort daran gewöhnt. Gelockt von besonders schmackhaftem Kraftfutter, stehen sie brav Schlange vorm Automaten. Der geht erstaunlich sensibel mit ihrem Euter um, tastet per Laser die Form der Zitzen ab, reinigt sie und setzt dann die vier Melkbecher an. Allzeit bereit, Tag und Nacht. Wenn - was sehr selten vorkommt - mal irgendetwas nicht funktioniert, benachrichtigt der Computer Franz Fruths Handy. Dann sieht er nach dem Rechten und lässt sich, wenn nötig, von den Technikern in Schweden Anweisungen geben. 75 Milchkühe bewohnen den Laufstall und werden rundum von Robotern betreut. […]
Der Tiefstand der Milchpreise ist auch für ihn das Thema Nummer eins. “Wir kriegen 25 Cent pro Liter, solange das so bleibt, ist die Milchviehhaltung ein teures Hobby.” Deshalb ist er dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter beigetreten und unterstützt dessen Ziel, eine große Milchbauerngemeinschaft zu bilden, die eigenständig Mindestpreise festlegt und gegenüber Molkereien und Einzelhandel stark auftreten kann. Doch falls der Kampf verloren geht, ist Fruth gut vorbereitet. Erstens durch die Vollautomatisierung und zweitens durch ein neues Geschäftsfeld, das in Form großer Tanks hinter den Kuhställen hervorragt.
Seit 1998 wandelt er Biogas in Strom um und verdient damit mehr als mit Rindern. Das Gas wird in Motoren verbrannt, die wiederum Turbinen antreiben. So erzeugt die Anlage täglich 6500 Kilowattstunden Energie, die der E.on-Konzern abkauft. Damit können etwa 530 Vierpersonenhaushalte versorgt werden. Außerdem fällt noch die Wärme für das eigene Haus und den Hof ab, und es gibt Zuschläge für nachwachsende Rohstoffe, Gülleentsorgung und einiges mehr. Da kommt eine hübsche Summe zusammen, die Familie Fruth vor den Launen des Milchmarktes schützt. […]
. “Und zweitens”, fährt er fort, “brauchen sie gesundes Futter.” Doch als Dennerlein besseres Futter anbauen wollte, wurde sein Optimismus ausgebremst. “2006 war ein schreckliches Jahr”, erzählt er. Der Sommer war extrem trocken, und der Maiszünsler hatte auf ganzer Fläche zugeschlagen. Die Pflanzen waren durch den Schädlingsfraß zusammengesackt. “Wir haben nur Müll geerntet.” Für einen Schweinemäster ist das eine Katastrophe, denn in den angefressenen Kolben bilden sich Schimmelpilze, deren Gift die Tiere belastet. Da entschloss er sich, für 2007 gentechnisch veränderten Bt-Mais auszuprobieren, der resistent gegen den Maiszünsler ist, und legte auf seinem Land Versuchsfelder an. Auf einem Drittel ließ er der Natur ihren Lauf, auf dem zweiten spritzte er ein Pestizid gegen die gefräßigen Raupen, und auf dem dritten pflanzte er den Bt-Mais. Das Ergebnis war eindeutig: Die unbehandelte Parzelle war völlig zerfressen, auf der mit Pestizid behandelten waren 38 Prozent befallen. Doch der gentechnisch veränderte Mais war komplett zünslerfrei. “Und das Beste”, sagt Dennerlein, “auf den Blättern krabbelte es. Überall lebten Käfer und andere harmlose Insekten. Es war wirklich nur der Maiszünsler verschwunden.”
Als er im Frühjahr 2008 Bt-Mais anbauen wollte, versammelten sich 1000 Demonstranten aus ganz Deutschland vor seinem Hof. Die Aktivisten gingen zu jedem seiner Verpächter, agitierten und drohten. Nachts zerstörten sie mit Motorsensen zwei Hektar Mais (allerdings den falschen). “Der Rummel hat mich nicht sehr beeindruckt”, sagt er. “Ich wollte gesünderes Futter für meine Schweine.” Doch im April 2009 untersagte Ministerin Aigner den Anbau von Bt-Mais. So muss Dennerlein dieses Jahr wohl oder übel wieder auf die Giftspritze zurückgreifen und dennoch mit mehr Pilzbefall im Futter rechnen.
Kürzlich fuhr er ins Allgäu zu einer CSU-Bauernveranstaltung mit Ilse Aigner. Er reichte seine Frage ein, doch er kam nicht dran. Stattdessen ging es um die drückenden Sorgen der Nebenerwerbsbauern. “Nebenerwerb”, sagt Dennerlein, “ist eine Illusion. Es bedeutet, dass ich woanders Geld verdiene, um die Landwirtschaft zu finanzieren. Das kann keine Zukunft haben.” Doch über 192 000 deutsche Bauern leben mit diesem Kompromiss zwischen ökonomischer Notwendigkeit und der Liebe zum eigenen Hof. Das ist die Mehrheit der etwa 350 000 landwirtschaftlichen Betriebe im Land. “Wenn die Nebenerwerbsbauern Bücher führen müssten, würden viele von ihnen erkennen, dass sie ein Zuschussgeschäft am Leben erhalten”, sagt Dennerlein, “doch sie sind von der Buchführung befreit.” Klein- und Kleinstbetriebe bilden die Mehrheit der Mitglieder im Bauernverband und sind als Wählerschaft bedeutender als die erfolgreichen Agrarunternehmer. “Bauernfunktionäre und Politiker pflegen die Illusion vom Nebenerwerbsbetrieb“, schimpft Dennerlein. Er weiß, dass das herzlos klingt. Aber er ist davon überzeugt, dass die Probleme der Landwirtschaft nur in die Länge gezogen werden, wenn man die Realität verdrängt. Deshalb ist er nicht im Bauernverband. Dort fühlt er sich als unternehmerischer Landwirt nicht vertreten.
Franz Fruth ist aus dem gleichen Grund ausgetreten. Er glaubt nicht an das Ideal des kleinbäuerlichen Familienbetriebs, der auf ewig zu erhalten sei. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass Selbstausbeutung nicht idyllisch ist. Seinen Hof hat er an die Schwelle zum Großbetrieb gebracht. Spätestens für den Hähnchenstall wird er Mitarbeiter einstellen müssen, denn die Familie schafft das tägliche Pensum trotz Roboterhilfe kaum noch. Auf Subventionen mag er sich nicht verlassen.
“Das wird aufhören”, sagt auch Dennerlein, “für viele geht es dann aber nicht mehr weiter.” Er selbst will in genau vier Jahren aufhören, dann übernimmt seine bis dahin 25-jährige Tochter den Betrieb, die jetzt Landwirtschaft studiert. Im Gegensatz zu ihm wollte sie schon als Kind Bäuerin werden. “Wie hast du die bloß so motiviert gekriegt?”, hat ihn ein Kollege mal gefragt. “Wir haben den Kindern nichts vorgejammert”, antwortete er.
Es mag berechtigte Ausnahmen von der zwingenden Martwirtschaft geben, die im allgemeinen Interesse sind. Dazu gehört meiner Meinung nach beispielsweise die Förderung von Bauern, die ihre Wiesen bis in den späten August oder September nicht mähen und damit zahllosen Tieren die Aufzucht ihrer Jungen ermöglichen, was in abgemähten Wiesen nicht ginge. Auch gibt es Fördermittel für Bauern, die ihre Wiesen überhaupt nicht oder nur mit ein wenig Mist düngen. Solche Wiesen kann ich beim Radfahren ohne darauf hinweisende Schilder erkennen: Statt sattem Grün mit ein paar gelben Löwenzahnklecksen sehen sie wie die Auslage in einem Blumenladen aus. Das ist nicht nur ein wirklich wunderbarer Anblick, die dort vorhanden Pflanzen sind auch wichtig für das Überleben vieler Tierarten. Auch die Erhaltung von alten, aber nicht so rentablen, Nutztierrassen ist vermutlich im öffentlichen Interesse (auch wenn man das anders sehen kann). Dass der einfache 08/15 Bauer jedoch mit Steuergeldern künstlich am wirtschaftlich unrentablen “Leben” gehalten wird ist nicht nur unverständlich sondern ganz offensichtlich auch unnötig.
Keiner wäre auf die Idee gekommen Nagelschmiede, Weber oder Pferdekutschenunternehmen mit Steuergeldern am Leben zu halten. Die Folge war dass 99,9% von ihnen untergegangen sind, die anderen arbeiten heute für Urlauber oder in Heimatmuseen. Wieso sollten die (Nebenerwerbs-)Milchbauern da eine Ausnahme sein?